Wülfraths Noh Seungho bei einem Torabschluss. Foto: Volkmann
Wülfraths Noh Seungho bei einem Torabschluss. Foto: Volkmann

Wülfrath/Velbert. Für den 1. FC Wülfrath ist die Niederlage im Niederrheinpokal gegen den MSV Duisburg ein Gewinn gewesen. Das Team aus der Kalkstadt hat sich phasenweise teuer verkauft. Den Schwung möchte der Club nun mitnehmen.


Mit 1:5 verlor der 1. FC Wülfrath in der Auftaktrunde des Niederrheinpokals am 25. August erwartungsgemäß gegen den MSV Duisburg. Die Niederlage fühlt sich für den Bezirksligisten aus der Kalkstadt allerdings nicht wie eine an: „Ich bin sehr glücklich, dass wir uns gut verkauft haben“, freut sich Michaela Massenberg. Bei der zweiten Vorsitzenden kam vor allem die Mannschaftsleistung in der ersten Hälfte des Pokalspiels gut an. „Man konnte sehen, dass wir alles gegeben haben und spielerisch gute Akzente setzen konnten“. Das Halbzeitergebnis passte zu dem Resümee: der MSV Duisburg ging mit einem knappen 1:0-Vorsprung in die Kabine. Ausgerechnet der Velberter Jan-Simon Symalla brachte die Zebras in der 19. Spielminute in Führung.

Gesichert sah der Pokalspielerfolg für die Duisburger zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht aus. Der MSV drängte zwar und kontrollierte das Spiel mit längeren Ballbesitzphasen, zwingend vor dem Tor wurden die Duisburger aber selten. Mit langen Bällen und schnellen Gegenstößen hielt Wülfrath dagegen, kreierte sogar einige gute Offensivmomente. Erst in der zweiten Halbzeit schnürte der MSV Duisburg die Wülfrather immer weiter ein, erhöhte bis zur 82. Minute durch Bookjan, erneut Symalla, Sussek und Kother auf ein deutliches 5:0. Kurz vor Schluss hatten die Wülfrather dann ihren großen Moment: Hasan Ülker gelangt in der 87. Spielminute der ebenso verdiente wie sehenswerte Ehrentreffer zum 1:5-Endstand.

Dass ausgerechnet Ülker für die Wülfrather traf, ist keine Überraschung. Der Mittelfeldakteur ist einer jener Spieler, die reichlich Erfahrung aus höherklassigen Ligen in die Kalkstadt mitgebracht haben. Nicht alle davon standen gegen MSV Duisburg jedoch auf dem Platz. „Wir hatten einige Verletzte, darunter Timo Mehlich und Vedran Beric“, gibt Massenberg nach dem Spiel zu bedenken. Bei den Lazarettspielern hat der 1. FC Wülfrath den Fokus klar auf die Genesung eingestellt: „Die Meisterschaft ist wichtiger. Wir wollen hoch. Wir wollen aufsteigen“, formuliert Michaela Massenberg das Saisonziel. Dass man gegen den Drittligisten aus Duisburg nur mit 1:5 verloren hat, wertet die zweite Vorsitzende als Erfolg. „Ich bin wirklich sehr stolz auf die Mannschaft und die Trainer. Wir wissen um die Qualität der Duisburger und deren Bank. Auch wenn sie nicht mit voller Kapelle gespielt haben“, so Massenberg.

Für den 1. FC Wülfrath zählt nur der Aufstieg

Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Wülfrather überzeugt. Foto: Volkmann
Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Wülfrather überzeugt. Foto: Volkmann

Für den Verein rückt nach dem Pokalaus das Dreijahresprojekt wieder in den Mittelpunkt. „Im Jahr vor dem jüngsten Aufstieg haben wir noch etwas rumgeeiert“, so Massenberg. Der Club scheiterte zunächst an einem Tabellenpunkt, schaffte im Folgejahr den Sprung in die Landesliga, wurde dort allerdings durch jenes Beben, das Fortuna Düsseldorf ausgelöst hat, wieder nach unten gerissen. „Dieses Jahr, mit diesem Kader – da zählt nur der Aufstieg. Das weiß die Mannschaft, das wissen die Trainer, das weiß der ganze Verein“, so die Vorsitzende.

Großen Verdienst an der gezeigten Leistung hat Wülfraths Trainer Joscha Weber. „Wir sind hochzufrieden. Die Jungs können stolz auf sich sein“, lobt der Coach. Er habe die Mannschaft defensiv ausgerichtet

Das Spiel gegen die Profis aus Duisburg bringt den Wülfrather wertvolle Erfahrungen ein. „Vor allem im Spiel gegen den Ball“, sagt Weber. „In der Bezirksliga haben wir selbst deutlich mehr Ballbesitzt. Jetzt hat die Mannschaft gezeigt, dass sie auch gut nach hinten arbeiten kann“. Diese Einstellung wolle man jetzt mit in die Meisterschaft nehmen. Auch der Cheftrainer des 1. FC Wülfrath weiß um die Bedeutung der laufenden Saison. „Nach dem Abstieg haben wir sofort gesagt: Wir machen weiter. Wie ziehen die Karre aus dem Dreck“. Weber empfindet „positiven Druck“, lobt zudem seinen Kader: „Mit den Spielern wollen wir aufsteigen, müssen wir aufsteigen. Das ist das Ziel, das wir angehen“.

Wülfraths Trainer ist nicht nur selbstbewusst, sondern auch hoffnungsvoll – vor allem bezüglich der Fußballfans aus der Kalkstadt. „Wir haben Werbung hier für den 1. FC Wülfrath gemacht“. Weber hofft, dass man im Sportpark „mal an der 300-Zuschauer-Marke kratzen kann“.

Konkret zu der Leistung gegen die Zebras sagt Joscha Weber über sein Team: „Man hat gesehen, was in dieser Mannschaft steckt. In der Bezirksliga müssen wir am Ende oben stehen“.

Fotos vom Pokalspiel: 1. FC Wülfrath – MSV Duisburg