Hilden war bemüht. Rot-Weiß Oberhausen nutzte die Chance jedoch und erzielte alle Tore der Partie. Foto: VfB Hilden
Hilden war bemüht. Rot-Weiß Oberhausen nutzte die Chance jedoch und erzielte alle Tore der Partie. Foto: VfB Hilden

Hilden. Der VfB Hilden hat am siebten Spieltag gegen RWO eine 0:3-Niederlage hinnehmen müssen. Die Partie lässt sich in aller Kürze so zusammenfassen: Hilden war bemüht, Oberhausen konsequent. 


Die jüngste Niederlagenserie würde man in Hilden lieber vergessen: Nach einem guten Auftakt in die Saison der Regionalliga West blieb der VfB nun auch im dritten Spiel ohne Punkte. Zugleich gilt allerdings: die besonders schwierigen Partien gegen Gegner aus der Spitzengruppe hat der Aufsteiger aus dem Kreis Mettmann damit bereits hinter sich gebracht. Nun folgen Duelle, deren Ergebnisse sich deutlich direkter auf die Mission Klassenerhalt auswirken werden.

Das Faninteresse ist allerdings ungebrochen hoch: Vor einer starken Kulisse von
1.800 Zuschauern am Bandsbusch verlor der VfB Hilden gegen den erfahrenen Traditionsverein Rot-Weiß Oberhausen am siebten Spieltag mit 0:3. Der Club zeigte über weite Strecken eine engagierte Leistung und erspielte sich eigene Chancen. Oberhausen nutzte die Möglichkeiten letztlich konsequenter.

Von Beginn an entwickelte sich am Bandsbusch eine offene Partie. Oberhausen
suchte früh den Weg nach vorne, doch die Hildener Defensive konnte die ersten
Aktionen entschärfen. Auf der anderen Seite kam auch der VfB früh in die gegnerische Hälfte. Mohamed Cisse sorgte mit einem Angriff für die erste Hildener Annäherung, ehe sich die Gastgeber anschließend über längere Ballbesitzphasen in der Hälfte der Oberhausener festsetzen konnten. Zwei frühe Ecken brachten jedoch noch keinen Torerfolg.

Auch Torhüter Leon Feher, der sein erstes Regionalliga-Spiel absolvierte, konnte sich
direkt mehrfach auszeichnen. Gegen erste Oberhausener Abschlüsse blieb der VfB-Keeper aufmerksam und zeigte im weiteren Spielverlauf mehrere wichtige Paraden. Der VfB hielt die Partie zunächst offen und kam selbst zu guten Möglichkeiten. Nach
einem Freistoß setzte Pascal Weber zum Abschluss an, doch der Oberhausener
Torwart konnte zunächst parieren. Auch der anschließende Nachschuss führte nicht
zum Führungstreffer.

Doppelschlag bringt Hilden aus dem Konzept

Einschwören half nicht: Der VfB Hilfen verlor trotz phasenweise gutem Spiel mit 0:3. Foto: VfB Hilden
Einschwören half nicht: Der VfB Hilfen verlor trotz phasenweise gutem Spiel mit 0:3. Foto: VfB Hilden

Stattdessen schlug Oberhausen in der 29. Minute zu und ging mit 1:0 in Führung. Nur drei Minuten später folgte der zweite Treffer für die Gäste. Der Doppelschlag stellte den Spielverlauf auf den Kopf und brachte den VfB in eine schwierige Ausgangslage. Dennoch versuchte Hilden weiter, eigene Akzente zu setzen, während Feher auf der anderen Seite mit weiteren sicheren Aktionen einen höheren Rückstand zunächst verhinderte.

Cheftrainer Antonio Molina sah vor allem die vergebenen Möglichkeiten seiner
Mannschaft als entscheidenden Punkt: „Wir haben in der ersten Halbzeit zwei dicke
Torchancen liegen gelassen. Da ist der Mo, der freistehend vorm Torwart steht, wir
haben uns nochmal ein Video angeguckt. Ich glaube, letzte Saison hätte er den
reingemacht, momentan ist es ein bisschen schwierig, vielleicht auch wegen dem
Untergrund, keine Ahnung.“

Auch nach der Pause gab sich der VfB Hilden nicht auf. Arton Tolaj setzte sich mehrfach in Richtung Oberhausener Tor in Bewegung, wurde jedoch vor dem Abschluss gestoppt. Einen besonderen Moment gab es zudem für Ilhan Altuntas, der nach seinem Wechsel sein erstes Spiel für den VfB absolvierte. Bei einem Oberhausener Angriff arbeitete er mit nach hinten und klärte mit einer wichtigen Grätsche.

Hilden blieb bemüht und kam über Freistöße und Standardsituationen immer wieder
in die Nähe des gegnerischen Strafraums. Ein direkter Freistoß von Armin Deljkovic
ging knapp über das Tor. Nach zwei weiteren Ecken entstand viel Bewegung im
Oberhausener Strafraum, doch auch mehrere Nachschüsse fanden keinen Weg durch
die Defensive der Gäste. Oberhausen verteidigte insgesamt konsequent und ließ die
Hildener trotz zunehmendem Druck nicht mehr entscheidend zum Abschluss kommen.

In der 80. Minute sorgte Rot-Weiß Oberhausen schließlich für die Entscheidung.
Nachdem Len Heinson zunächst noch eine Aktion verteidigen konnte, fiel wenig
später das 0:3. Der VfB versuchte anschließend weiter, nach vorne zu spielen, doch
ein Treffer blieb den Gastgebern an diesem Nachmittag verwehrt.

„Dann ist es natürlich so, wenn du die Tore nicht machst, dann fällt es natürlich
unheimlich schwer, natürlich auch gegen so eine Spitzenmannschaft wie Rot-Weiß
Oberhausen da natürlich auch Paroli bieten zu können. Dann in der zweiten Halbzeit
sind wir eigentlich auch ganz gut rausgekommen, haben so gefühlt, kann natürlich
auch daran gelegen haben, dass Rot-Weiß Oberhausen nochmal ein bisschen
rausgenommen hat vom Gaspedal, das Spiel mehr oder weniger auch ja im Griff ist
ein bisschen übertrieben. Aber wir haben mit unseren Mitteln alles versucht, nochmal
einen Anschluss zu finden. Weil es ist im Fußball immer das Gleiche: Findest du
irgendwann einen Anschluss, dann kann es nochmal heiß hergehen, auch wenn der
Gegner natürlich ein sehr guter Gegner ist“, erklärte Molina nach dem Spiel.

Der Qualitätsunterschied zum langjährigen Regionalligisten war an einigen Stellen
sichtbar, doch der VfB zeigte erneut Einsatz und Kampfbereitschaft. Gerade mit Blick
auf die bisherigen Gegner bleibt der Trainer trotz den aktuellen Niederlagen positiv:
„Nichts desto trotz ist es natürlich so, dass man einen qualitativen Unterschied
natürlich gesehen hat, wäre auch komisch, wenn man es nicht gesehen hätte. Aber
von der Einstellung her war das wieder top. Ja, und genau da machen wir jetzt auch
weiter, wo wir aufgehört haben. Wir haben jetzt, bin ich mir fast sicher – würde ich
mein Geld drauf wetten –, in den ersten sieben Spielen die Top 5 alle hinter uns
gelassen jetzt. Haben sechs Punkte aus diesen fünf Spielen rausgeholt. Zumindest
aus zwei Spielen, die in etwa unsere Kragenweite sein könnten, Wattenscheid und
dann Wiedenbrück, Punkte geholt. Also jetzt geht’s nach vorne, nächste Woche nach
Lotte, da wollen wir natürlich auch mal was Zählbares mitnehmen und das tun wir
auch. Der Blick auf die Tabelle zeigt eigentlich, ich hätte dafür alles gegeben. Wie auch immer, wenn man nach sieben Spieltagen sechs Punkte hat gegen diese Gegner, sieht es eigentlich echt gut aus.“

Nach dem Auswärtsspiel in Lotte wartet auf den VfB wieder ein Heimspiel am
Bandsbusch. Am 19. September ab 14 Uhr empfängt Hilden den VfL Bochum II.