In der Wielandstraße bleibt es ruhig: Die Party fällt dieses Jahr aus. Foto: Volkmann
In der Wielandstraße bleibt es ruhig: Die Party fällt dieses Jahr aus. Foto: Volkmann

Velbert. Am 19. September hätte im Siepen an der Wielandstraße auch dieses Jahr eine Open-Air-Party stattfinden sollen. Es bleibt beim Konjunktiv: Die Feier wird nicht stattfinden, wie die Organisatoren mitteilen. Zugleich weisen Matthias Gohr und Ralph Groß darauf hin, dass auch das Konzept des Dorffestes im Nevigeser Ortskern überdacht werden muss.


Neviges ist im ohnehin überschaubaren Programmkalender um eine Veranstaltung ärmer: Zumindest dieses Jahr wird die für den 19. September geplante Wielandparty im Siepen nicht stattfinden. Hauptgrund ist vor allem der Kostendruck. Und genau an dieser Stelle spielt wiederum das Dorffest an der Sprudelplatte im Ortskern eine zentrale Rolle. Die von dem Verein „Nevigeser machen das“ ausgerichtete Altstadtsause und die Wieland-Party sind bezogen auf die Kosten eine Symbiose eingegangen. Läuft das Dorffest gut, sichert das die Wieland-Party. Bringt das zweitägige Fest in der Fußgängerzone zu wenig ein, kann die Straßenfete im Siepen nicht stattfinden. Letzterer Fall ist nun in 2026 eingetreten. Statt der dritten Open-Air-Party rund um den gelb-roten Turm gibt es: gar nichts.

„Unser Verein heißt zwar ‚Nevigeser machen das‘, der Hintergrund ist aber, dass die Veranstaltungen von Nevigesern durchgeführt werden“, sagt Matthias Gohr, der bei beiden Feiern organisatorisch einen der Hüte trägt. Es sei von Jahr zu Jahr immer schwieriger geworden, das hinzubekommen. Einerseits hakt es beim ehrenamtlichen Engagement, ein Problem, mit dem viele Vereine zurechtkommen müssen. Andererseits lassen sich aber auch die finanziellen Verbindlichkeiten nicht mehr „wie bisher per Handschlag“ regeln, kritisiert Gohr und richtet sich dabei auch an Akteure, die beim Dorffest mitgemischt haben. Auch bei der Toilettensituation habe es gehakt. Lobend erwähnt Gohr hingegen Hanis Eiscafé – „tolles Frühstück beim Aufräumen am Morgen“ – und die Kulturloewen, die Bühne, Technik und Personal stellen.

Absprachen seien nicht eingehalten worden, ergänzt Mitorganisator Ralph Groß, dessen „Event-Baby“ vor allem das Dorffest Live am Veranstaltungsfreitag ist. „Live-Musik, Bühne, ohne Eintritt – das ist schon was“, so Groß. „Das muss finanziell auf sicheren Füßen stehen. Machen wir Miese, war es das“.

Besucher müssen mitziehen

Das Kleine Dorffest in Neviges ist bei gutem Wetter ein echter Besuchermagnet - die Zukunft des Festes steht allerdings auf der Kippe. Foto: Volkmann
Das Kleine Dorffest in Neviges ist bei gutem Wetter ein echter Besuchermagnet – die Zukunft des Festes steht allerdings auf der Kippe. Foto: Volkmann

Laut Gohr sei es der Schankwagen, der die Veranstaltung finanziert. Soll heißen: Fließt das Bier in Strömen, fließen ausreichend Einnahmen in die Kasse. „Rund 52 Prozent weniger“ sei getrunken worden. Matthias Gohr ärgert sich: „Man macht etwas für andere und dann stehen Nevigeser mit selbst mitgebrachtem Bier vor der Bühne und freuen sich über die gute Musik“. Gohr habe Verständnis dafür, dass das Geld nicht mehr so locker sitze, aber „mitgebrachte Getränke finanzieren das Fest nicht“. Mit einem Einbruch der Besucherzahl geht das letztlich nicht einher: „Es liegt vor allem am externen Verzehr“, stellt Gohr klar.

Zudem habe die Stadt Velbert auch die zugesagte Unterstützung noch nicht gezahlt. 2.850 Euro seien das, so Gohr. Der Betrag sei ohnehin verringert worden, zuvor habe es 4.000 Euro gegeben. „Das Geld ist immer noch nicht überwiesen. Unsere Rechnungen sind aber auch noch offen“. Den Organisatoren drohen schlimmstenfalls Mahnungen, welche die Kosten weiter in die Höhe schrauben.

So wie dieses Jahr soll das Dorffest jedenfalls nicht mehr stattfinden, sagen Groß und Gohr. Besonders bitter: Im kommenden Jahr würde die Sause ihr Zehnjähriges feiern. Hinter dem Event steht nun ein Fragezeichen. „Wir wünschen uns, dass das Fest stattfinden kann“, sagt Ralph Groß. Begraben seien weder das Nevigeser Dorffest noch die Wieland-Party. Womöglich gibt es ein Comeback mit Veränderungen. „Auf jeden Fall wird alles vertraglich festgehalten“, sagt Matthias Gohr.

Auch eine Veränderung des Konzepts ist möglich. In den Blick nehmen die beiden Organisatoren beispielsweise den Pilgerparkplatz. „Einmalig“, so Groß. „Wir könnten das dort richtig aufblasen“. Vorstellbar wäre für das kleine Jubiläum, Schausteller zu suchen, die Fahrgeschäfte aufstellen. „Kirmes in Neviges gab es schon lange nicht mehr“, so Matthias Gohr. Pläne sind also vorhanden, allerdings noch keine konkreten. Klar ist auch: Für eine größere Party dürften weder das ehrenamtliche noch das finanzielle Engagement kleiner werden. Zudem wackelt der Grundsatz der Party von Nevigesern für Nevigeser. „Wenn es nicht anders geht, müssen wir die Gastronomie extern vergeben“, sagt Ralph Groß. „Wir müssen jetzt erstmal alles abklären, unter anderem die Frage nach der Infrastruktur“. Zum neuen Jahr könnte es erste Informationen dazu geben, ob und in welcher Form das Dorffest in Neviges stattfindet.

Im kommenden Jahr gilt allerdings mehr als je zuvor: Läuft das Dorffest, läuft die Wieland-Party. Läuft es nicht, läuft nichts.