Der Velberter Marcel Kappelt hat seine Leidenschaft für Rennwagen und Racing-Simulatoren zum Beruf gemacht. Foto: Volkmann
Der Velberter Marcel Kappelt hat seine Leidenschaft für Rennwagen und Racing-Simulatoren zum Beruf gemacht. Foto: Volkmann

Velbert. Marcel Kappelt betreibt in der Stadtgalerie die Sim-Racing Box, ein Ladenlokal rund um Rennsimulatoren. Der Velberter hat damit seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. 


Wenn Marcel Kappelt von Rennwagen und der Racing-Szene spricht, dann funkelt es in seinen Augen: Die Leidenschaft vor allem für die Nordschleife, dem ältesten und ebenso legendären Streckenabschnitt des Nürburgrings in der Eifel, hat ihn dort hingeführt, wo er jetzt ist. Mit der Sim-Racing Box ist in der Stadtgalerie in der Innenstadt ein Ort entstanden, an dem Racing-Verrückte, aber auch völlige Neueinsteiger virtuelle Runden auf berühmten Rennstrecken auf der ganzen Welt drehen können.

Kappelt hat aus seinem kleinen Ladenlokal einen besonderen Treffpunkt gemacht: „Vieles, was hier steht, habe ich selbst gebaut“, erzählt er stolz. So entstanden unter anderem Tische aus Parkplatzschildern, Sitze und Lampen aus alten Ölfässern – und die Fußleisten sind den bekannten rot-weißen Randsteine („Curbs“) nachempfunden, die man von Rennstrecken kennt. Im Mittelpunkt stehen allerdings die Racing-Simulatoren. Begonnen hatte allerdings alles mit einem Gerät: „Gestartet bin ich mit einem Simulator und im Außer-Haus-Geschäft“, nicht selten war der Velberter vor Ort bei namhaften Unternehmen im Bundegebiet. „Allerdings wurde immer wieder auch angefragt, ob man nicht auch irgendwo lokal fahren kann“, sagt Kappelt. So entstand letztlich die Idee des stationären Ladenlokals mitten in der City der Schlüsselstadt.

Inzwischen gibt es drei Geräte in der Sim-Racing Box, alles Actoracer-Fahrsimulatoren des Unternehmens Simulationstechnik Lingnau aus Windeck. Die Preise variieren, erreichen dabei allerdings mitunter das Niveau von Luxusklasseautos: „Knapp unter 70.000 Euro“, sagt Marcel Kappelt zu den Anschaffungskosten für das Spitzenmodell seines Ladens. „Das ist wirklich Highend“. Und genau das merke man bei den Fahrten. „Alles bis auf die G-Kräfte spürt man bei den Fahrten“. Bis zu 250 Richtungswechsel pro Sekunde schafft de verbaute Technik. Anders ausgedrückt: Es ruckelt, rüttelt und wackelt ordentlich, wenn man mit den virtuellen Flitzern über die Rennstrecken rast. „Man spürt jeden Curb, jede Bodenwelle, jede Fahrzeugbewegung“, so Kappelt. „Man kann driften – und insgesamt unheimlich viel damit machen“.

Die Idee entstand zunächst einer der eigenen Leidenschaft für das Racing. „Ich liebe schnelle Autos, sportliche Autos und auch die Herausforderung, schnell, sportlich und sicher zu fahren“, sagt der Velberter. „Ich bin auch selbst schon 200 Runden Nordschleifen gefahren, zuvor auch virtuell“. Er habe das Virtuelle und das Echte schon immer gern miteinander verbunden, erklärt Marcel Kappelt. So sei er letztlich zu den Simulatoren gekommen. „Die Geräte werden immer moderner. Es geht darum, die Fahrphysik so nah wie möglich an der Realität abzubilden“. Sim-Racing sei aufgrund des Realismus längst kein Thema mehr nur für Gaming-Fans: „Professionelle Rennfahrer üben damit, lernen die Strecken kennen und wie sich ihre Autos verhalten“, sagt Kappelt. In Velbert möchte er mit seiner Idee nun auch Racing-Liebhaber oder Neugierige aus der Region begeistern.

Sim-Racing: Von Hobby bis Profi-Unterstützung

Drei Simulatoren gibt es in der Velberter Stadtgalerie - so können auch Gruppen gemeinsam fahren. Foto: privat
Drei Simulatoren gibt es in der Velberter Stadtgalerie – so können auch Gruppen gemeinsam fahren. Foto: privat

Man könne das Sim-Racing beispielsweise als Freizeitbeschäftigung betreiben, sich fürs Kartfahren verbessern oder damit Autofahren lernen, so Kappelt. Derzeit gebe es Bestrebungen, Führerscheinfahrstunden in naher Zukunft zumindest zum Teil in einem Simulator absolvieren zu dürfen. „Die Motorik kann man super üben. Das erste Mal im Straßenverkehr? Das macht Angst“, erklärt Kappelt . „Der große Vorteil: Hier kann man nichts kaputtmachen“. Die Branche ist in Bewegung, besonders viele Anbieter gebe es in Deutschland nicht, so Kappelt. In die Szene bringt der 38-Jährige mit seinem Angebot also durchaus Innovationen ein – mit dem Schaffenszentrum in der Schlüsselstadt. „Die Interessensgruppen werden immer größer“. Die Neugier werde meist belohnt: „Vorkenntnisse braucht man nicht, auch keinen Führerschein, man muss noch nicht einmal Autos gefahren sein“, lädt Kappel dazu ein, den Sprung in den Rennwagensitz zu wagen. „Viele, die zum ersten Mal gefahren sind, sagen: Das macht richtig Bock!“, freut sich der Velberter.

Marcel Kappelt bietet letztlich einen bunten Mix an: Einzelfahrten, Gruppenaktionen oder Lehrreiches vor Ort in Velbert, durch das weiterhin betriebene Außer-Haus-Geschäft ist der junge Unternehmer allerdings auch weiterhin offen für Racing-Aktivitäten bei Firmen, beispielsweise als besonderes Event auf Feiern oder als Mitarbeiter-Incentive. „Wir bringen den Menschen Spaß“, fasst Kappelt zusammen, wofür sein Konzept letztlich steht.

Parallel zu seinem Racing-Laden betreibt der Velberter einen Podcast, spricht dort – unter anderem mit prominenten Gästen – über die Motorsportszene, aber auch über Persönlichkeitsentwicklung. Nicht zuletzt spricht Marcel Kappelt vor allem junge Menschen an. „Ich möchte positive Vibes nach draußen geben“. Jugendliche und auch Kinder hingen heutzutage „fast nur noch am Handy – und das wird immer mehr“. Viele Stunden pro Tag, mehrere Tage pro Woche seien das letztlich. „Das ist sinnlos verschwendete Zeit.“ Auch im Simulator seien die Jugendlichen zwar an ein Display gebunden, allerdings „zielgerichtet“, so Kappelt. „Du konzentrierst dich, du hast eine Sache, an der du wachsen kannst“. Das könne sich positiv auf Motivation und Antrieb auswirken, ist der Velberter überzeugt. „Das ist wie beim Racing: Mach Fehler, aber lern daraus“.

Informationen, Preise und die Öffnungszeiten gibt es online unter www.rennsimulatorvermietung-velbert.de.