Der Zoll führt die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Foto: ZFA Essen
Der Zoll führt die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Foto: ZFA Essen

Düsseldorf / Essen / Kreis Mettmann. Am Dienstag, 22. September, ist es zu einem behördenübergreifenden Einsatz in Nordrhein-Westfalen gekommen, beidem Einsatzkräfte drei Gebäude durchsucht haben. Aufgedeckt wurde dabei eine „industriell betriebene Herstellungsanlage für illegale Zigaretten“ im Kreis Mettmann


Ermittler des Zollfahndungsamtes Essen wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf tätig. Bei der Strafverfolgungsbehörde in der Landeshauptstadt ist die Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten für Nordrhein-Westfalen (ZeOS NRW) ansässig.

Laut Behörden wurden drei Objekte in NRW durchsucht. Darunter befindet sich eine Produktionsstätte für illegale Zigaretten in einem Haaner Gewerbegebiet, wie der WDR gemeldet hat. „Die Maschinen der entdeckten kompletten Produktionsstraße sowie Großmengen an entsprechenden Vorprodukten wurden sichergestellt“, hieß es. Gefunden haben die Ermittler unter anderem „tonnenweise Rohtabak, Filter- und Zigarettenpapier sowie gefälschte Umverpackungen für unterschiedliche Zigarettenmarken“. Hinzu kommen über elf Tonnen Tabakfeinschnitt sowie über elf Millionen Stück bereits fertig produzierte Zigaretten verschiedener Marken. Die Behörden gehen hier von einem Steuerschaden in Höhe von etwa 3,5 Millionen Euro aus.

19 osteuropäische Staatsangehörige seien in der Halle überrascht und festgenommen worden. Die Beschuldigten wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft am 23. September dem Haftrichter beim Amtsgericht Düsseldorf vorgeführt. Gegen alle Beschuldigten wurde Untersuchungshaft angeordnet. Gegen zwei osteuropäische Hauptbeschuldigte wurden am Morgen des 22. September Haftbefehle vollstreckt, ferner wurde deren Wohnung im Großraum Wuppertal durchsucht. Bei den Durchsuchungen wurden Beweismittel sowie Bargeld in Höhe von über 50.000 Euro sichergestellt.

Am Niederrhein wurde weiterhin eine Zugmaschine als Tatmittel sichergestellt, hieß es.

Im Mai 2026 erlangte das Zollfahndungsamt Essen eigenen Angaben zufolge erste Hinweise auf eine illegale Zigarettenproduktion im Kreis Mettmann, die zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens führte. „Die anschließenden Ermittlungen ergaben, dass eine mutmaßlich osteuropäische Tätergruppierung im Kreis Mettmann eine Anlage betrieb, in welcher unter Einsatz industrieller Maschinen illegal gefälschte Markenzigaretten produziert wurden. Es besteht der Verdacht, dass seit Mai 2026 über 130 Millionen Stück unversteuerte Zigaretten hergestellt wurden und hierdurch ein Steuerschaden in Höhe von etwa 28 Millionen Euro entstanden sein könnte“.

Die Ermittlungen dauern insofern an.

Halle für kriminellen Zwecke professionell und aufwändig ausgebaut

Maschinen, Tabak und fertige Zigaretten wurden gefunden. Foto: ZFA Essen
Unter anderem Maschinen, Tabak und fertige Zigaretten wurden gefunden. Foto: ZFA Essen

„Die Halle der illegalen Zigarettenfabrik war durch die Gruppierung professionell und aufwändig für ihre kriminellen Zwecke um- und ausgebaut worden, auch um das Entdeckungsrisiko zu minimieren“, teilen die Ermittlungsbehörden mit. An dem mehrtägigen Einsatz waren etwa 350 Kräfte der Zollverwaltung, der Bundespolizei sowie des Technischen Hilfswerkes beteiligt.

Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Düsseldorf werden die Ermittlungen durch das Zollfahndungsamt Essen fortgeführt. Die 21 Beschuldigten sind der bandenmäßigen Steuerhinterziehung in großem Ausmaß sowie der gewerbsmäßigen, bandenmäßigen Steuerhehlerei verdächtig. Im Falle von Verurteilungen drohen Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.