
Wülfrath. Das 37. Kartoffelfest in Wülfrath ist am Samstagnachmittag offiziell von Bürgermeister Sebastian Schorn eröffnet worden. Dieses Jahr markiert die Open-Air-Party einen besonderen Meilenstein: die Werbegemeinschaft „Wülfrath pro“ gibt es seit fünf Jahrzehnten.
Das Kartoffelfest in Wülfrath ist längst nicht mehr die einzige Festivität, die im Veranstaltungskalender der Kalkstadt fest verankert ist: Publikumsmagnete sind ebenso der Karibische Abend und die Feierabendmärkte, aber auch der Kindertrödelmarkt. „Wülfrath pro sorgt über das ganze Jahr hinweg dafür, dass Menschen in die Innenstadt kommen, sich begegnen und gemeinsam etwas erleben. Dabei werden Handel, Gastronomie, Vereine und viele weitere Beteiligte immer wieder einbezogen“, würdigt Bürgermeister Sebastian Schorn bei der offiziellen Eröffnung des Kartoffelfests das große Engagement des Vereins. Seit 1976 und somit seit fünf Jahrzehnten ist die Werbegemeinschaft in und für Wülfrath aktiv.
Fest mit der Event-Landschaft verbunden ist das Ehrenamt. Ohne den Einsatz der Vereinsmitglieder und Helferinnen und Helfer ist an Veranstaltungen wie das Kartoffelfest nicht zu denken. Ohne das Ehrenamt ist ans Feiern nicht zu denken. Feste brauchten Planung, Zeit, Ausdauer und „Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen“, so Bürgermeister Schorn. Bei Wülfrath pro entwickle man neue Ideen, führe Bewährtes fort und bringe immer wieder viele unterschiedliche Beteiligte an einen Tisch. Was dabei oft untergeht: besonders groß ist die Mannschaft von Wülfrath pro nicht. Natalia Eckert, Dirk Herbener und Emanuele Berardi sind aktuell jenes Trio, das Wülfraths „Dauerbrenner“ unter den Veranstaltungen verantwortet. Im Hintergrund unterstützt Herbeners Ehefrau Annika. „Sie sind zwar nicht offiziell Teil des Vorstands, aber ich glaube, vielen hier ist sehr bewusst, wie viel Sie im Hintergrund mittragen, unterstützen und möglich machen“, so Wülfraths Bürgermeister.
Dass Feste mit dem Engagement stehen und fallen, weiß auch Dirk Herbener. Geht es nach ihm, dürfte der Einsatz für die großen Feste in der Kalkstadt noch weiter anwachsen, damit die Lasten fairer verteilt werden. Auch den Einzelhandel in der Stadt nimmt der Vereinsvorstand in die Pflicht: „Da wünschen wir uns mehr“, sagt Herbener. Er meint damit auch eine Beteiligung an den Kosten: „Und wenn es nur 100 Euro“ sind. Die Feste sorgten immerhin dafür, dass viele Besucher an den Festtagen auch durch die Innenstadt zögen, so Herbener.
Der Kostendruck lastet ohnehin schwer auf kleinen Vereinen, vor allem wenn es um zentrale Events geht, die fest mit dem Stadtleben verbunden sind – so wie das Kartoffelfest. Einen fünfstelligen Betrag muss Wülfrath pro aufwenden, damit überhaupt etwas passiert. „Den Bierwagen betreiben wir deshalb dieses Jahr erstmals in Eigenregie. Die Kosten müssen wir ja irgendwie reinholen“. Dabei helfen auch Sponsoren, wie Neanderenergie, die Stadt Wülfrath oder die Sparkasse.

