Der Wülfrather Niclas Kohlmetz hat einen Dart-Verein ins Leben gerufen und aktiviert nun mit weiteren Helferinnen und Helfern die lokale Szene des Sports. Foto: Volkmann
Der Wülfrather Niclas Kohlmetz hat einen Dart-Verein ins Leben gerufen und aktiviert nun mit weiteren Helferinnen und Helfern die lokale Szene des Sports. Foto: Volkmann

Wülfrath. Am Samstag, 3. Oktober, sind zum vierten Mal die „Wülfrather Open Darts Masters“ (WODM) ausgespielt worden. Was als Idee in einem heimischen Keller entstand, ist inzwischen zu einem Dart-Event geworden, das Spieler auch von außerhalb anlockt.


Am Tag der Deutschen Einheit hatten sich 32 Dartspieler und etwas Publikum im Haus der Wülfrather Rockmusiker-Gemeinschaft getroffen, um die „Open Darts Masters IV“ auszutragen. Hinter dem Turnier steckt eine beachtliche Entwicklung. „Entstanden ist das alles durch eine Schnapsidee“, sagt Organisator Niclas Kohlmetz. „Beim Bierchen trinken in meinem Keller, wo auch eine Dartscheibe hängt“. Dort sei der Grundgedanke entstanden, dass man Dart zwar als Hobby, aber eben mit einem Ziel spielen könnte. Die ersten beiden Auflagen der WODM fanden im Partyraum statt. „Da blieben einige Pfeile in der Decke hängen, weil der Keller dafür einfach nicht ausgelegt ist“, blickt Kohlmetz zurück.

Der Freundeskreis des 32-Jährigen hat das Projekt anschließend kräftig angeschoben: Pokale, Preise, offizielle Richtlinien des Dartverbandes – die Idee kam gut an. „Schon im zweiten Jahr hab ich dann gemerkt, dass der Platz nicht mehr ausreicht“. Für das Folge-Event wichen die Darter in den Theorieraum der Fahrschule Hüsgen aus. Aus dem Turnier im kleinen Kreis wuchs ein Event, das nun die örtliche Dart-Szene belebt. Bereits im vergangenen Jahr lockten die „Open Darts Masters“ rund zwei Hände voll Teilnehmer an- dieses Jahr hat sich die Riege der Aktiven rund verdreifacht. „Das ist nicht mehr nur ein Wülfrather Ding. Wir sind aus dem kompletten Kreisgbiet“, erzählt der Wülfrather, der in seiner Freizeit nicht nur Dart spielt, sondern sich auch bei der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. Rund ein Drittel der Teilnehmer komme nicht aus Wülfrath.

Dart: Sportlicher Reiz und soziales Miteinander

Über die Sozialen Medien, das Internet und die örtliche Presse streuen die, inzwischen offiziell als Verein organisierten, Wülfrather Darter die Informationen über ihre Events und das Clubleben. „Der Rest ist Mund-zu-Mund-Propaganda“, so Kohlmetz. Und offensichtlich ist die lokale Szene motiviert genug, um in Wülfrath zu spielen oder den Weg in die Kalkstadt anzutreten. Dass es klappt mit den Turnieren, ist auch der durchaus professionellen Organisation zu verdanken. Der Einsatz einer Dart-Software zur Auswertung der Spiele, ein Live-Stream und gutes Equipment sorgen für einen Rahmen, der für Turnierteilnehmer attraktiv ist. Das bestätigt Christian Scholz aus Ratingen. „Im Vergleich zu dem Turnier letztes Jahr haben die Organisatoren noch mal einen richten Sprung gemacht“. Der 46-Jährige spielt zuhause regelmäßig „in Ruhe“ über das Internet, nimmt in Wülfrath erstmals mit einem Publikum im Rücken n einem Turnier teil. „Das ist ganz anders und macht Spaß“.

Geht es nach Niclas Kohlmetz, ist auch die diesjährige Auflage nur ein weiterer Zwischenschritt gewesen. „Wir wachsen und zwar in alle Richtungen“. Neue Mitglieder hätten sich für den Verein gemeldet, zudem habe man durch das Engagement von Sponsoren auch für gute Rahmenbedingungen sorgen können. „Als Wülfrather hat man das Ziel, irgendwann mal das Paule-Haus vollzumachen“. Der Weg dahin sei zwar lang, aber „wer weiß wo es hingeht?“, freut sich der 32-Jährige. Das Geheimnis des Dartspiels sei zwar auch der sportliche Anreiz, deutlich mehr allerdings das soziale Miteinander in der Szene: „Das Zusammenkommen, Spaß haben, die festen Trainingstermine. Dass man sich trifft mit den Jungs und Mädels“, sagt Kohlmetz, hauptberuflich Sozialarbeiter. Dart sei aus der Kneipe raus und im Mainstream angekommen. „Wir bilden hier die ganze Gesellschaft ab“.

Letztlich braucht es nicht viel, um an dem Wülfrather Turnier teilzunehmen. Können gar nicht, nur Interesse. „Die größte Herausforderung dürfte sein, einen Startplatz zu ergattern“, scherzt der Cheforganisator. „Wir mussten diesmal vorzeitig den Anmeldelink von der Webseite nehmen“.

Die nächsten Schritte sind bereits geplant. Ende des Jahres findet die erste offizielle Vereinsmeisterschaft im Dart statt, anschließend beginnen die Vorbereitungen für die „Wülfrather Open Darts Masters“ in 2027.

Informationen über den Verein, eine Mitgliedschaft und die Turniere gibt es online unter: www.wodm.de.