Der Velberter Josef-Johann Famula hat einige Asiatische Hornisse eingefangen. Foto: Mathias Kehren
Der Velberter Josef-Johann Famula hat einige Asiatische Hornisse eingefangen. Foto: Mathias Kehren

Velbert. Im Bereich der Heidestraße hat Josef-Johann Famula mehrere Asiatische Hornisse gefangen. Der Velberter vermutet, dass es dort mindestens ein Nest geben muss – und warnt vor allem Kinder und Jugendliche.


Mit einem Kescher hat Josef-Johann Famula mehrere Asiatische Hornissen gefangen. Die sogenannte Vespa velutina stammt ursprüngliche als Südostasien, wurde über Waren bereits wenige Jahre nach der Jahrtausendwende zunächst nach Frankreich verschleppt – und breitet sich seitdem im europäischen Raum aus. Auch in Deutschland hat sich die Asiatische Hornisse inzwischen etabliert. Weil die Tiere seit rund zehn Jahren als invasive Art gelten, müssen Mitgliedsländer der Europäischen Union Maßnahmen ergreifen. Ein großes Problem: die Hornisse fängt unter anderem heimische Honigbienen, was letztlich Imker auch im Kreis Mettmann besorgt.

Auch Josef-Johann Famula ist Honig-Fan, sieht die Ausbreitung der Vespa velutina daher aus Konsumentensicht kritisch. „Ich möchte ja gerne weiterhin leckeren Honig haben. Die Hornisse kann ich hier nicht gebrauchen“. Kürzlich hatte der Velberter Kontakt zu einem Imker aus dem Schwarzwald. „Er hat mit erzählt, dass er sich nur wenige Tage um seine Bienen nicht kümmern konnte – und plötzlich waren zehn von elf Völkern tot“. Der Grund sei die Asiatische Hornisse gewesen. „Das ist eine Plage“, sagt Famula. Die Tiere sind in Velbert offenbar im Bereich der Heidestraße unterwegs, vermutet Josef-Johann Famula. Ein Nest hat der Velberter allerdings noch nicht entdeckt. Stattdessen möchte er dafür sensibilisieren, Sichtungen der Vespa velutina zu melden. „Die müssen hier irgendwo sein“, vermutet Famula, der darauf hinweist, dass im näheren Umkreis auch Kita-Kinder und Schüler unterwegs sind. Erkennen kann man die invasive Hornissenart vor allem an den gelben Füßen und dem schwarzen Kopf mit einer orangefarbenen Stirnfärbung.

Laut Naturschutzbund ist die Asiatische Hornisse nicht aggressiver als die Europäische Art, zumindest greife sie den Menschen nicht grundlos an. Fühlt sich die Vespa velutina allerdings bedroht, kann der Stich schmerzhaft ausfallen. Das hat auch Josef-Johann Famula erfahren müssen: Ein Tier stach ihm in die Augenbraue, eine weitere Attacke betraf den Daumen. „Ein Stich brennt wie Feuer“, sagt Famula. „Das fühlt sich an, als würde man den Finger in kochendes Wasser stecken“. Gefährlich sind derartige Stiche für jene, die allergisch auf Hornissenstiche reagieren.

Bei direkter Annäherung oder der Störung des Nestes können die Tiere in den Angriff übergehen. Weil an der Heidestraße unklar ist, ob und wo sich ein Hornissenbau befinden könnte, appelliert Josef-Johann Famula, man solle „auch mal nach oben schauen“.

Nicht zu verwechseln ist die Vespa velutina mit der Asiatischen Riesenhornisse, die seit der 2020er in den Vereinigten Staaten als „Honigbienenkillerin“ die Runde macht. Laut Naturschutzbund kommt die Vespa mandarinia weder in Deutschland noch in Europa vor. Sorgen bereitet allerdings auch die kleinere Asiatische Hornisse den heimischen Imkern, insbesondere weil deren Nester individuenreicher sind als die der Europäischen Art. Kurz gesagt: Es gibt mehr potenzielle Jäger, für die unter anderem Bienen eine Proteinquelle sind.

Sichtungen von Asiatischen Hornissen oder möglichen Nestern sollten über die offiziellen Meldewege gemeldet werden. Das Meldeportal ist online zu finden unter: kreisimkerverein-mettmann.de.

Eingesperrt in ein Gals hat Josef-Johann Famula die Hornissen mit zum Termin in der Super-Tipp-Redaktion gebracht. Foto: Mathias Kehren