Blick auf das Außengelände der Caritas-Kita in Hetterscheidt. Foto: Mathias Kehren

Heiligenhaus. In Hetterscheidt soll es weiterhin eine Kita geben. Das möchte die GfH-Fraktion (Gemeinsam für Heiligenhaus) jetzt der Verwaltung zur Prüfung auftragen. In der kommenden Ratssitzung entscheidet sich, ob die Verwaltung die Situation vor Ort neu beurteilen muss.


Vor kaum vier Wochen hat die angekündigte Schließung der einzigen Kita im Stadtteil Hetterscheidt für Aufregung gesorgt. Sehr plötzlich hatte der Caritasverband die Eltern – von denen einige erst wenige Tage zuvor ihre Kinder in der Einrichtung eingewöhnt hatten – vor vollendete Tatsachen gestellt und das Aus angekündigt. Geplant ist die Schließung nun für Juli 2028.

Wie jede Kindertagesstätte wird die Einrichtung von einem Träger verwaltet – in diesem Fall vom Caritasverband für den Kreis Mettmann. Die Stadt finanziert die Einrichtung im Normalfall komplett, indem sie die Kita-Plätze nach Belegung bezahlt. Maike Legut schloss sich nach Bekanntwerden der Schließungspläne der Einschätzung des Trägers an: Die Entwicklung der Geburtenrate und fehlende Zuzüge ließen für die nächsten Jahre darauf schließen, dass weniger Kinder angemeldet würden als mehr, erklärte die Jugenddezernentin damals gegenüber unserer Redaktion.

Der angestrebte Ausbau der lediglich zweigruppigen Einrichtung auf drei oder sogar vier Kindergruppen sei unrealistisch, betonten Träger und Jugenddezernentin damals einmütig, und führten dies als Begründung an, die Einrichtung zu schließen. Hintergrund ist, dass die verhältnismäßig kleine Kita aus Sicht des Trägers nur schwer wirtschaftlich zu betreiben sei. Zudem schlügen Personalausfälle in dem kleinen Team schnell in verkürzten Betreuungszeiten zu Buche. Außerdem lohne sich bei der Prognose keine Investition in das sanierungsbedürftige Kita-Gebäude.

GfH bezeichnet Verwaltungsarbeit als „verantwortungslos und nicht sachdienlich“

Nun regt sich Widerstand in der Politik gegen die Schließungsentscheidung. Angeführt von der GfH soll die Verwaltung beauftragt werden, eine „zeitnahe Prüfung für den Erhalt einer Kindertagesstätte im Stadtteil vorzulegen“, heißt es im Antrag, der am Mittwoch im Stadtrat behandelt wird.

„Der Träger Caritas hat einseitig und perspektivlos beschlossen, die Kindertagesstätte in Heiligenhaus aufzugeben. Damit hat sich der Träger erneut (wie bei der Kindertagesstätte Nonnenbruch) als unzuverlässiger Geschäftspartner erwiesen“, heißt es wörtlich im GfH-Antrag.

Die GfH macht auch Front gegen die Arbeit der Verwaltung: „Im Jugendhilfeausschuss gab es von Seiten der Stadtverwaltung eine ‚Nullvorlage’“, heißt es von der GfH. Das sei verantwortungslos und nicht sachdienlich. Kinder und Eltern bräuchten die Kita im Stadtteil.

Außer der eigenen Fraktion seien auch die Vertreter von WAHL, FDP, SPD und CDU im Jugendhilfeausschuss für den Prüfauftrag, informiert die GfH abschließend.

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