Der Wuppertaler Maximilian Abels möchte den Mittelstand in Niederberg für seine App-Idee begeistern. Foto: Mathias Kehren
Der Wuppertaler Maximilian Abels möchte den Mittelstand in Niederberg für seine App-Idee begeistern. Foto: Mathias Kehren

Wuppertal/Velbert. Der Wuppertal Maximilian Abels ist Gründer, Dozent und Innovator: Von seiner App-Idee möchte der 26-Jährige nun auch mittelständische Unternehmen aus Niederberg überzeugen. 


„Für ein Problem eine passende Lösung erstellen“. So pragmatisch beschreibt Maximilian Abels die grundlegende Idee der App „Shift Buddy“. Der Name deutet bereits an, worum es im Kern geht: Einsatzplanung. Die Software ist letztlich aus den Erfordernissen in dem Sicherheitsunternehmen „Nexus24 Security“ entstanden, das der 26-Jährige im vergangenen Dezember mitgegründet hat. Hier waren es die verschachtelten Arbeitsabläufe und eine Kommunikation über mehrere Kanäle, die zu dem Gedanken führten, dass man mit einer passgenauen Softwarelösung vielschichte Betriebsabläufe verschlanken kann. Das fängt bei der Auftragsplanung samt Rechtsstellung an, geht über die Stundenerfassung und endet bei der Lohnerstellung. „Nicht mehr alles in Excel zusammensuche, nicht mehr an jeden einzelnen Mitarbeiter eine E-Mail schreiben, dass sie noch ihre Stunden melden müssen“, so Abels. „Man wird im Endeffekt von einem Sachbearbeiter zu einem Prüfer“.

Der Wuppertaler stellt zugleich klar, dass die App-Lösung nicht gedacht ist, um Stellen abzuschaffen. „Die Mitarbeiter müssen ihr Wissen trotzdem einsetzen, beispielsweise im kaufmännischen Bereich. Stimmt es, was die App an Daten ausspuckt?“ Mitarbeiter würden nicht ersetzt, aber sie könnten ihre Arbeitszeit effizienter nutzen. Das wiederum schaffe neue Ressource, zeitlich wie finanziell – „und mehr Lebensqualität für die Angestellten“, so Abels. Er spricht von einem „Synergieeffekt“, den individuelle KI-Lösungen erzeugen.  Seit Oktober entwickelt der 26-Jährige die „Shift Buddy“-Software im Akzelerator des Wuppertaler Technologiezentrums. Nebenher ist Abel als Dozent in der Erwachsenenbildung tätig, referiert unter anderem über Künstliche Intelligenz und Datenschutz.

E-Sport bis zum Umdenken

Die Karriere des ausgebildeten Kaufmanns für Versicherungen und Finanzen und  Wirtschaftsfachwirt hat allerdings mit einem besonderen Schritt begonnen. „Ich habe schon früh gemerkt, dass das Tippen am PC viel Spaß gemacht hat“. Der Weg zum Gaming und dann wiederum zum E-Sport war von dort nicht mehr weit. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Abels. Das Spiel seiner Wahl: „League of Legends“. Die „Multiplayer Online Battle Arena“ – kurz MOBA – wird weltweit von rund 120 Millionen Menschen gespielt, wodurch der Titel zu den populärsten PC-Spielen der Welt gehört. Die Szene wurde aufmerksam auf das Talent. „Ich habe irgendwann ein Angebot bekommen, habe dann in Portugal und Spanien gelebt.“ Dort begann die E-Sport-Karriere.

Bei seinen Eltern löste das keine Begeisterungsstürme aus. „Die erste Gehaltsabrechnung hat sie dann umgestimmt“, blickt Abels zurück. E-Sport sei erst dann als „richtiger Job“ wahrgenommen worden. „Und ich habe deutlich mehr verdient als in meinem Ausbildungsberuf“, sagt Abels. Als er seinen Einsatz mit einem Ligaaufstieg krönen konnte, ließen weitere Erfolge nicht lange auf sich warten. „Erst dann habe ich das erste hauptberufliche Angebot aus Deutschland erhalten“, sagt der Wuppertaler. Ein namhafter Sponsor unterstütze sein Team. So gut wie zuvor in Südeuropa sollte es aber nicht mehr laufen.

Das E-Sportler-Leben forderte letztlich einen Tribut: „Dieser extreme Leistungsdruck macht etwas mit Dir. Und mit deinem Körper“, so Abels. Sechs bis acht Stunden Teamtraining täglich; davon und danach habe er noch alleine spielen müssen. „Du musst einfach ständig besser werden, weil auch die anderen Spieler sich weiterentwickeln. Das ist hart“. Eine Myokarditis, eine Herzmuskelentzündung, brachte den damaligen E-Sport-Profi auf die Krankenstation. „Ausgelöst durch Stress“, sagt Maximilian Abels. Er habe dann eine bewusste Entscheidung treffen müssen, trotz seiner „Liebe zum Spielen, zum Spiel und zum E-Sport“.

Für das Happy-End der Karrieregeschichte hat der junge Gründer inzwischen selbst gesorgt. „Ich habe mich gefragt, auf welchen Wegen ich meine Stärken noch einsetzen kann“, so Abels. Gemeinsam mit einem Freunde habe er dann die Sicherheitsfirma ins Leben gerufen und hieraus wiederum die App entwickelt. Inzwischen streckt Maximilian Abels auch die Fühler in der Region aus. Auch in Niederberg gebe es Handwerker, Dienstleister oder Service-Unternehmen, „typische Mittelständler“, welche das Tool nutzen könnten. „Wir verstehen uns als lokales Produkt“, sagt der Wuppertaler.

Eine Demo ohne Anmeldung gibt es unter getshiftbuddy.app.