„Leuchtendes Beispiel“: Markierungen am Kreisverkehr Hammerstein. Foto: Kling

Wülfrath. Im September ist eine Fußgängerin nach einem Unfall am Kreisverkehr Düsseler Straße ums Leben gekommen. Im März starb ein Fahrradfahrer nach einem Unfall an der Kreuzung Tönisheider Straße auf dem Panorama-Radweg. Wie kann die Stadt mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer schaffen?


Im Fall des Kreisverkehrs Düsseler Straße/Lindenstraße hat die Wählergemeinschaft Wülfrather Gruppe jetzt einen Vorschlag. Es soll geprüft werden, ob gekennzeichnete Fußgängerüberwege eingerichtet werden können. Die Stadtverwaltung soll dazu Kontakt mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW aufnehmen, der für die Verkehrsregelungen an der Landstraße L 422 zuständig ist.

Um die Sicherheit von Radfahrern geht es einer Gruppe, die sich „Fahrradfreunde Wülfrath“ nennt. Ihr gehören Radfahrer aus den Reihen von CDU, SPD und Grünen sowie fahrradbegeisterte Bürger an.

Ein „leuchtendes Beispiel“ für mehr Sicherheit sind aus Sicht der Fahrradfreunde die roten Markierungen, die Straßen.NRW im Bereich des Kreisverkehrs Hammerstein angebracht hat. Bei einem Treffen mit Fachleuten aus der Stadtverwaltung haben die Fahrradfreunde jetzt ihre Ideen eingebracht.

Dazu gehören sichere und miteinander verknüpfte Radverkehrsachsen, etwa entlang der Düsseler, Linden- und Mettmanner Straße oder auf der Strecke zwischen Rohdenhaus und Innenstadt. Die Fahrradfreunde legten Fotos vor und zeigten Mängel auf, beispielsweise bei der Beschilderung. Bei dem Treffen habe große Übereinstimmung darüber geherrscht, dass der Fuß- und Radverkehr in Wülfrath verbessert werden müsse und könne, berichtet die Gruppe.

Im Detail habe es zwischen Fachverwaltung und Initiative jedoch unterschiedliche Bewertungen gegeben, sowohl hinsichtlich der Geschwindigkeit der Umsetzung als auch bei verkehrsrechtlichen Fragen. So müsse beispielsweise ein gemeinsamer Fuß- und Radweg ausreichend breit sein, damit er für beide Gruppen sicher sei.

Ob es weitere „leuchtende Beispiele“ wie am Kreisverkehr Hammerstein geben wird, soll nun geprüft werden. Nach dem Unfall am Panorama-Radweg im März hatte die Verwaltung neue Schilder an der Tönisheider Straße angebracht, die auf beiden Seiten auf den Radweg hinweisen. An Kreuzungen wie dieser könnten rote Markierungen noch deutlicher machen, dass dort ein vielbefahrener Radweg kreuzt.

Die Fahrradfreunde berichten, dass die Fachverwaltung wegen Personalmangels bei der Fahrradinfrastruktur nicht so weit sei, wie sie es sich für Wülfrath wünsche. Zugleich sieht die Gruppe viel Potenzial für mehr Sicherheit beim Radverkehr.

Dazu ein Kommentar:

In Ratingen gibt es an der Düsseldorfer Straße einen Radweg auf dem Bürgersteig. Und eine Engstelle, an der Fußgänger und Radfahrer nur aneinander vorbeikommen, wenn sie Rücksicht nehmen. Potzblitz! Das geht! Wenn man nur will.

Dass es im Wülfrather Rathaus an Personal fehlt, ist in vielfacher Hinsicht ärgerlich und bedauerlich. So geht es auch bei der Modernisierung des Verkehrs hin zu mehr Fahrradfreundlichkeit nicht voran. Das führt dazu, dass Radfahrende die Wahl haben, über viel befahrene Straßen zu fahren oder verbotenerweise einen Bürgersteig zu nutzen, wie tagtäglich an der Wilhelmstraße zwischen Diek und Düsseler Straße zu sehen ist.

Der Bürgersteig ist breit genug, um ihn für Radfahrer freizugeben. Es gibt nur zur Düsseler Straße hin eine Engstelle. Aber wenn man will …

Es wäre unglaublich viel schnell umzusetzen. Aber dafür braucht man nicht nur mehr Personal, sondern auch den Willen.

Die Situation auf der Tönisheider Straße: Für Autofahrer ist nicht zu erkennen, dass sie auf einen
vielbefahrenen Radweg zusteuern. Nur die zwei Schilder links und rechts weisen darauf hin. Foto: Kling