Lutz Küster, Gerhard Kroll, Frank Jakob und Nicolino Coluccia treffen sich einmal pro Woche zum Skat spielen. Foto: Volkmann
Lutz Küster, Gerhard Kroll, Frank Jakob und Nicolino Coluccia treffen sich einmal pro Woche zum Skat spielen. Foto: Volkmann

Velbert. Im Jahr 1956 ist der Skat-Club „Herz Sieben“ an den Start gegangen. Sieben Jahrzehnte später gibt es den Verein noch immer – vier Velberter halten die Tradition am Leben. 


„Das ist ein Stück Kneipenkultur“, freut sich Frank Jakob, der den 1956 gegründeten Skatverein gemeinsam mit Lutz Küster, Gerhard Kroll und Nicolino Coluccia aufrecht erhält. Jeden Dienstag von 19 bis 21 Uhr kommen die vier Männer in der Gaststätte „Inside“ in Tönisheide zusammen, um Karten zu spielen. Von dem lebhaften Kneipengeschehen aus vergangenen Jahrzehnten ist wenig geblieben. Aber wenn das Velberter Quartett die Skatkarten auf den Tisch schlägt, ist etwas zu spüren aus früheren Zeiten, in denen Rauchschwaden in den Gaststätten waberten, die Spielautomaten blinkten und Menschen sich bei einem Feierabendbier angeregt unterhielten.

Junge Leute zieht es heutzutage selten in die Gaststätten. „Unser jüngster Gast ist 35“, sagt Inside-Wirt Apostolos Liabotis. „Aber nach oben hin ist die Grenze offen“.

„Wir halten die Fahne hoch. Der Dienstagabend ist uns heilig“, sagt Frank Jakob. Das Freizeitleben hat sich verschoben: Raus aus dem öffentlichen Raum, hinein ins Private. Das liege nicht zuletzt an den längeren Arbeitszeiten, wie alle vier Skatspieler betonen. Als Rentner haben das für Lutz Küster, Gerhard Kroll und Frank Jakob selten ein Terminproblem, einzig „Nesthäkchen“ Nicolino Coluccia – der zuvor sogar in einer Skat-Liga gespielt hat – muss passen, wenn sein Job als stellvertretender Filialleiter im Einzelhandel ihn zeitlich zu sehr fordert: „Manchmal muss ich dienstags bis spät abends arbeiten, dann komme ich erst um 21 Uhr aus dem Laden“. Die anderen träfen sich dann trotzdem. „So richtig schön ist es aber zu viert“, sagt Lutz Küster, der in der Skatrunde erst seit knapp zwei Jahren dabei ist. Dennoch habe sich zu allen eine echte Freundschaft entwickelt. Besonders dicke sind Küster und Jakob, die sich seit der Schulzeit kennen. „Wir haben schon als Jungs Skat gespielt“, blickt Küster zurück.

Dass Jakob, Küster, Kroll und Coluccia sich auch heute noch in der Kneipe und nicht im heimischen Wohnzimmer oder gar Partykeller treffen, hat einen Grund: „Wir wollen die Tradition bewahren – und wir unterstützen auch unseren lokalen Wirt“, sagt Frank Jakob.  Mehr als sechs Vereinsmitglieder habe es in den vergangenen sieben Jahrzehnten nicht gegeben und die vier Aktiven täten alles, um den Skat-Tag nicht zu verpassen. “

Langweilig würden die Skatrunden auch nach Jahrzehnten nicht, sagen alle Vier. „Das Gemeinsame, unsere Treffen und die Emotionen sind toll“, fasst Gerhard Kroll zusammen. Seit rund 20 Jahren ist er einer von den „Herz Sieben“. Was einen guten Skatspieler ausmache?  „Üben, üben, üben“, sagt Frank Jakob. „Das ist ein Lernprozess“, ergänzt Lutz Küster. Und Nicolino Coluccia fügt an: „Man muss die Trümpfe nachhalten“. „Ein gutes Gedächtnis hilft auf jeden Fall“, so Gerhard Kroll.

In einem Büchlein hält Frank Jakob die Spielergebnisse handschriftlich fest – bis 1997 reichen die Einträge bereits zurück. Und zweimal im Jahr tragen die vier Velberter sogar ein vereinsinternes Turnier aus, um zu bestimmen, wer den Wanderpokal mit nach Hause nehmen darf. Auch in der kleinen Runde freue man sich darüber, zu gewinnen, stellt Gerhard Kroll klar. „Wenn man schon einen Pokal holen kann, dann will man das auch“. Aus der Vereinskasse bezahlen die Velberter dann ihre Skat-Touren. „Zuletzt waren wir im Boppard“, sagt Küster. Die Stadt im Mittelrheintal kam als Reiseziel bei allen gut an, ansonsten zieht es die Gruppe auch gern an die Mosel. „Wichtige Voraussetzung: Es muss vor Ort gute Kneipen geben“, sagt Frank Jakob. Dort packen die Velberter dann ihr Kartendeck aus. „Und dann werden harte Runden gespielt“.