Der Neandertaler hat jetzt eine eigene Playmobil-Figur. Foto: Neanderthal-Museum
Der Neandertaler hat jetzt eine eigene Playmobil-Figur. Foto: Neanderthal-Museum

Kreis Mettmann. Vor 170 Jahren schrieb er Wissenschaftsgeschichte. Jetzt wird er zur Kultfigur im Miniaturformat: Der weltberühmte Fund aus dem Neandertal bekommt erstmals seine eigene Playmobil-Figur.


Gemeinsam mit Playmobil hat das Neanderthal-Museum eine exklusive Jubiläumsedition entwickelt, die Urgeschichte, Wissenschaft und Spielzeugkult miteinander verbindet. Und diese Figur hat es in sich: Von den markanten Augenbrauen bis zu einer Verletzung aus der Steinzeit steckt in dem kleinen Neanderthaler erstaunlich viel echte Forschung.

Sein Name: „Mr. N“. Sein Vorbild: einer der bedeutendsten Fossilfunde der Menschheitsgeschichte. Als Arbeiter 1856 bei Kalksteinarbeiten im heutigen Neandertal auf seine Knochen stießen, ahnte niemand, dass dieser Fund unser Verständnis vom Menschsein grundlegend verändern würde. Heute ist Neandertal 1 weltweit bekannt und Namensgeber einer ganzen Menschenform.

Nun erhält der berühmte Urzeitbewohner seinen großen Auftritt im Kleinformat. Vorbild ist die lebensgroße Rekonstruktion „Mr. N“, die im Neanderthal Museum zu sehen ist. Für die Jubiläumsedition wurden eigens neue Details entwickelt, die den unverwechselbaren Neanderthaler in die typische Playmobil-Welt übersetzen.

Eine 40.000 Jahre alte Verletzung zum Anfassen

Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Playmobil-Figur aussieht, birgt eine außergewöhnliche Geschichte: Mr. N hat zwei unterschiedlich kräftige Arme. Während sein rechter Arm muskulös ist, fällt der linke deutlich schmaler aus und weist sichtbare Narben auf.

„Die Knochen unseres Neanderthalers erzählen eine spannende Geschichte: Vor rund 40.000 Jahren erlitt er eine schwere Verletzung am linken Ellenbogen. Der Bruch verheilte zwar, führte aber vermutlich dazu, dass er seinen linken Arm weniger belastete. Deshalb war die Muskulatur auf dieser Seite deutlich schwächer ausgeprägt“, erklärt Dustin Welper, Ausstellungs- und Forschungsleiter des Neanderthal Museums.

Ein Detail, das die neue Playmobil-Figur bewusst aufgreift. Damit wird aus einem winzigen Spielzeugarm ein faszinierender Einblick in das Leben eines Menschen aus der Steinzeit.

Auch das beliebte Mammut Tinka, Maskottchen des Neanderthal Museums, bekommt seinen Auftritt in der exklusiven Edition. Das Mammut, das Besucherinnen und Besucher bereits als Rekonstruktion aus der Ausstellung kennen, erscheint als Playmobil-Figur erstmals in einer hellbraunen Farbgebung.

Exklusiv zum Jubiläum

Die Playmobil-Jubiläumsedition ist eine besondere Hommage an gleich zwei Geburtstage: 170 Jahre Neanderthaler-Fund und 30 Jahre Neanderthal-Museum.

Am 10. Oktober 1996 öffnete das Museum seine Türen. Drei Jahrzehnte später zählt der Fund von 1856 noch immer zu den wichtigsten Zeugnissen der menschlichen Evolution. Zum Jubiläum wurden mehrere Bereiche der Dauerausstellung neugestaltet, darunter die Inszenierung der historischen Entdeckung.

Mit der neuen Playmobil-Figur holt das Museum ein Stück dieser außergewöhnlichen Geschichte nach Hause.

Für Sammlerinnen und Sammler hält die Edition weitere Besonderheiten bereit: Die charakteristischen Überaugenwülste des Neandertalers wurden eigens neu entwickelt. Hinzu kommen eine erstmals schwarze Adlerfeder, ein Fellkragen in neuer Farbgebung und eine markante Brustbehaarung.

Ein zweisprachiges Begleitheft erzählt außerdem die Geschichte des berühmten Fossilfundes, von seiner Entdeckung 1856 über die wissenschaftliche Erforschung bis zum heutigen Erlebnisturm Höhlenblick am historischen Fundort.

Die exklusive Jubiläumsedition ist vorerst ausschließlich im Neanderthal-Museum in Mettmann und über den museumseigenen Onlineshop erhältlich.

Passend dazu eröffnet am 21. November 2026 die neue Sonderausstellung „Playmobil– Zeitreise Neandertal“ von Diorama Artist Oliver Schaffer. Sie lädt zu einer außergewöhnlichen Reise durch die Geschichte des Neandertals ein, von der Steinzeit bis in die Zukunft.