Kreis Mettmann. Ablenkungen gibt es im Straßenverkehr viele. Oft unterschätzen Autofahrer, was ein kurzer Blick zum Beispiel auf ein Display anrichten kann. Im Kreis Mettmann liegt das Ausmaß der Ablenkungsfaktoren auf dem Niveau einer Großstadt.
Die Versicherung „DA Direkt“ hat in einer Studie ermittelt, welche Gefahren im Straßenverkehr lauern und wodurch Autofahrer sich besonders häufig ablenken lassen. Eine zentrale Erkenntnis: „Was im Alltag häufig ablenkt und was als größte Gefahr wahrgenommen wird, liegt teilweise weit auseinander“, so die DA Direkt. Besonders häufig werden demnach Gespräche mit Mitfahrenden geführt: 73,5 Prozent der Verkehrsteilnehmer führen gelegentlich intensive Gespräche, aber nur rund sechs Prozent sehen darin auch die größte Ablenkungsgefahr. Tatsächlich ist das Smartphone das größte Ablenkungsrisiko – 51,2 Prozent der Fahrer schätzen die Handynutzung als besonders riskant ein. Wer mit Augen und Händen auf dem Display unterwegs ist, verlagert die Aufmerksamkeit von der Straße weg. Das birgt ein erhebliches Unfallpotenzial. „Bei 50 km/h legt ein Auto in drei Sekunden bereits rund 42 Meter zurück. So weit fährt das Fahrzeug weiter, während der Blick nur kurz auf einem Bildschirm liegt“, erklärt die DA Direkt.
Was Autofahrerinnen und Autofahrer sonst außerhalb des Fahrzeugs entdecken, kann ebenfalls für Ablenkungen sorgen: Häufig genannt wurde hier schöne Landschaften (40,5 Prozent), gefolgt von auffälligen Passanten (34,8 Prozent) und Sehenswürdigkeiten (30,8 Prozent). Aber auch auffällige Autos oder Werbung am Straßenrand können Ablenkungsfaktoren sein.
„Viele Ablenkungen wirken harmlos, weil sie alltäglich sind“, erklärt Silvia Künnemann, Leiterin Product & Customer Experience bei DA Direkt. „Doch Aufmerksamkeit kennt keine Prioritäten. Schon wenige Sekunden, in denen der Blick oder die Gedanken nicht auf das Verkehrsgeschehen gerichtet sind, können zu einer kritischen Situation führen.“
Fast jeder zweite Autofahrer gab in der Umfrage an, zu erkennen, wenn Ablenkung gefährlich wird. Rund ein Drittel der befragten erklärt, kurze Ablenkungen „im Griff“ zu haben. Gleichzeitig haben 58 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Fehler durch Ablenkung bemerkt.
In schlimmen Fällen kommt es zu Schäden: Rund 3,5 Prozent der befragten Verkehrsteilnehmer gab an, wegen einer Ablenkung bereits in einen Unfall verwickelt gewesen zu sein. Bei weiteren rund 7,5 Prozent kam es zu Beinahe-Zusammenstößen. Besonders häufig fuhren die Fahrzeuge an den Ampeln zu spät los (25,3 Prozent) oder bremsten zu spät (21 Prozent).
Verkehrsteilnehmer sehen in 53,1 Prozent der Fälle die Schuld bei anderen, wenn es zu Unfällen oder gefährlichen Situationen gekommen ist.
Wo Ablenkungsfaktoren lauern, ist örtlich unterschiedlich. Auch das hat die DA Direkt ermittelt und die Daten in einem Index festgehalten. Der Kreis Mettmann liegt demnach mit einer Indexzahl von 17 auf dem Niveau der Landeshauptstadt Düsseldorf und nur knapp unter Städten wie Essen, Duisburg ider gar Berlin.


