Dr. Volker Reissner und die Veranstalterinnen vom sozialpsychiatrischen Dienst und von der regionalen Schulberatung. Foto: Kreis Mettmann
Dr. Volker Reissner und die Veranstalterinnen vom sozialpsychiatrischen Dienst und von der regionalen Schulberatung. Foto: Kreis Mettmann

Kreis Mettmann. Angststörungen, Depressionen und ADHS sind drei der häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Sie wirken sich auch auf den Schulalltag aus und pädagogische Fachkräfte sind häufig die Ersten, die Veränderungen im Verhalten oder in der Leistung einer Schülerin oder eines Schülers bemerken.


Tatsächlich sehen sich immer mehr Lehrkräfte mit psychischen Auffälligkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler konfrontiert, was die Notwendigkeit einer intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema unterstreicht.

Zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Stark im Klassenzimmer – psychische Gesundheit verstehen und unterstützen“ kamen jetzt erstmalig pädagogische Fachkräfte der weiterführenden Schulen im Kreis Mettmann im Mettmanner Kreishaus zusammen, um sich über dieses zunehmend relevante Thema auszutauschen. Eingeladen hatte der Sozialpsychiatrische Dienst des Kreisgesundheitsamtes in Kooperation mit der Regionalen Schulberatungsstelle im Amt für Schule und Bildung des Kreises.

Die Veranstaltung begann mit einem Vortrag von Dr. Volker Reissner in seiner Funktion als Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LVR-Klinikums Düsseldorf. An den Vortrag schloss sich ein Workshop an, der insbesondere praxisorientierte Ansätze zur Prävention und Intervention in Schulen in den Mittelpunkt stellte und den Teilnehmenden die Möglichkeit zum offenen Erfahrungsaustausch bot. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch die Vorstellung psychosozialer Unterstützungsstrukturen und Anlaufstellen im Kreis Mettmann.

Ein Ergebnis des Austauschs war, dass eine offene, transparente und regelmäßige Kommunikation zwischen allen Beteiligten unerlässlich ist, um ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, in dem die pädagogischen Fachkräfte die Schülerinnen und Schüler im Schulkontext begleiten und unterstützen können. Dabei geht es auch um die Erleichterung von Integration und den Abbau von Vorurteilen.

Deutlich wurde aber auch, dass Schulen aufgrund der steigenden Anzahl psychischer Auffälligkeiten und des Personalmangels zunehmend vor Herausforderungen im Umgang mit dieser Thematik stehen.

Aus diesem Grund ist die Weitervermittlung an Fachpersonal oder Institutionen für weiterführende Unterstützungsangebote in enger Kooperation mit den Erziehungsberechtigten unumgänglich, um ein individuelles Unterstützungsnetzwerk für die betroffenen Schülerinnen und Schüler aufbauen zu können.

Einig waren sich die pädagogischen Fachkräfte darüber, dass Schulen ein Umfeld schaffen müssen, in dem psychische Gesundheit ernst genommen wird und Schülerinnen und Schüler die Unterstützung erhalten, die sie benötigen. Betont wurde aber auch, dass die Verantwortung für die Unterstützung der Schüler nicht allein bei den Schulen liegt, sondern von den Erziehungsberechtigten, den Fachkräften und der Gesellschaft gemeinsam getragen werden muss.