Düsseldorf. Der Verwaltungsrat bekräftigt das Ziel, moderne KI-gestützte Videoanalyse zur Verbesserung der Sicherheit von Fahrgästen und Beschäftigten sowie zum Schutz der kritischen Infrastruktur im öffentlichen Personennahverkehr verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. So lautet ein Antrag, der CDU-Fraktion in der Verbandsversammlung des Zweckverbandes VRR.
„Der öffentliche Personennahverkehr gehört zur kritischen Infrastruktur unseres Landes. Seine Sicherheit und Funktionsfähigkeit sind wesentliche Voraussetzungen für eine verlässliche Mobilität, das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste sowie die Resilienz unserer Region“, heißt es in der Begründung. Die rasanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz eröffneten neue Möglichkeiten, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen und Sicherheitskräfte gezielt zu unterstützen.
„Moderne KI-gestützte Videoanalysesysteme sind inzwischen in der Lage, sicherheitsrelevante Ereignisse wie körperliche Auseinandersetzungen, Belästigungen, Bedrohungen, den Einsatz von Waffen oder andere Gefahrensituationen in Echtzeit zuverlässig zu erkennen. Die derzeit laufenden Pilotprojekte bei der DSW21 Dortmund und der Rheinbahn Düsseldorf bieten die Chance, diese Technologien unter Praxisbedingungen zu bewerten und Erkenntnisse für den gesamten VRR zu gewinnen. Ein besonderes Potenzial liegt in der Verknüpfung der Systeme mit den Leitstellen der
Verkehrsunternehmen. KI-gestützte Videoanalyse ermöglicht nicht nur die spätere Auswertung von Vorfällen, sondern vor allem die frühzeitige Erkennung von Gefahrensituationen in Echtzeit. Dadurch können Sicherheitskräfte schneller alarmiert, Hilfe gezielter organisiert und Eskalationen verhindert werden. Ergänzende Lautsprecherdurchsagen können betroffene Fahrgäste unmittelbar informieren und gleichzeitig deeskalierend wirken. Erfahrungen mit dem Einsatz von Bodycams zeigen, dass der Hinweis auf eine beweissichernde Dokumentation häufig bereits konfliktmindernd wirkt“.
Die Videoanalyse solle keine Sicherheitskräfte ersetzen, sondern diese unterstützen. Gefahrensituationen sollen schneller erkannt, Einsatzkräfte gezielter eingesetzt und
Reaktionszeiten verkürzt werden. Im dem Antrag heißt es hierzu weiter: „Moderne Technik und qualifiziertes Personal ergänzen sich und bilden gemeinsam einen wesentlichen Baustein für mehr Sicherheit im öffentlichen Personennahverkehr. Darüber hinaus bietet KI-gestützte Videoanalyse erhebliche Potenziale zum Schutz der kritischen Infrastruktur. Graffiti, Vandalismus und sonstige Sachbeschädigungen verursachen jährlich erhebliche Kosten und beeinträchtigen die Verfügbarkeit von Fahrzeugen und Betriebsanlagen. Eine frühzeitige Erkennung solcher Straftaten kann dazu beitragen, Schäden zu verhindern, öffentliche Investitionen zu schützen und die Betriebsqualität nachhaltig zu verbessern. Die künstliche Intelligenz entwickelt sich mit hoher Geschwindigkeit. Der öffentliche Personennahverkehr sollte diese Entwicklung verantwortungsvoll nutzen, um die Sicherheit von Fahrgästen und Beschäftigten weiter zu erhöhen, die kritische Infrastruktur wirksam zu schützen und die vorhandenen technischen Möglichkeiten im Interesse eines leistungsfähigen und sicheren Nahverkehrs konsequent weiterzuentwickeln.“


