Der Musiker "Chickenbone John" reist aus England an. Foto: Veranstalter
Der Musiker "Chickenbone John" reist aus England an. Foto: Veranstalter

Mettmann. Am 11. September steht mit der Rückkehr von „Chickenbone John“ ein nächstes musikalisches Highlight im AWO-Treff ins Haus. Hans Duncker und Ben Pieker blicken als Veranstalter und Organisator entspannt auf das Konzert, auch wenn es noch einige Tickets gibt.


„Die Nachfrage ist bisher nicht so groß wie bei manch anderen Konzerten beispielsweise mit Bad Temper Joe oder dem Chris Kramer Duo, aber wir sind zuversichtlich, dass sich bis zum 11. September noch etwas tun wird.“ – so Pieker, der neben dem lokalen Vorverkauf im AWO-Treff auch einen Online-Vorverkauf per Mail (info@bepevents.de) anbietet. „Einen Mann wie Chickenbone John erlebt man nicht alle Tage in Mettmann und die Tatsache, dass er extra für den Auftritt bei uns aus England anreist, wird mit Sicherheit noch ein paar Leute anlocken.“

Und in der Tat ist es so, dass der Brite aus Birmingham das letzte Mal 2019 – damals
noch im Wyndham Garden Hotel – in Mettmann aufgetreten ist. Sieben Jahre Pause sind eine lange Zeit und viele seiner Fans in Mettmann haben sich regelmäßig erkundigt, wann der „Godfather of Cigar Box Guitars“ noch einmal vorbeischauen würde. Allerdings geht es bei „Live Music is better“ und der AWO Schlag auf Schlag. Knapp fünf Wochen später verirrt sich ein Duo in unsere Stadt, das man wohl eher auf der großen Bühne des Bluesfestivals im KHG hätte erwarten dürfen. Mit Guy Verlinde kommt einer der erfolgreichsten und bekanntesten Blues-Artists Belgien in die AWO und bringt mit Pianist Tom Eylenbosch sogar noch Verstärkung mit. Künstler mit einem solchen Renommee in die AWO zu locken ist wahrlich ein Paukenschlag.

„Wir sind verdammt stolz, dass wir mit unseren begrenzten Mitteln solche Künstler in unseren Räumlichkeiten beheimaten dürfen und so den vielen Bluesfans in Mettmann und Umgebung wieder ein Highlight mehr anbieten können.“ – sagt Hans Duncker, der gemeinsam mit seiner Frau und seiner Tochter regelmäßig für das gemütliche Ambiente im Treff der Arbeiterwohlfahrt sorgt. Der Coup die beiden belgischen Blues-Stars in die Kreisstadt zu holen, ist allerdings auch nicht unbemerkt geblieben. Während ein paar Tickets für Chickenbone John noch auf einen Abnehmer warten, trudeln bereits fleißig Bestellungen für das Konzert im Oktober ein. Ben Pieker zeigt sich über diesen Umstand positiv überrascht: „Es ist ungewöhnlich, dass schon so viele Menschen Tickets für unser übernächstes Konzert bestellen, weil unser Stammpublikum sich eigentlich von Event zu Event hangelt, aber es scheinen bisher größtenteils eingefleischte Fans von Guy und Tom zu sein, die über deren Homepage auf den Auftritt aufmerksam geworden sind. Das Interesse an den beiden Blues-Granden freut uns natürlich, aber wir hoffen trotzdem auch, dass wir bei
Chickenbone John die Bude noch voll bekommen.“

Zukunftspläne stehen bereits

Das letzte geplante musikalische Highlight im AWO-Treff in diesem Jahr steht hingegen auf etwas wackligen Füßen. Angedacht ist, dass das niederländische Blues-Duo „SmalWater“ aus Arnheim am 6. November nach Mettmann kommen soll.

Allerdings hat sich Gitarrist und Sänger Matthijs Smal kürzlich schwer an der Hand verletzt, sodass er alle aktuellen Auftritte absagen musste. Er ist zuversichtlich, dass er im Laufe des Oktobers wieder zu alter Stärke findet, aber knapp wird die rechtzeitige Genesung allemal. Smal und Pieker haben sich dahingehend geeinigt, dass sie implizieren, dass das Konzert stattfinden kann und sie erst einmal alles normal weiterlaufen lassen.

Sollte sich herauskristallisieren, dass der Termin für „SmalWater“ zu früh kommt, will man allerdings rechtzeitig über die Absage informieren. Alle potenziellen Besucher, die sich bereits Tickets besorgt haben oder dies noch vorhaben, können beruhigt sein: sollte es zu einer Absage kommen, werden alle gekauften Tickets erstattet. Für diesen Fall gibt es allerdings auch schon einen Alternativplan. Anfang nächstes Jahr soll mit Esk-Esque eigentlich ein weiteres niederländisches Duo den AWO-Treff unsicher machen. „Esk-Esque“ und „SmalWater“ sind gut befreundet und haben bereits auf diversen Veranstaltungen gemeinsam gespielt. So gehen sie im Sommer 2027 auch gemeinsam auf Tour.

Die Terminfindung für Esk-Esque wurde daher erst einmal auf Eis gelegt, bis man weiß, ob der Auftritt von SmalWater im November stattfinden kann. Sollte es zu einer Absage kommen, würden die vier Niederländer zu einem gemeinsamen Auftritt im Sommer tendieren und Esk-Esque würden auf ihre Perfomance Anfang nächsten Jahres verzichten. Aber auch so laufen die Planungen für das Konzertjahr 2027 in der AWO bereits auf Hochtouren. Mit dem Blues- & Bluegrass-Virtuosen Sherman Potatoe wurde bereits ein Termin im September 2027 ausgemacht und Ben Pieker hat mit Acts wie Van Tastik (USA), den Marble Tones (NL), Phil Seeboth (DE) oder Big Creek Slim (DK) & Roger C. Wade (UK) noch viele weitere Highlights in der Pipeline, die händeringend darauf warten, dass ein gemeinsamer Termin für ein Konzert in Mettmann gefunden werden kann.

Für das treue Publikum der Blueskonzerte in der AWO heißt das, dass auch sie
entspannt in die Zukunft schauen können und ihren Beitrag zum Erhalt der Konzertreihe leisten können, indem sie jede mögliche Veranstaltung besuchen und unterstützen.

Pieker hofft dabei auf den Effekt, dass nicht nur die großen Namen ein breites Publikum ansprechen, sondern auch in Mettmann bisher unbekanntere Künstler: „Wir konnten beobachten, dass die Clubkonzerte in der AWO extrem gefragt waren, wenn dort große Namen aufgetreten sind. Im kommenden Jahr versuchen wir auch wieder vielen Künstlern eine Bühne zu bieten, die bisher in Mettmann noch nicht so bekannt sind und hoffen, dass auch diesen Musikern eine Chance vom Publikum gegeben wird. Bei vielen Veranstaltungen ist es leider so, dass die Menschen nur kommen, wenn bekannte Gesichter von den Plakaten lächeln. Wir wollen aber auch für Vielfalt und die kleinen Künstler stehen, weil diese kein Stückchen weniger Talent oder Blues im Blut haben als die Stars der Szene.“ – Nur so ist vielleicht auf die Zukunft des Bluesfestival zu gewährleisten, indem man immer mal etwas Neuem eine Chance gibt.