Wasser tropft in einen Topf. Foto: pixabay
Wasser tropft in einen Topf. Foto: pixabay

Mettmann. Bei Beprobungen des Trinkwassers, die regelmäßig in den städtischen Kitas durchgeführt werden, ist im Frühjahr ein erhöhter Legionellenwert in der Kita Rheinstraße festgestellt worden. Die Stadtverwaltung erklärt sich nun zu den Geschehnissen. 

Die Stadt Mettmann habe  das Kreisgesundheitsamt informiert und Filter auf die Wasserhähne setzen lassen. Für die Einschätzung der Gefährdung gebe es genaue gesetzliche Vorgaben. Diese habe die Stadt „durch die Filter mehr als erfüllt“, was vom Kreisgesundheitsamt überwacht und bestätigt worden sei.

Aus dem Rathaus hieß es nun: „Dass diese Informationen nicht sofort an die Eltern weitergeleitet wurden, bedauert die Stadt und hatte sich dafür bei den Eltern in einem Schreiben entschuldigt. In den Sommerferien wurde eine neue Warmwasseraufbereitung in der Kita installiert, die den neuesten Richtlinien entspricht. Gleichzeitig wurden alle Leitungen mit einem speziellen  Gerät durchgespült und desinfiziert sowie alle vom Wasser berührten Teile in den Armaturen ausgetauscht. Danach wurden bei einer erneuten Beprobung des Trinkwassers an zwei Entnahmestellen Legionellen nachgewiesen.“

Bei der letzten Legionellenprüfung am 8. August sei an zwei Entnahmestellen für Kaltwasser ein erhöhter Messwert für Legionellen im Trinkwasser von 300 bzw. 400 KBE/100 ml (KBE = Koloniebildende Einheiten) festgestellt worden. Der Messbericht liege seit dem Nachmittag des 24. August beim zuständigen Mitarbeiter des Gebäudemanagements vor.

Bei den Messwerten von 300 bzw. 400 KBE / 100 ml handele es sich laut DVGW-Arbeitsplatt um eine mittlere Belastung. „Es besteht keine Gesundheitsgefahr, da es sich nicht um sogenannte „aerosolbildende Entnahmestellen“ handelt“, so die Verwaltung. „Das Wasser wird an diesen Entnahmestellen nicht vernebelt. Es sind keine Maßnahmen der sofortigen Gefahrenabwehr erforderlich. Eine Gefahr für die Gesundheit besteht erst bei Belastungen oberhalb von 10.000 KBE / 100 ml“.

Die Stadt habe die Kita-Leitung umgehend informiert. Eine kurzzeitige Sperrung sei durch einen Sachverständigen wieder aufgehoben worden. Die Entnahmestellen würden regelmäßig gespült, um die Vermehrung von Legionellen an diesen Stellen zu vermeiden. „Durch ein Missverständnis zwischen dem Gebäudemanagement und der Kita-Leitung
war das Messprotokoll nicht in der Einrichtung ausgehängt worden“, hieß es.

Der Sachverständige für Trinkwasserhygiene werde gemeinsam mit einem Sanitär-Fachbetrieb und dem Gebäudemanagement die gesamte Trinkwasserinstallation begutachten. Der Sachverständige werde kurzfristig eine Aktualisierung der Risikoabschätzung (früher: Gefährdungsanalyse) erarbeiten, um ggf. Maßnahmen durchzuführen. Diese Maßnahmen sollen das Ziel der Sanierung (Legionellenwert unter 100 KBE) sicherstellen und würden von einem Fachbetrieb umgehend ausgeführt.

Die Stadt will gemeinsam mit dem Kreisgesundheitsamt eine Infoveranstaltung in der Kita anbieten, bei der über Legionellen im Allgemeinen und die aktuelle Situation sowie die nächsten Schritte in der Kita berichtet wird.

„Nach der Begehung durch den Sachverständigen werden schnellstmöglich alle Informationen in Form einer weiteren ElternInfo zusammengefasst und ausgehängt“, teilt die Verwaltung mit. Sobald die Gefährdungsanalyse vorliege, werde diese ebenfalls in der Kita ausgelegt.

„In Zukunft werden gesundheitsrelevante Messprotokolle und Gefährdungsanalysen grundsätzlich in der Kita ausgehängt. Bei Bedarf wird das Messprotokoll um zusätzliche Informationen ergänzt“, so die Stadtverwaltung.