Die Sieger der Aktion "bunt statt blau" aus NRW. Foto: DAK-Gesundheit
Die Sieger der Aktion "bunt statt blau" aus NRW. Foto: DAK-Gesundheit

Düsseldorf. „Bunt statt blau“: Unter diesem Motto beteiligten sich im Frühjahr bundesweit rund 6.000 Schülerinnen und Schüler am Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das sogenannte Rauschtrinken bei Jugendlichen. In Nordrhein-Westfalen kommt das beste Plakat für die Präventionskampagne der Krankenkasse von dem Duo Rosalie Goethals (16) und Eva Mangelsdorff (16) vom Schloss-Gymnasium Benrath in Düsseldorf.

Die Schülerinnen setzten sich gegen rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Nordrhein-Westfalen durch und wurden zusammen mit den weiteren Landessiegern in Düsseldorf geehrt. Staatssekretär Urban Mauer übergab stellvertretend für Schulministerin Dorothee Feller, Schirmherrin der Kampagne in NRW, die Preise und Urkunden.

„Das Bild stellt eine zerbrochene Glasoberfläche dar. Zum einen wollten wir damit den starken Kontrast zwischen den Farben hervorheben, und zum anderen das häufig auftretende Motiv der Glasflasche in Bezug auf den Alkoholkonsum thematisieren. Der erste Schritt, das Glas zu zerbrechen, der Weg raus aus der Sucht, ist am Anfang eine Überwindung, ein Schmerz, der einen am Ende in eine bessere Welt, ein besseres Leben zurückbringt“, so beschreiben Rosalie Goethals und Eva Mangelsdorff ihr Bild.

Mit ihrer Arbeit gewannen die 16-jährigen Schülerinnen des Schloss-Gymnasiums Benrath den Hauptpreis von 300 Euro. Der zweite Platz ging an Felicia Schreier (16) aus Dortmund. Den dritten Rang belegte Tanisha Celik aus Iserlohn. Die 13-Jährige besucht dort die 8c der Realschule am Hemberg in Iserlohn. Der diesjährige Sonderpreis „Junge Talente“ ging an Julius Bromm (12) aus Lüdinghausen.

„Als Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung ist es mir wichtig, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur Fachkompetenzen erlernen, sondern auch Lebenskompetenz“, so Staatssekretär Urban Mauer. Präventionsarbeit im Hinblick auf Alkohol und Drogen sei und bleibe dabei ein wichtiger Faktor – auch wenn die Fälle von Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen rückläufig seien. „Besonders wirkungsvoll ist es, wenn Gleichaltrige einander sensibilisieren. Die Siegerinnen und Sieger im Wettbewerb zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie es gelingen kann, mit Kreativität und auf künstlerische Weise einen deutlichen und authentischen Appell zu transportieren“, so Mauer.

Weniger Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus

Laut Daten des Statistischen Bundesamts mussten 2022 rund 11.500 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren wegen akuten Alkoholmissbrauchs in deutschen Krankenhäusern behandelt werden. Das waren gut ein Prozent weniger als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2019, dem letzten Jahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie, steht ein Minus von rund 43 Prozent. Mit diesem deutlichen Rückgang verzeichnete das Statistische Bundesamt 2022 den niedrigsten Stand von Klinikbehandlungen aufgrund einer akuten Alkoholvergiftung seit 2001.

„Es ist ein gutes Zeichen, dass immer weniger junge Menschen nach dem Rauschtrinken im Krankenhaus behandelt werden müssen. Aber jeder junge Mensch mit einer akuten Alkoholvergiftung ist einer zu viel. Fakt ist: Noch immer trinken viele Jugendliche sprichwörtlich, bis der Arzt kommt. Deshalb setzen wir weiter auf Aufklärung und führen unsere erfolgreiche Präventionskampagne ‚bunt statt blau‘ in Nordrhein-Westfalen fort“, sagt Klaus Overdiek, Leiter der DAK-Landesvertretung.

Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Landesamt NRW wurden 2022 in NRW 1.220 Jungen und 1.135 Mädchen im Alter von 10 bis 20 Jahren nach Alkoholmissbrauch in einer Klinik behandelt. Die Zahl der männlichen Betroffenen sank im Vergleich zum Vorjahr um 76 (minus 5,86 Prozent), bei den weiblichen gab es einen geringen Rückgang um 60 (minus 5,02 Prozent). Den größten Rückgang gab es bei den 10- bis 15-jährigen Mädchen mit einem Minus von 23 Prozent. „Ich hoffe, dass wir die positive Entwicklung auch mit unserer vorausschauenden Präventionsarbeit weiterhin stabilisieren können“, so Overdiek.

Die Plakate, die Schülerinnen und Schüler bei „bunt statt blau“ gestalten, sind für Gleichaltrige besonders eindrucksvoll: Das Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) in Kiel hat in einer umfangreichen Studie die Wirkung der selbst gemalten Plakate im Vergleich zu konventionellen Warnhinweisen untersucht. Demnach verstärken die von Kindern und Jugendlichen gestalteten „bunt statt blau“-Plakate bei jungen Menschen die Wahrnehmung, dass Alkoholkonsum schädlich ist. Sie haben eine stärker sensibilisierende Wirkung als traditionelle, eher an Erwachsene gerichtete, Warnhinweise.

Im Juni wählt eine Bundesjury mit dem Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung Burkhard Blienert, dem DAK-Vorstandschef Andreas Storm und den Experten vom IFT-Nord die Bundesgewinnerinnen und Bundesgewinner 2024. Die Bundessiegerehrung findet am 11. Juli in Berlin statt.