
Düsseldorf. Wie Unternehmen durch inklusive Ausbildung gezielt Fachkräfte gewinnen und ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken können, hat im Mittelpunkt det Veranstaltung „Inklusiv ausbilden – Vielfalt schafft Zukunft“ der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf gestanden.
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Personalpraxis und Bildungsinstitutionen nutzten die Gelegenheit, um sich über praxisnahe Modelle, Fördermöglichkeiten und erfolgreiche Beispiele aus der Region auszutauschen. Zum Auftakt begrüßten Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, und Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf, die Teilnehmenden. Minister Laumann hob in seinem Grußwort die Fachpraktikerausbildung als wichtigen Baustein für einen inklusiven Ausbildungsmarkt hervor. Die anerkannte Fachpraktikerausbildung legt einen besonderen Fokus auf praktische Inhalte und enthält weniger Theorie.
„Menschen mit Unterstützungsbedarf haben große Potenziale, von denen Unternehmen profitieren können und die endlich erkannt werden müssen. Gerade junge Menschen mit Lernbehinderung werden häufig von einer regulären Ausbildung ausgeschlossen, obwohl sie starke praktische Fähigkeiten haben, die sie einbringen können“, sagte Karl-Josef Laumann, Arbeits- und Sozialminister des Landes Nordrhein-Westfalen.
Und weiter: „Betriebe, die jungen Menschen mit Unterstützungsbedarf eine Ausbildung ermöglichen, übernehmen soziale Verantwortung, geben jungen Menschen die Möglichkeit, einen Ausbildungsabschluss zu erwerben und damit eine wichtige Weiche für ihr Berufsleben zu stellen – und erschließen zugleich zusätzliche Fachkräftepotenziale. Ich freue mich daher sehr, dass wir mit den Industrie- und Handelskammern und der Landwirtschaftskammer in Nordrhein-Westfalen beispielsweise mit dem neuen praxisorientierten Ausbildungsberuf im Bereich Hauswirtschaft und Betreuung ein landesweites Angebot für die Inklusion junger Menschen mit Einschränkungen geschaffen haben. Das Angebot reiht sich ein in die Inklusionsinitiative NRW, mit der wir Menschen mit Behinderungen und offene Stellen besser zusammenbringen wollen.“
Für die IHK Düsseldorf ist inklusive Ausbildung ein zentraler Hebel, um dem Fachkräftemangel in der Region wirksam zu begegnen. „Inklusive Ausbildung ist ein zentraler Baustein moderner Fachkräftesicherung“, betonte Gregor Berghausen. Ziel sei es, gute Praxis sichtbar zu machen, Betriebe für inklusive Ausbildungswege zu gewinnen und die Perspektiven von Menschen mit körperlicher oder geistiger Einschränkung zu stärken. Gleichzeitig gehe es darum, Unternehmen Orientierung zu geben, Förder- und Unterstützungsangebote verständlich zu vermitteln und den Austausch zwischen allen Beteiligten zu fördern. „So entstehen Lösungen, die im Ausbildungsalltag funktionieren und für beide Seiten einen echten Mehrwert bieten“, so Berghausen.
Welche Chancen in Vielfalt und barrierefreien Strukturen liegen, zeigte anschließend Raúl Krauthausen in seiner Keynote eindrucksvoll auf. Der Inklusionsaktivist machte deutlich, dass Inklusion kein Sonderthema ist, sondern Innovationskraft freisetzt, Teams stärkt und Organisationen insgesamt leistungsfähiger macht.
Wie sich diese Ansätze konkret im Betrieb umsetzen lassen, veranschaulichten Praxisbeispiele aus der regionalen Wirtschaft, unter anderem von REWE David Hegemann. Sie zeigten, dass inklusive Ausbildung mit klaren Strukturen, passender Unterstützung und einer offenen Unternehmenskultur erfolgreich gelingt und dass Betriebe dabei engagierte Nachwuchskräfte gewinnen, ihre Arbeitgeberattraktivität steigern und von vielfältigen Perspektiven profitieren.
Vertieft wurden die Inhalte in Workshops und Dialogformaten zu konkreten Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten. Die Einheitliche Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA) sowie die IHK-Fachberatung für inklusive Bildung informierten zudem darüber, wie Unternehmen bei der Planung, Umsetzung und Begleitung inklusiver Ausbildungsmodelle unterstützt werden. Der direkte Austausch zwischen Unternehmen, Beratungsstellen und Institutionen spielte dabei eine zentrale Rolle.

