Versenkbare Poller hält die SPD Ratingen für eine wichtige Maßnahme. Foto: pixabay
Versenkbare Poller hält die SPD Ratingen für eine wichtige Maßnahme. Foto: pixabay

Ratingen. Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Ratingen erwartet eine zeitnahe und umfassende Information über den aktuellen Sachstand der versenkbaren Polleranlagen in der Innenstadt. Hintergrund ist die bislang ausstehende Umsetzung eines bereits im Jahr 2024 beschlossenen Vorhabens zur Erneuerung und Modernisierung des Pollersystems.


Mit der Beschlussvorlage 185/2024 wurde im Bau- und Vergabeausschuss am 22. August 2024 einstimmig die Vergabe der Lieferleistung für ein neues Hintergrundsystem zum Betrieb der elektrisch versenkbaren Innenstadtpoller beschlossen. Nach Angaben des Tiefbauamtes sollte das bestehende Hintergrundsystem erneuert werden, um die Zufahrt zur Fußgängerzone außerhalb der festgelegten Lieferzeiten wieder wirksam für den motorisierten Verkehr zu sperren. Darüber hinaus war vorgesehen, die fünf bestehenden Polleranlagen technisch zu ertüchtigen und an das neue System anzubinden. Ebenfalls Bestandteil der Ausschreibung war die Wartung des Gesamtsystems für die kommenden fünf Jahre.

Dennoch sind die Poller bis heute nicht wieder in Betrieb. Im Bezirksausschuss Mitte am 20. November 2024 erkundigte sich der sachkundige Bürger Gero Aschenbroich nach dem weiteren Fortgang des Projekts. Seitens der Verwaltung wurde daraufhin erklärt, dass zunächst eine technische Lösung entwickelt werden müsse. Hierfür seien zusätzliche finanzielle Mittel erforderlich, um ein entsprechendes Fachbüro zu beauftragen. Die Anfrage sollte schriftlich beantwortet werden.

„Bis heute liegt uns jedoch weder die angekündigte schriftliche Antwort noch eine öffentliche Information über den aktuellen Stand des Projekts vor“, kritisiert Gero Aschenbroich. „Die Bürgerinnen und Bürger haben ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, warum ein bereits beschlossenes Vorhaben offenbar nicht umgesetzt werden konnte und wie die weiteren Planungen aussehen.“

Auch die SPD-Fraktion sieht erheblichen Aufklärungsbedarf. Fraktionsvorsitzender Christian Wiglow verweist darauf, dass die Wiederinbetriebnahme der Polleranlagen nicht nur eine technische Frage sei, sondern unmittelbare Auswirkungen auf die Aufenthaltsqualität, die Sicherheit und die Einhaltung der Verkehrsregelungen in der Innenstadt habe.

„Der Rat hat die notwendigen Beschlüsse gefasst und die finanziellen Mittel für die Erneuerung des Hintergrundsystems bereitgestellt. Umso unverständlicher ist es, dass inzwischen viele Monate vergangen sind, ohne dass die Öffentlichkeit über den Fortschritt oder mögliche Probleme informiert wurde“, erklärt Christian Wiglow.

Die SPD-Fraktion fordert die Verwaltung deshalb auf, bis zum Bezirksausschuss am 17. Juni 2026 einen aktuellen Sachstandsbericht vorzulegen. Dieser sollte insbesondere beantworten, welche Maßnahmen seit dem Vergabebeschluss umgesetzt wurden, welche technischen Schwierigkeiten gegebenenfalls aufgetreten sind, ob zusätzliche Planungsleistungen erforderlich sind und wann mit einer Wiederinbetriebnahme der Polleranlagen gerechnet werden kann.

„Eine funktionierende Zugangskontrolle zur Fußgängerzone ist ein wichtiger Baustein für eine attraktive und sichere Innenstadt. Transparenz gegenüber Politik und Bürgerschaft sollte dabei selbstverständlich sein“, so Wiglow weiter.

Die SPD-Fraktion wird das Thema weiterhin aufmerksam begleiten und eine zeitnahe Befassung in den zuständigen politischen Gremien anregen.