Klimageräte sollten auch Leistung bringen. Foto: VZ NRW/Adpic
Klimageräte sollten auch Leistung bringen. Foto: VZ NRW/Adpic

Velbert. Gerade an heißen Tagen locken zahlreiche Angebote für Klimageräte und versprechen schnelle Abkühlung zu günstigen Preisen. Nicht immer läuft der Verlauf seriös ab.


„Wir beobachten zunehmend Angebote, die zum spontanen Kauf verleiten, ihre Werbeversprechen in der Praxis jedoch kaum einhalten können“, sagt Andreas Adelberger, Leiter der Verbraucherzentrale NRW in Velbert.

Worauf bei Auswahl und Kauf zu achten ist, hat die Verbraucherzentrale NRW in fünf Tipps zusammengestellt.

Kein Mini-Klimagerät kühlt einen ganzen Raum

Verbraucher sollten vorab klären, wofür das Gerät angeschafft werden soll. Muss ein ganzer Raum gekühlt werden? Dann sollte das Gerät mindestens 60 Watt pro Quadratmeter Kühlleistung haben. Geht es nur darum, einer Person – zum Beispiel direkt am Arbeitsplatz – unmittelbar Abkühlung zu verschaffen? Dann ist oft ein Ventilator die bessere Wahl. Der hat zwar keine Kühlleistung, aber die bewegte Luft verschafft Abkühlung.

Wärme verschwindet nicht einfach

Wichtig ist zu prüfen, mit welcher Technik das Gerät die Raumluft kühlt – oder kühlen soll. Es gibt allerdings keine Wundertechnologie, die Wärme einfach verschwinden lässt. Das sind Versprechen, die nicht erfüllt werden können. Grundsätzlich gibt es zwei technische Möglichkeiten: Entweder entzieht das Gerät der Raumluft Wärme und gibt sie außerhalb des Gebäudes wieder ab (Prinzip Klimaanlage), oder es wird Wasser vernebelt, das der Raumluft Wärme entzieht (Prinzip Luftbefeuchter). Bei Klimaanlagen sollte drauf geachtet werden, dass die entzogene Wärme mit einem Schlauch (Monoblock) oder einem separaten Anlagenteil (Split-Unit) nach außen transportiert wird. Anderenfalls bleibt die Wärme im Raum und der Kühleffekt ist gleich Null.

Luftbefeuchter: Einfache Kühlung, herausfordernde Handhabung

Bei Luftbefeuchtern sollten Verbraucher unbedingt auf die Warnhinweise und Reinigungsanforderungen der Hersteller achten. Manche Gerätehersteller raten zu einem wöchentlichen Wassertausch und der Reinigung mit Essig oder Zitronensäure. Andernfalls könnten sich Bakterien wie zum Beispiel Legionellen vermehren und die Gesundheit gefährden.

Sind Produkt und Anbieter seriös?

Fehlen technische Angaben wie die elektrische Leistung oder ist die Produktbeschreibung unverständlich? Dann sollten Verbraucher besser auf eine Bestellung verzichten. Ein Indiz für Seriosität kann ein deutscher Firmenname mit einer „de“-Websiteadresse sein – garantiert ist das aber nicht. Auch wenn alles stimmig klingt, sollte man das Impressum und die hinterlegten Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) prüfen.

Hinter vielen vermeintlich in Deutschland angesiedelten Onlineshops verbergen sich Unternehmen mit Adressen im außereuropäischen Ausland, oft in Fernost, die lediglich den Eindruck eines deutschen Produktions- oder Unternehmenssitzes erwecken. Die Ware ist oft von schlechter Qualität und entspricht nicht den europäischen Sicherheitsvorschriften. Gerade bei technischen Geräten droht so Gefahr. Darüber hinaus kann die Durchsetzung der eigenen Rechte bei Shops mit Standort in Fernost sehr schwierig sein.

Ob es sich bei den Anbietern um einen Fakeshop handelt, können Verbraucher mit dem Fakeshopfinder der Verbraucherzentrale herausfinden: www.verbraucherzentrale.de

Eine Liste mit gemeldeten Anbietern, die über ihre Herkunft täuschen, findet sich auf den Seiten der Verbraucherzentrale Hamburg: www.vzhh.de.