Erdbeeren legen teils lange Transportwege zurück und werden daher mit Pestiziden behandelt. Foto: VZ NRW/adpic
Erdbeeren legen teils lange Transportwege zurück und werden daher mit Pestiziden behandelt. Foto: VZ NRW/adpic

Düsseldorf. Obst und Gemüse gehören im Idealfall täglich auf den Teller. Gerade jetzt im Sommer freuen wir uns über knackige Salate und saftige Beeren. Doch beim Anbau kommen oft Pestizide zum Einsatz.

Für Verbaucher ist es nicht möglich, die verwendeten Pflanzenschutzmittel zu erkennen.

Die Lebensmittelüberwachung NRW untersucht regelmäßig Obst und Gemüse auf ihre Pestizidbelastungen. Erfreulich ist, dass die gesetzlichen Rückstandshöchstwerte in den letzten Jahren nur selten überschritten wurden. Problematisch ist allerdings der Anstieg sogenannter „Mehrfachrückstände“, bei denen bis zu zehn verschiedene Wirkstoffe kombiniert zum Einsatz kommen. Die Einzelwirkstoffe überschreiten zwar in der Regel nicht die gesetzliche Höchstmenge, aber über die Folgen dieser Wirkstoffcocktails für Mensch, Tier und Umwelt ist nur wenig bekannt.

Wie man Pestizide im Obst trotzdem bestmöglich meiden kann, fasst Frank Waskow, Referent für Lebensmittel und nachhaltige Ernährung bei der Verbraucherzentrale NRW, zusammen:

Gibt es Unterschiede bei der Pestizidbelastung?

Die EU bestimmt Höchstwerte für Rückstände an Pflanzenschutzmitteln, die in Lebensmitteln erlaubt sind, aber nicht überschritten werden dürfen. In vielen Lebensmittelproben der konventionellen Landwirtschaft finden sich je nach Produkt mehr oder weniger hohe Pestizidrückstände.

Generell ist Gemüse weniger belastet als Obst, da es nicht so anfällig für Insekten und Krankheiten ist. Erhöhte Werte finden Labore häufiger bei frischen Kräutern, besonders aus Nicht-EU-Ländern. Bei aller Vorsicht überwiegen aber die Vorteile von Obst und Gemüse für unsere Gesundheit gegenüber möglichen Risiken von Pestizidrückständen.

Auf was sollte ich beim Kauf achten?

Erdbeeren außerhalb der heimischen Saison werden häufig aus Südeuropa oder Nordafrika importiert. Es braucht bis zu einer Woche, bis sie in den Verkauf kommen. Deshalb werden Sorten bevorzugt, die lange Transporte gut überstehen, der Geschmack ist dann eher zweitrangig. Der Erdbeeranbau in diesen Regionen erfordert neben viel Wasser auch viel Pflanzenschutz – um unter anderem Schimmel und Verderb während des Transports zu unterdrücken.

Greifen Sie also besser zu heimischen, saisonalen Lebensmitteln. Jetzt im Sommer haben wir eine große Auswahl – Kirschen, Johannisbeeren, Erbsen, Spinat und den meisten Salatsorten sind aktuell frisch verfügbar. Auf der sicheren Seite sind Verbraucher, wenn sie zu Bio-Ware greifen. Im ökologischen Landbau sind chemisch-synthetische Pestizide nicht erlaubt. Das zeigt sich auch in den Untersuchungen der Lebensmittelüberwachung NRW. Da der Bio-Anbau aufwändiger und weniger ertragreich ist, schlägt sich das allerdings in meist höheren Preisen nieder.

Was kann ich zu Hause tun?

Lagern Sie frisches Obst und Gemüse möglichst kurz und waschen Sie es erst vor dem Verzehr oder der Zubereitung. Wir empfehlen Wasser ohne Seife oder andere Zusätze. Lebensmittel mit einer eher festeren Schale wie Zucchini oder Gurken anschließend mit einem Tuch abreiben.

Empfindliche Erdbeeren lieber nur abspülen, abtropfen lassen und vorsichtig abtupfen. Und was beispielsweise Äpfel und Birnen angeht: Diese sollten nicht geschält werden, denn direkt unter der Schale sitzen die meisten Vitamine und wertvolle Pflanzenstoffe.

Mehr Informationen zu dem Thema gibt es online unter www.verbraucherzentrale.nrw.