Auf dem Betriebsgelände der Jonas Farbenwerke führte die Freiwillige Feuerwehr Wülfrath diesmal ihr halbjährliches Fahrtraining zur präzisen Beherrschung der Einsatzfahrzeuge insbesondere bei engen Verkehrssituationen durch. Foto: FW Wülfrath
Auf dem Betriebsgelände der Jonas Farbenwerke führte die Freiwillige Feuerwehr Wülfrath diesmal ihr halbjährliches Fahrtraining zur präzisen Beherrschung der Einsatzfahrzeuge insbesondere bei engen Verkehrssituationen durch. Foto: FW Wülfrath

Wülfrath.  Für die Herausforderungen bei Einsatzfahrten werden die Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr regelmäßig geschult. Die Jonas-Farbenwerke hatten hierzu ihr Betriebsgelände zur Verfügung gestellt. 

Für die Feuerwehrleute kommt es im Ernstfall darauf an, innerhalb der Hilfsfristen schnell und sicher zum Einsatzort zu gelangen. Hierzu müssen die Fahrten in den roten Wagen regelmäßig geübt werden. Einen Tag lang haben sich daher wieder Maschinistinnen und Maschinisten – so heißen die Einsatzkräfte am Steuer bei der Feuerwehr – mit Theorie und Praxis auseinandergesetzt. Zunächst wurde der Einfluss von Geschwindigkeit und Beladung auf die Fahrsicherheit anhand mehrerer Beispiele verdeutlicht. Zudem ging es unter anderem um die richtige Ladungssicherung oder das korrekte Einweisen von Fahrzeugen.

Für den praktischen Teil hatten die Jonas Farbenwerke ihr Betriebsgelände an der Dieselstraße zur Verfügung gestellt. Hier konnten die Einsatzkräfte auf unterschiedlichen Parcours das zentimetergenaue Manövrieren der großen Fahrzeuge üben. So mussten die Teilnehmer abwechselnd mit dem 16 Tonnen schweren Gerätewagen und dem dreiachsigen 26-t-Wechselladerfahrzeug mit aufgelastetem Abrollbehälter enggesteckte Slalomstrecken vor- und rückwärts durchfahren – ohne die Leitkegel zu berühren.

„Gerade in den schmalen Straßen von Wülfrath, die häufig zudem von parkenden Fahrzeugen noch weiter eingeengt sind, ist ein exaktes Manövrieren unerlässlich“, erklärt Benjamin Hann, Leiter der Feuerwehr Wülfrath.

Daneben wurde das Rückwärtseinparken in Lücken mit wenig Raum geübt. Die Kür war schließlich das präzise Rückwärtsfahren mit abgedeckten Spiegeln und Kameras. Hier mussten sich die Retter am Steuer auf die Signale der Einweiser verlassen. Mit einem Mannschaftstransportfahrzeug wurden darüber hinaus auf einem gesonderten Parcours verschiedene Fahrübungen mit Anhänger durchgeführt.

Wie Kevin Haak, der Leiter des Teams „Maschinisten-Schulung“ der Feuerwehr, erklärte, finden diese Fahrtrainings zweimal jährlich statt – einmal in dieser Form und einmal als Fahrsicherheitstraining auf einem speziell darauf ausgerichteten Verkehrsübungsplatz, auf dem auch Grenzsituationen im Fahrbetrieb eingeübt werden können. „Insbesondere die freiwilligen Kräfte, die nicht berufs-mäßig Lkw fahren, brauchen diese regelmäßigen Trainingseinheiten, damit sie stets wissen, wie sich die Fahrzeuge in bestimmten Situationen verhalten“, sagte Haak. Darüber hinaus würden die Schulungen auch der Sicherheit beim Führen privater Fahrzeuge zugutekommen. So könnten die Lehrgangsbescheinigungen von Fahrsicherheitstrainings, welche bei gewerblichen Anbietern viel Geld kosten, von vielen Kfz-Haftpflichtversicherungen als beitragssenkendes Merkmal anerkannt werden.

Zurück in der Feuerwache wurde abschließend noch das Koppeln zweier Fahrzeuge mittels Abschleppstange geübt. Dabei kam es darauf an, dass das schleppende Fahrzeug exakt bis zur Abschleppstange zurückstößt, die von zwei Kräften mittels eines Seils außerhalb des Gefahrenbereichs gehalten wird.

Gerade im Jubiläumsjahr weist die Feuerwehr Wülfrath darauf hin, dass immer Frauen und Männer für den freiwilligen Feuerwehr-Dienst gesucht werden. Interessierte können sich unter der Rufnummer (0 20 58) 18-457 an das Geschäftszimmer der Freiwilligen Feuerwehr wenden und einen Schnuppertermin vereinbaren.