Ulrike Eberle, langjährige Organisatorin des Dreck-weg-Tags und der neuen Ausstellung im Rathaus. Foto: Kling

Wülfrath. Vor 25 Jahren fand der erste „Dreck-weg-Tag“ in Wülfrath statt. Ein Vierteljahrhundert später beteiligen sich mehr als 1.000 Menschen an der Aktion.


„Eine Reise durch 25 Jahre gelebtes Engagement“, sagte Bürgermeister Sebastian Schorn zur Eröffnung der Ausstellung, die seit Freitag im Rathaus zu sehen ist. Sie zeigt „Familien und andere Gruppen in Aktion, Schulklassen und Kitas mit Warnwesten, Pflanzaktionen, Fundstücke – und vor allem“, so Schorn, „Menschen, die nicht wegschauen, sondern anpacken.“

Die Idee dazu hatte der Motorsportclub. Es sollte eine gemeinschaftliche Aktion für ein sauberes Wülfrath werden. Die Organisation übernahm die Stadtverwaltung. Bürgermeister Schorn dankte „einer Frau, ohne die es den Dreck-weg-Tag in dieser Form vielleicht gar nicht gäbe:“ Ulrike Eberle von der Abfallberatung, die auch die Ausstellung im Rathaus-Foyer organisiert hat.

Trotz aller städtischer Reinigungstrupps: Immer wieder sammeln sich enorme Mengen illegal entsorgter Abfälle an. Daraus entstand der Gedanke: „Es wird Zeit, aus der Rolle des resignierenden Betrachters herauszutreten – nicht mehr wegschauen, sondern selbst aktiv werden.“

Von Beginn an wurde die Aktion gemeinschaftlich getragen – in Zusammenarbeit mit Parteien, Vereinen, Umweltverbänden, Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen, freiwillig Engagierten, dem städtischen Baubetriebshof Straßen NRW und dem Entsorger für Wülfrath.

Beim ersten Dreck-weg-Tag im Jahr 2001 meldeten sich bereits über 300 Personen an. Zahlreiche Sponsoren unterstützten die Aktion, es entstand eine regelrechte Volksfeststimmung. Bereits im zweiten Jahr verdoppelte sich die Zahl der Teilnehmenden. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 1.000 Menschen, die beim „Dreck -weg-Tag“ mitmachten.

Zum reinen Müllsammeln kamen im Laufe der Jahre Pflanzaktionen hinzu – nach dem Leitgedanken: „Blumen öffnen Herzen.“ Attraktiv gestaltete, bunte Flächen verschönern nicht nur das Stadtbild, sondern sollen auch dazu beitragen, dass weniger Müll achtlos weggeworfen wird.

Mit den Jahren entdeckten auch Schulen den Dreck-weg-Tag, der Aktionstag wurde auf eine Aktionswoche ausgeweitet.

In nur zwei Stunden sammeln die freiwillig Aktiven so viele Abfälle von Straßenrändern, Wegen und Plätzen ein – von Plastiktüten über Bonbonpapiere bis hin zu Flaschen und Verpackungen –, wie es sonst viele Tausend Stunden Handarbeit des städtischen Personals erfordern würde.

„70 Tonnen Müll wurden in diesen 25 Jahren gesammelt“, erklärte Bürgermeister Schorn bei der Ausstellungseröffnung im Rathaus. „Das entspricht sieben voll beladenen Müllfahrzeugen.“ Doch es gehe mehr als um gesammelte Tonnen, es gehe um das „Bewusstsein, dass Sauberkeit Lebensqualität bedeutet. Dass wir nicht resignieren müssen, dass nicht irgendwer das später wegmacht, sondern dass wir gemeinsam etwas verändern können.“

Gruppen aller Art und Einzelpersonen können noch mitmachen beim Dreck-weg-Tag am 14. März 10 bis 12 Uhr. Anmeldungen bei der Abfallberatung, Tel. 18 244 oder per E-Mail an: abfallberatung@stadt.wuelfrath.de. Anschließend gibt es ein gemeinsames Mittagessen mit Musik und Fotoshow in der Halle des Betriebshofes (Feuerwehr-Gelände).