Schnell erledigt waren die Arbeiten nicht: Der Einsatz endete erst gegen 22:0 Uhr am Folgetag. Foto: THW OV Erkrath
Schnell erledigt waren die Arbeiten nicht: Der Einsatz endete erst gegen 22:0 Uhr am Folgetag. Foto: THW OV Erkrath

Erkrath. Arbeitsintensiv ist ein Einsatz für das Technische Hilfswerke gewesen, nachdem am Abend des 10. März in Erkrath ein tonnenschwerer Kran auf den Rohbau eines Gebäudes gestürzt ist.


Die am Kran befestigte Last – mehrere Paletten Gipskartonplatten mit einem Gesamtgewicht von rund zwei Tonnen – sei auf das Dach eines dahinterliegenden Eckhauses gekracht und anschließend zu Boden gestürzt, teilt der Erkrather Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) mit. “Der Kranhaken blieb in einer Dachkante des Hauses hängen”, so Steffen Behnke, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit bei der Hilfsorganisation.

Gegen 17:48 Uhr wurde ein Fachberater von der Feuerwehr Erkrath hinzugezogen. “Nach einer gemeinsamen Erkundung mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr wurde entschieden, den verunfallten Kran zunächst gegen weitere Bewegungen zu sichern. Parallel begannen erste Abstimmungen zur Demontage des freischwebenden Kranauslegers”, berichtet Behnke.

THW-Ortsverbände aus der Großregion arbeiten Hand in Hand

Zur Unterstützung seien weitere Einsatzkräfte des THW aus Erkrath alarmiert worden. Zusätzlich rückte die Führungsunterstützung aus Velbert an. Parallel dazu wurde ein Baufachberater aus dem THW Witten kontaktiert.

Damit die Einsatzstelle auch in der Nacht sicher bearbeitet werden konnte, brachte der THW-Ortsverband Heiligenhaus-Wülfrath einen Lichtmastanhänger an die Einsatzstelle. Für die umfangreichen Sicherungsarbeiten wurden weiterhin ein Mobilkran des THW Mönchengladbach sowie die Einsatzkomponente Abstützsystem Holz (ASH) aus dem THW Mülheim angefordert.

“Gemeinsam installierten die Einsatzkräfte eine stabile Holzabstützung unter dem Drehkranz des Krans, um die rund 50 Tonnen schwere Konstruktion gegen unkontrolliertes Verrutschen zu sichern. Diese Maßnahme konnte in den frühen Morgenstunden des 11. März abgeschlossen werden”, teilt Steffen Behnke zu den zunächst durchgeführten Maßnahmen mit. Um 9 Uhr am Morgen übernahm dann der Zugtrupp des THW Hilden die Einsatzstellenführung.

“Aufgrund der komplexen Lage entschieden Feuerwehr und der THW-Baufachberater aus dem OV Wuppertal, den Kran zusätzlich am Gebäude zu verankern. Diese Arbeiten erfolgten mit Unterstützung durch Kräfte aus den THW OVs Heiligenhaus-Wülfrath, Wuppertal und Hilden”, erklärt der PR-Beauftragte. “Nachdem die aufwendige Verankerung des Krans samt Ausleger abgeschlossen war, konnte der über dem Nachbarhaus schwebende Ausleger mithilfe eines Mobilkrans aus dem THW OV Mönchengladbach angeschlagen und gesichert werden. THW und Feuerwehr arbeiteten dabei eng zusammen, unterstützt durch eine Drehleiter sowie einen Teleskopmast der Feuerwehren aus Haan und Erkrath.”

Gegen 17 Uhr waren die Sicherungsmaßnahmen so weit abgeschlossen, dass mit der Demontage des Auslegers begonnen werden konnte. Das gelang unter Verwendung einer Sauerstoff-Kernlanze des THW Wuppertal, mit welcher der Ausleger aus dem Teleskopmast der Feuerwehr Haan heraus abgetrennt werden konnte. Das zog sich hin: “Die Demontage- und Sicherungsmaßnahmen konnten gegen 22:30 Uhr erfolgreich beendet werden”, so Behnke, der auf ein enges und vertrauensvolles Zusammenspiel der verschiedenen THW-Ortsverbände und der Feuerwehren hinweist.

Der Velberter THW-Zugtruppführer David Kemper unterstreicht das: „Dieser Einsatz zeigte einmal mehr, wie hervorragend die Zusammenarbeit zwischen den eingesetzten Ortsverbänden des THW funktioniert und wie wichtig sie für eine reibungslose Abarbeitung des Einsatzauftrags ist.“

Zugtruppführer Bodo Schadrack aus Erkrath teilt diese Erfahrung: „Durch die gute Zusammenarbeit – insbesondere mit den Sondereinheiten der Feuerwehr und des THW – konnte der Kran gesichert und die Gefahr gebannt werden. Trotz der schwierigen Lage konnte der Einsatz zügig beendet werden“.

Fotostrecke: Der Einsatz des THW