Berlin/Kreis Mettmann. Die Einnahmen aus Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen aller teilnehmenden Städte in Nordrhein-Westfalen haben vergangenes Jahr insgesamt 78 Millionen Euro betragen – 19 Städte in NRW sind sind „Blitzermillionäre“. Die Kommunen im Kreis Mettmann platzieren sich im oberen Bereich des Rankings.
Von insgesamt 126 angefragten Städten in Deutschland nahmen 27 Kommunen aus Nordrhein-Westfalen an der diesjährigen Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) teil. Abgefragt wurden unter anderem die Anzahl der stationären und mobilen Blitzer sowie deren Einsatzzwecke, etwa zur Vermeidung von Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen an häufigen Unfallschwerpunkten. Außerdem wurde erhoben, wie sich die Einnahmen im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt haben und an welchen Orten am häufigsten geblitzt wurde.
Mehr als die Hälfte der Städte im Ranking der „Blitzermillionäre“ stammen aus Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf verzeichnet mit 17,6 Millionen Euro aus stationären und mobilen Geschwindigkeitskontrollen die höchsten Einnahmen, gefolgt von Bielefeld (11,2 Mio., einschließlich Autobahn), Oberhausen (10 Mio., mit Handyverstößen), Essen (8,4 Mio.), Wuppertal (6,6 Mio.), Hagen (5,0 Mio.) sowie dem Kreis Mettmann mit den Städten Ratingen, Velbert, Langenfeld, Hilden, Erkrath, Monheim am Rhein, Mettmann, Haan, Heiligenhaus und Wülfrath (5,0 Mio.). Weitere Städte sind Herne (3,9 Mio.), Bottrop (2,9 Mio.) und Minden (2,0 Mio.).
Die Städte Witten, Rheine, Dinslaken, Moers, Neuss, Grevenbroich und Bocholt liegen unter einer Million Euro. Die Stadt Wesel hat ihre Daten nicht veröffentlicht.
An der Umfrage der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) haben sich in diesem Jahr 63 von 126 der angeschriebenen städtischen Pressestellen beteiligt. Die Gesamteinnahmen aller 63 Städte aus Geschwindigkeits- und Rotlichtverstößen belaufen sich auf über 271 Millionen Euro
Bei den 63 teilnehmenden Städten waren 482 stationäre und 267 mobile Geschwindigkeitsmessanlagen im Einsatz. Die Anzahl an mobilen Anlagen hat sich damit im Vergleich zu 2024 nur geringfügig erhöht. Die Ausstattung der stationären Messanlagen wird in den meisten Städten kontinuierlich verbessert. Mittlerweile können die Anlagen an Kreuzungen in der Regel in alle vier Fahrtrichtungen blitzen und zugleich die Rotlichtüberwachung übernehmen. Aus der Auskunft der Stadt Dorsten geht hervor, dass eine semistationäre Anlage einschließlich ihrer Einrichtung und der Inbetriebnahme rund 150.000 Euro kostet.
Die Städte mit den meisten stationären Geschwindigkeitsmessanlagen sind Berlin (48) vor Hamburg (40), gefolgt von Karlsruhe (35), Stuttgart (33), Wuppertal (25), Bielefeld (24) sowie Tübingen und Dresden (jeweils 22).
Bei den mobilen Messgeräten verfügt Berlin mit 20 mobilen Geschwindigkeitsmessfahrzeugen, sechs Geschwindigkeitsmessanhängern und 56 Handlasergeräten über die umfangreichste Ausstattung. Hamburg nutzt 26 mobile Geschwindigkeitsmessgeräte, 23 Handlasergeräte und neun Proof-Video-Data-Fahrzeuge (zivile, unauffällige Videomessfahrzeuge der Polizei). Die Fahrzeuge sind mit Front- und Heckkameras ausgestattet und können Verkehrsverstöße lückenlos auf Video aufzeichnen. Duisburg verfügt über sieben Messfahrzeuge und fünf Enforcementtrailer (teilstationäre Messanhänger, die die Autofahrer immer wieder an wechselnden Standorten in der Stadt überraschen können). Karlsruhe besitzt ebenfalls sieben Messfahrzeuge und vier Enforcementtrailer; Stuttgart setzt sechs mobile Blitzer und drei Enforcementtrailer ein.


