
Velbert. Reichlich Musik und ein guter Zweck – das sind am Samstag, 27. Juni, die Zutaten für das Charity-Festival “Hard’n’Rock” gewesen. Ausgerechnet das zu gute Wetter hat den Organisatoren und Besuchern zu schaffen gemacht.
Sonne satt, kein Wölkchen am Himmel und Temperaturen von beinahe 40 Grad – der Sommer zeigte am Sonntag seine Kraft über das normales Maß hinaus. Für das Organisatoren-Quartett des Charity-Festival “Hard’n’Rock” aus Melanie Sostak, Sascha Döring, Marvin Leuchtmann und Markus Joschko wurde die Situation zu einer Belastungsprobe. Dabei hoffen Veranstalter vor allem bei Events in diesem Umfang gemeinhin auf schönes Wetter. “Aber eben nicht so schön”, meint Döring. “Es ist zehn Grad zu warm”. Auf die Hitze habe man sich vorbereitet, die Mengen an alkoholfreiem Bier und Wasser verdoppelt. Und für ein kleines Extra an Abkühlung hat das Orga-Team einen Rasensprenger aufgestellt, der unablässig seinen Dienst verrichtete und rege genutzt wurde.
Zum Start am frühen Nachmittag kamen die Festivalbesucher aufgrund der hohen Temperaturen nur zögerlich zum Schloss Hardenberg. Sascha Döring zeigt sich dennoch zufrieden angesichts der “besonderen Herausforderung”. Die Wetter-App behielt er dabei stets im Blick, denn als wäre die Hitze nicht schon genug, blieb unklar, ob es denn während des Event-Zeitraumes regnen oder gar gewittern würde: “Im Moment sieht es gut aus auf dem Regenradar”, so Döring gegen 17 Uhr. Und zumindest von Unwettern sollte “Hard’n’Rock” verschont bleiben. Einige Regentropfen wurden sogar bejubelt – das gibt es nicht oft bei Open-Air-Festivals. Ein Konzept für den Wetter-Notfall hätte es gegeben.
“Hard’n’Rock” hat das Orga-Quartett als Antwort auf den verheerenden Brand im November des vergangenen Jahres verstanden. Der Dachstuhl des Herrenhauses brannte nieder, ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem die Sanierung sich bereits auf der Zielgeraden befand. Die Idee für das Festival für den guten Zweck kam früh: “Eine Woche nach dem Brand war klar, dass wir etwas tun wollen”, erklärt Sascha Döring. “Wir sind alle Nevigeser”, sagt er und berichtet von dem Schock, als er vor rund einem halben Jahr von dem Feuer hörte. “Ein Freund, zu dem ich selten Kontakt habe, hat sich plötzlich gemeldet. Das konnte keine gute Nachricht sein”. Mit den Einnahmen aus dem Charity-Festival habe man den Schlossförderverein unterstützen sollen. Lokale Bands haben sich für die Aktion zusammengefunden, spielten ohne Gage, wollten die Verbundenheit mit ihrer Stadt demonstrieren.
Großes Engagement für den guten Zweck
Ihr Ziel hatten die Veranstalter dabei stets vor Augen: Im Rücken des Events steht das Herrenhaus mit seinem noch traurigen Anblick. “Das ist ein gutes Gefühl”, sagt Döring. Nico Schmidt (CDU) war als stellvertretender Bürgermeister vor Ort und lobte das große Engagement. “Es gibt Menschen, die sagen nicht, man müsste mal, sondern die machen einfach”. Nun stehe eine fette Bühne und es gäbe super Bands – “und ihr leistet alle, die ihr dabei seid, esst und trinkt, einen Beitrag dafür, dass wir das Schloss nicht nur wieder aufbauen, sondern es ein kleines Extra geben wird”.
Dass man das Festival überhaupt habe stemmen können, habe an der “breiten Unterstützung” gelegen, lobt Sascha Döring. Neben dem Förderverein Schloss Hardenberg haben sich Radio Koch für die Veranstaltungstechnik, die Kulturloewen, die Sparkasse HRV und zahlreiche örtliche Vereine aus Neviges, Langenberg und Velbert engagiert. “Ohne sie wäre das alles gar nicht möglich gewesen”, freut sich Markus Joschko.
Und sollte sich das Charity-Festival gelohnt haben, würde man es erneut veranstalten? “Da müssen wir schwer mit uns kämpfen”, meint Sascha Döring. “Bestimmt nicht nächstes Jahr. Das ist echt viel Arbeit”.
Mit rund 2.500 Euro mussten die Organisatoren in Vorleistung gehen – jeder Cent über diese Summe hinaus wird an den Förderverein Schloss Hardenberg gespendet. Die Bilanz steht allerdings noch aus: “Wir müssen erstmal in aller Ruhe rechnen”, so Döring.

