Velbert. Mike Nitz hat einer Dreijährigen das Leben gerettet. Mit einer Stammzellspende hat der 46-jährige Velberter geholfen. Im Dezember hat es ein emotionales Treffen gegeben, bei dem die Eltern des Mädchens Mike Nitz getroffen haben.
Mit einer Tattoo-Aktion hat alles begonnen: Dank Jimmy-Dean Laubinger (42) und seine Frau Gina (32) haben sich im September des vergangenen Jahres in Deutschland über 2.300 Menschen vor Ort in Tattoostudios bei der DKMS registrieren lassen. Mehr als 10.000 Menschen haben sich zudem laut DKMS als Zeichen der Solidarität das “TwinWin-Tattoo” stechen lassen.
Die Laubingers hatten die Aktion gestartet, weil ihre dreijährige Tochter Hailey an der lebensbedrohlichen Stoffwechselerkrankung Mukopolysaccharidose erkrankt ist. Eine Stammzellspende war dringend notwendig – und genau die kam letztlich aus Velbert. Dank Mike Nitz hat das Mädchen nun eine Zukunft. Auch hinter dem Engagement des 46-Jährige steckt eine Geschichte: Der Lehrer seines Sohnes erkrankte im Jahr 2020 an Blutkrebs.
“Habe mich gefreut, dass ich vielleicht helfen kann”
Als Mike Nitz, der als Kleinbusfahrer im Schülerverkehr tätig ist, dann im September 2023 für eine Spende angefragt wurde, stand für ihn fest: Er wird helfen. „Es war zwar ein bisschen komisch, weil man damit ja schon ein Verantwortungsgefühl übernimmt, aber ich habe mich gefreut, dass ich vielleicht helfen kann“, sagt er. Kurz vor Weihnachten jenes Jahres unterzog sich Mike Nitz einer seltenen Knochenmarkentnahme aus dem Beckenkamm. Nur etwa zehn Prozent der Fälle kommt das vor, bei 90 Prozent der Spender erfolgt die ambulante Stammzellspende aus der Armvene. Nebenwirkungen habe er dennoch nicht gespürt, so Nitz, der Unterstützung durch seine Frau Nadine erhielt.
Emotional ergreifend sei vor allem die Tatsache gewesen, dass die Spende für ein Kind bestimmt sein würde, so der Vater eines mittlerweile 18-jährigen Sohnes. Anschließend gab es zwischen den Laubingers und Mike Nitz zwei Jahre lang anonymen Briefkontakt – erst dann fiel der in Deutschland geltende Zeitraum der Anonymität. Der Velberter Lebensretter und seine Frau Nadine und die Laubingers vereinbarten daraufhin ein persönliches Treffen: „Für mich war klar, ich muss Mike umarmen und festhalten. Was aber ist, wenn er es nicht möchte?“, sagt Jimmy-Dean Laubinger. Letztlich verabredeten sie sich bei den Laubingers in Osnabrück zum Kaffee trinken. Umarmungen gab es mehrfach, herzlich und emotional. Es folgten lange Gespräche, bis in die Abendstunden. Auch Hailey näherte sich Mike Nitz an und spielte mit ihm.
Eine große Überraschung war dann der Moment, als Mike Nitz und seine Frau Nadine den Laubringers ihr TwinWin-Tattoo präsentierten – die Velberter hatten sich das seinerzeit in Wülfrath stechen lassen. „Da haben wir alle erst einmal geweint“, sagt Jimmy-Dean Laubinger.
Zu einer Lebensretterin oder einem Lebensretter kann jeder werden. Regelmäßig bietet die DKMS gemeinsam mit Kooperationspartner vor Ort Patientenaktionen an, bei denen sich potenzielle Stammzellspenderinnen und Stammzellspender in die Datenbank aufnehmen lassen können. Wer möchte, kann sich auch online registrieren – entsprechende Informationen gibt es unter www.dkms.de.


