Das unbekannte Gelände, die Wege und nicht zuletzt die Dunkelheit sorgten für Herausforderungen bei der Rettungsübung. Foto: Lukas Mutzberg
Das unbekannte Gelände, die Wege und nicht zuletzt die Dunkelheit sorgten für Herausforderungen bei der Rettungsübung. Foto: Lukas Mutzberg

Wülfrath. Im einem Kalkwerk habe es eine Explosion gegeben, das ist das simulierte Einsatzszenario für Kräfte von Feuerwehr, Deutschem Roten Kreuz (DRK) und Technischem Hilfswerk (THW) gewesen, die gemeinsam in Wülfrath rettende Handgriffe übten.

Ein Brand, Verletzte und Vermisste und eine logistisch schwierig erreichbare Einsatzstelle – das waren einige der zentralen Herausforderungen für die Blaulichteinheiten am Freitagabend. Über 120 Ehrenamtliche war an der Aktion beteiligt. Für sie ging es gegen 19 Uhr los mit der Alarmierung durch die Leitstelle des Kreises Mettmann. Eine große Zahl an Kräften setzt sich in Bewegung: Die zuständige Feuerwehr Wülfrath, die Feuerwehr Heiligenhaus, das DRK aus Wülfrath und Mülheim, und das THW aus Düsseldorf, Haan, Heiligenhaus/Wülfrath, Hilden und Velbert.

Die Lage für die ersteintreffenden Kräfte war unübersichtlich. Auch wenn ein Mitarbeiter der Firma Informationen geben konnte, mussten die Retter sich zunächst einen Überblick über die Lage verschaffen und das Areal erkunden: Hinter einem Bahntunnel brannte ein Gebäude, mehrere Personen wurden vermisst, weiteren Menschen sind in ein Waldgebiet geflüchtet.

Rettungsaktion mit vielen Handgriffen

Auf dem Gelände von Lhoist übten die Einsatzkräfte. Foto: Jürgen Truckenmüller
Auf dem Gelände von Lhoist übten die Einsatzkräfte. Foto: Jürgen Truckenmüller

„Da es zum Schadenobjekt keinen anderen Zugang als den Tunnel gab, musste buchstäblich alles hindurch befördert werden“, beschreibt Daniel Claus von Technischen Hilfswerk eine große Herausforderung des Übungsszenarios. Mehrere Hundert Meter Strecke galt es zu überwinden. Die Feuerwehr baute mit Unterstützung des THW eine Löschwasserversorgung auf und bekämpfte den Brand..

Während das Feuer gelöscht wurde, bereiteten die Kräfte vom THW die Rettungsaktion vor. Sie bauten einen Schienenrollwagen aus dem Einsatz-Gerüst-System auf, mit dem Material zur Einsatzstelle geschafft wurde. Letztlich ging es darum, die verletzte Personen zu finden, deren Betreuung das DRK übernahm. Die Verletzten wurden zu einem Behandlungsplatz gebracht und dort versorgt. „In einem echten Einsatz wären die Patienten von dort aus in ein Krankenhaus gefahren worden“, erklärt Claus.

Um die Menschen zu finden, die in das Waldgebiet geflüchtet waren, kam eine Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes zum Einsatz. Mit mehreren Hunden, ergänzt um weitere Einsatzkräfte, begann man die Suche. Unterstützung aus der Luft gab es erneut vom Trupp „Unbemannte Luftfahrtsysteme“. Die systematische Suche brachte Erfolg.

Gegen Mitternacht endete die Übung nach dem Rückbau der eingesetzten Ausstattung, gefolgt von einer Stärkung für alle eingesetzten Kräfte.

Bei dem Übungsobjekt handelte es sich um Flächen und Gebäude entlang einer Bahnlinie die auf dem Betriebsgelände der Firma Lhoist bereitgestellt wurden. Somit ergab sich ein Doppelnutzen, da die Firma ihre internen Abläufe prüfen konnte und die Einsatzkräfte ein gutes Übungsgelände hatten.