Um einem möglichen Fischsterben entgegenzuwirken, hat der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) bereits in den frühen Morgenstunden zum Freitag erste Hilfsmaßnahmen durchgeführt. Foto: BRW
Um einem möglichen Fischsterben entgegenzuwirken, hat der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) bereits in den frühen Morgenstunden zum Freitag erste Hilfsmaßnahmen durchgeführt. Foto: BRW

Heiligenhaus. Die anhaltende Hitze der letzten Tage und Nächte führt am Abtskücher Teich zu einer ökologisch kritischen Situation. Bei einer Gewässeruntersuchung wurden Wassertemperaturen von über 30 °C und eine außergewöhnlich hohe Sauerstoffsättigung gemessen.


Um einem möglichen Fischsterben entgegenzuwirken, hat der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) bereits in den frühen Morgenstunden zum Freitag erste Hilfsmaßnahmen durchgeführt. Auch in den nächsten heißen Tagen sind die Mitarbeitenden des BRW immer wieder und auch nachts dort in Aktion.

Dies geschieht in Abstimmung mit der Stadt Heiligenhaus und der Unteren Wasser- und Fischereibehörde des Kreises Mettmann.

Und so läuft die Hilfsmaßnahme in den kühlsten Stunden ganz früh morgens ab: Eine leistungsstarke Pumpe wälzt das Wasser im Abtskücher Teich intensiv um und zerstäubt es fein. Dadurch wird der Wärmeaustausch mit der kühleren Nacht- und Morgenluft verbessert, sodass die Wassertemperatur gesenkt werden kann. Gleichzeitig soll der Sauerstoffhaushalt des Gewässers in den kritischen Nacht- und Morgenstunden stabilisiert werden.

Ein vom BRW hinzugezogener Gutachter erklärt die Gefahr für die Fische so: „Die ungewöhnlich hohen Sauerstoffwerte sind Ausdruck einer Algenblüte und kein Zeichen einer guten Wasserqualität. Tagsüber produzieren die Algen unter intensiver Sonneneinstrahlung große Mengen Sauerstoff. Nachts kehrt sich dieser Prozess um: Dann verbrauchen Algen und andere Organismen Sauerstoff. Der Sauerstoffgehalt kann innerhalb weniger Stunden stark absinken und im ungünstigsten Fall nahe Null gehen. Die gemessenen Wassertemperaturen liegen aktuell in einem Bereich, der für viele Fischarten kritisch werden kann. Die Kombination aus hohen Wassertemperaturen und starken Schwankungen des Sauerstoffgehalts stellt eine erhebliche Belastung für den Abtskücher Teich dar.“

Der BRW bittet alle Besucherinnen und Besucher des Abtskücher Teichs eindringlich, auf das Füttern von Enten und Fischen zu verzichten. Futterreste und zusätzliche Nährstoffeinträge fördern das Algenwachstum zusätzlich und verschärfen die bereits angespannte ökologische Situation.

In den kommenden Tagen beobachtet der BRW die Entwicklung des Gewässers weiterhin engmaschig und ist mit Mitarbeitenden in kurzen Abständen vor Ort. Ob die im Teich lebenden Fische evakuiert werden müssen, werden die nächsten Tage zeigen.