
Mettmann. Nach der Meldung der Mettmanner Stadtverwaltung zum Einsparpotenzial im Haushalt hagelt es aus Teilen der Lokalpolitik Kritik. Die richtet sich allerdings an eine ausbleibende Würdigung des Engagement der ehrenamtlich aktiven politischen Vertreterinnen und Vertreter.
„Doppelhaushalt 2026/2027: Verwaltung zeigt Einsparpotenzial von 1,6 Millionen Euro auf“ – so überschrieb die Mettmanner Stadtverwaltung ihre Pressemitteilung zu der erreichten Verbesserung der Haushaltszahlen. Genau das kam in Teilen der Lokalpolitik allerdings überhaupt nicht gut an. „Die Überschrift der städtischen Meldung würde ich fast schon als frech bezeichnen“, ärgert sich Andrea Metz, Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat. Konkret ist demnach nicht das reine Zahlenwerk der Grund für Kritik, sondern die Art, wie mit den Lorbeeren für das Erreichte umgegangen wird. Hierzu muss man wissen: Lokalpolitiker engagieren sich ehrenamtlich in ihren Städte, so wie andere Menschen es in Sportvereinen oder gemeinnützigen Organisationen tun.
„Die Verwaltung erweckt den Eindruck, dass sie die Einsparungen in Höhe von 1,6 Millionen Euro vorschlägt. Und das stimmt so einfach nicht“, sagt Metz. Die Mettmanner Stadtverwaltung habe im Grunde genau das Gegenteil getan: „Sie hat überhaupt keine Einsparvorschläge gemacht“. An dieser Stelle hatten die Mettmanner Ratsfraktionen zuvor frühzeitig Handlungsbedarfe lokalisiert. Der Haushalt sei mit rund drei Monaten Verzögerung eingebracht worden, habe zunächst ein Minus von circa 19,5 Millionen Euro aufgewiesen. In der Kreisstadt habe es Druck gebracht, um Einsparungen erzielen zu können. „Die Ratsfraktionen haben die Verwaltung wieder an die Arbeit geschickt“, so Andrea Metz und verweist unter anderem auf eingebrachte Anträge der FDP.
„Man ärgert sich als Kommunalpolitiker wirklich, wenn die Verwaltung keine Einsparung vorschlägt, dann das umsetzt, was die Ratsfraktionen ihnen in Auftrag gegeben haben, und sich dann damit brüstet, dass wäre ihre Idee gewesen“, kritisiert die FDP-Lokalpolitikerin. Die ausbleibenden Würdigungen der kommunalpolitischen Leistungen schmerzten umso mehr, weil „sonst ja sehr häufig gemeckert wird“. Entsprechend enttäuscht zeigt Andrea Metz sich, vor allem aufgrund der vorangegangenen Leistung über Monate hinweg. „Wir machen das alle ehrenamtlich, in unser freien Zeit. Und wir bringen unsere Ideen ein und Zeit und Arbeit und alles Mögliche – und dann kommt da so ne Schlagzeile“, sagt Metz.
Dass die Stadtverwaltung in ihrer Pressemitteilung dann noch schreibt, die „Prüfung war mit einem enormen Arbeitsaufwand für die Verwaltung verbunden“, bringt das Fass fast zum Überlaufen. „Im Grunde wollte die Verwaltung, dass wir die Arbeit machen, die haben wir jetzt auch gemacht und jetzt beschwert sie sich noch im Nachhinein, dass sie nacharbeiten musste“. Das Zuviel an Arbeit hätte die Verwaltung vermeiden können, wenn sie es direkt richtig gemacht hätte, so Metz. Die Fraktionsvorsitzende der FDP im Stadtrat verweist exemplarisch darauf, dass man seitens der Stadt zunächst ein ein freiwilliges Haushaltssicherungskonzept vorgelegt habe, allerdings keine konkreten Zahlen, mit denen die Politik hätte arbeiten können. „Hätte man es direkt richtig gemacht, wäre es nicht so schlimm geworden“, sagt Metz.
„Die im Rat meckern nur. Und die Stadt macht alles richtig“ – genau dieser Eindrucke solle nicht aufkommen, sagt Andrea Metz.

