Die Preissituation an der Aral-Tankstelle im Nevigeser Ortskern gegen 13:30 Uhr am Donnerstag. Foto: Volkmann
Die Preissituation an der Aral-Tankstelle im Nevigeser Ortskern gegen 13:30 Uhr am Donnerstag. Foto: Volkmann

Velbert. Seit 1. April gilt an den Tankstellen eine neue Regelung: Nur noch einmal pro Tag dürfen die Preise erhöht werden – um 12 Uhr mittags. “High Noon” an der Zapfsäule bekommen Autofahrer auch in Velbert zu spüren. 


Die Idee der neuen Tankregeln ist simpel: Nur noch einmal täglich dürfen die Tankstellen – jeweils um 12 Uhr mittags – die Preise erhöhen. Preisnachlässe sind hingegen jederzeit möglich.

Die explodierenden Kraftstoffpreise in Folge des Iran-Nahost-Konflikts hatten di Bundesregierung unter Zugzwang gesetzt. Ein Maßnahmenpaket hatte der Bund daher Ende März beschlossen und zum 1. April in Kraft gesetzt. Ziel sei, gegen “missbräuchliche Preiserhöhungen bei Kraftstoffen leichter und schärfer” vorgehen zu können. Für Autofahrer solle das letztlich für mehr Verlässlichkeit und Transparenz sorgen, wie die Bundesregierung erklärt.

Bislang war es so, dass die Preise an den Tankstellen auf beständiges Auf und Ab waren – mehr als 20 Mal änderte sich so der Spritpreis. Teuer war es vor allem zu stark frequentierten Zeiten, beispielsweise im Berufsverkehr. Mit niedrigeren Zwischenspitzen sank dann im Tagesverlauf meistens der Preis – der Stopp an der Zapfsäule war bislang für den Abend angeraten. Nun ist es anders: der ADAC schätzt den Vormittag vor dem möglichen Erhöhungszeitpunkt als ideal ein, um bei Benzin und Diesel günstiger wegzukommen. Das habe man anhand der Erfahrung aus Österreich abgelesen, wo es eine solche Tankregelung bereits seit rund 15 Jahren gibt.

Hohe Spritpreise: Autofahrer können weiterhin sparen

“Eine Stichprobenerhebung des österreichischen Automobilklubs ARBÖ zeigt, dass die Spritpreise in unserem Nachbarland zwischen 10 Uhr und kurz vor 12 Uhr am niedrigsten sind. Zwischen 12 und 14 Uhr ist es dort hingegen für Autofahrende in der Regel am teuersten”, erklärt der Autobmobilclub.

Auch Autofahrer in Velbert müssen ihr Tankverhalten verändern, um Geld zu sparen. Das passiert derzeit angesichts der weiter steigenden Ölpreise allerdings auf hohem Niveau: Brent und WTI schossen jüngst um rund sieben Prozent nach oben auf nun rund 107 US-Dollar. An den Tankstellen bekommen Verkehrsteilnehmer das zu spüren – zusätzlich macht sich auch die “High Noon”-Maßnahme bemerkbar.

Pünktlich gegen 12 Uhr knallte am 1. April beispielsweise an der Star-Tankstelle in Neviges der Preis für Super E10 um rund sechs Cent in die Höhe, sank dann im Tagesverlauf knapp unter das Vorniveau ab. Beim Diesel war es ähnlich. Und auch an anderen Tankstellen im Velberter Stadtgebiet bot sich laut Online-Auswertung des Portals “Clever tanken” ein vergleichbares Bild.

Der ADAC gibt an, man wolle weitere Daten erheben, um anschließend über neue Tank-Tipps zu informieren. Bisherige Markbeobachtungen hatten Preisschwankungen von rund 13 Cent im Tagesverlauf offengelegt.

Wer übrigens auf einen Einmaleffekt am 1. April gehofft hat, wird an der Zapfsäule enttäuscht: Auch am Donnerstag ging es pünktlich gegen 12 Uhr nach oben mit den Tankpreisen. Teils fiel der Sprung sogar noch deutlicher aus als am Vortag.