Statt mit "Kasernen" möchte der Bürgerverein Düssel den Sportplatz mit einem kunstvollen Wohnturm bebaut sehen. Bild: BV Düssel/Archiv
Statt mit "Kasernen" möchte der Bürgerverein Düssel den Sportplatz mit einem kunstvollen Wohnturm bebaut sehen. Bild: BV Düssel/Archiv

Wülfrath. Der Bürgerverein Düssel hat seine Idee für eine Bebauung des Sportplatzes vorgestellt: Ein Turm mit Wohnungen und einer Dachterrasse – und zwar im Hundertwasser-Stil. 

Der Bürgerverein Düssel stellt oft Ideen für „das Dorf“ vor, hegt und pflegt Plätze und Verweilmöglichkeiten, denkt inzwischen sogar visionär. Der Anknüpfungspunkt für eine Projektidee sind diesmal die städtischen Planungen für die Bebauung des Düsseler Sportplatzes. Den Mehrfamilienhäusern erteilen die Vereinsverantwortlichen eine Absage: „Wir wollen keine kasernenartige Bebauung auf unserem ehemaligen Sportplatz in Düssel, wie sie die Verwaltung in ihrer Vorlage präsentiert hat“, kritisiert der Vereinsvorsitzende Thomas Kaulfuß. Anderslautenden Aussagen seitens der Stadt Wülfrath begegnet der Verein mit Skepsis, insbesondere weil die Verwaltung betonte, durch die Bebauung dürfe kein Loch in die Kasse gerissen werden. „Aus unserer Sicht bleibt da eine architektonisch einheitliche, mehr oder minder langweilige, aber preiswerte Bebauung die erste Wahl für Stadt“, so Kaulfuß.

In den Plänen des Bürgervereins soll es hoch hinaus gehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ein an den Hundertwasser-Stil erinnernder Wohnturm mit einer Dachterrasse samt Café soll auf dem Sportplatz entstehen.

Die Idee ist stilistisch nicht so weit hergeholt wie man zunächst annehmen könnte: Im  Hundertwasser-Kindergarten und der Hundertwasser-Siedlung spiegelt sich die Kunst des österreichischen Malers und Architektur-Visionärs bereits wider. Vereinssprecher Reinhart Hassel sieht in dem Wohnturm ein „architektonisches Highlight“.

Die Planungsskizze des „Düsselturm“ bilde laut Thomas Kaulfuß jedenfalls in der Formensprache einen „eklatanten Kontrast zur Planung der Stadt“. Aber der Bürgermeister habe schließlich dazu aufgefordert, eigene Vorschläge zu machen.

Letztlich soll der Turm nicht nur hübsch anzusehen sein, sondern ein positives Wohnumfeld bieten: Weniger versiegelte Flächen als im Entwurf der Stadt, viel Platz für Gestaltungsgrün, ein Spielplatz und Abstellflächen. Kurzum: Der Leuchtturm soll äußerst attraktiven Wohnraum schaffen, „denn es ist bekannt, dass Wohnraum in der Formensprache von Friedensreich Hundertwasser sehr begehrt ist“, erklärt man beim Bürgerverein. Dort sieht man auch für Düssel selbst einen Vorteil: Das „Dorf an der Düssel“ würde enorm aufgewertet, locke viele interessierter Besucher an.

Das soll letztlich auf die gesamte Kalkstadt abstrahlen: Wer einmal in Düssel sei, interessiere sich auch für den Zeittunnel, das Niederbergische-Museum, den Schlupkothener Bruch und die Gastronomie in Düssel und Wülfrath.

Thomas Kaulfuß fasst es so zusammen: „Aus unserer Sicht schlägt ein solches im wahrsten Sinne des Wortes Leuchtturmprojekt alle Fliegen mit einer Klappe durch ein äußerst attraktives Äußeres mit genügend Wohneinheiten in begrünter Umgebung und vielleicht einem Wiener Kaffeehaus auf dem Dach, von dem aus man die Kuppel des Kindergartens sehen kann. Von der Steigerung der Attraktivität Düssels und damit auch der gesamten Stad Wülfrath ganz zu schweigen.“

Kritik übt der Bürgerverein zudem an fehlenden Plänen bei der Anbindung an den ÖPNV  und an den Entwicklungen beim „städtischen Wärmekonzept“. Das mache eine Neubewertung des ehemaligen Sportplatzes zwingend notwendig.

Und die Kosten für den Düsselturm? Sie waren kein Bestandteil der Projektidee. Die Kostenfrage könnten nur die Verwaltung oder ein interessierter Bauträger beantworten, so Reinhart Hassel. „Ich bin da optimistisch, dass sich ein solches Projekt in der wirtschaftlichen Gesamtschau für Wülfrath durchaus rechnen könnte, auch wenn die einzelwirtschaftliche Betrachtung für den Bau eines Düsselturms vielleicht teurer ist als für die angedachte Lösung der Stadt. Die Stadt muss nur wollen.“

Die Verwirklichung der Wohntraum-Turmes sei „eben nichts für Zauderer, sondern für Macher, die Freude daran haben, dass scheinbar Unmögliche Mögliche zu machen und so auch Zeichen setzen wollen und können“. Mit dieser Botschaft richtet der Bürgerverein Düssel sich explizit an die Politik und die Verwaltung der Stadt Wülfrath.