Beim Start war bei der Wülfratherin Anne-Katrin Reinl noch alles in Ordnung - das Event verlief später allerdings nicht wie erhofft. Foto: privat
Beim Start war bei der Wülfratherin Anne-Katrin Reinl noch alles in Ordnung - das Event verlief später allerdings nicht wie erhofft. Foto: privat

Wülfrath/Duisburg. Die Wülfrather Triathletin Anne-Katrin Reinl hat erfolgreich am diesjährigen „Ironman 70.3“ in Duisburg teilgenommen. Die Ziellinie überquerte di Athletin trotz im Rennverlauf erlittener Verletzung – der Weg führte dann jedoch in die Klinik. 


Nach mehr als drei Monaten kompletter Sportpause und einer Handverletzung feierte Anne-Katrin Reinl beim „Ironman 70.3″ in Duisburg ein starkes Comeback. Erst im Juni konnte die Wülfratherin überhaupt erst wieder mit dem Radfahren und Laufen beginnen, im Juli folgte der Wiedereinstieg in das Schwimmtraining. Jüngst stand sie auf dem Podium – doch der Renntag endete im Krankenhaus.

Die Anspannung vor dem Start war riesig. Nach so langer Pause weiß man schließlich nicht, wo man steht. Vor allem das Schwimmen war eine große Unbekannte: Die verletzte Hand war im Training noch längst nicht wieder voll belastbar. „Ich wollte einfach Freude haben, das Rennen genießen und am Ende schauen, was dabei herauskommt“, so Anne-Katrin Reinl, die als Nummer 11 an den Start ging. Ihre ihre Lieblingszahl.

Bereits das habe für ein erstes gutes Gefühl gesorgt, freut sich Reinl. Das Rennen lief zunächst besser als erwartet. Die 1,9 Kilometer im Wasser absolvierte die Wülfratherin in 35:54 Minuten. Danach folgte allerdings der erste Schreckmoment: Beim Herauslaufen aus der Wechselzone kollidierte sie mit einem anderen Athleten. Ihr Fahrrad fiel um, das Kettenblatt schnitt sich dabei in ihren unteren Knöchel. Der Fuß blutete stark. Trotzdem stieg Reinl aufs Rad. „Ich habe versucht, darüber einfach nicht weiter nachzudenken und ins Rennen zu kommen“, sagt sie. Und das funktionierte erstaunlich gut. Die 90 Kilometer absolvierte sie in 2:23:41 Stunden bei einem Schnitt von 37,2 km/h. Es war die zweitschnellste Radzeit ihrer Altersklasse.

Topleistungen trotz Verletzung

Anne-Katrin Reinl hat trotz Verletzung gute Leistungen abgeliefert. Foto: privat
Die Nummer 11 sorgte für ein gutes Gefühl: Anne-Katrin Reinl hat trotz Verletzung gute Leistungen abgeliefert. Foto: privat

Auch beim anschließenden Halbmarathon hielt Reinl das Tempo. Erst auf der letzten Runde rund um die Regattabahn in Duisburg wurden die Schmerzen im Fuß stärker. Nach 1:35:50 Stunden war jedoch auch der Lauf geschafft – mit der schnellsten Laufzeit ihrer Altersklasse.

Im Ziel konnte Reinl kaum glauben, was sie gerade geschafft hatte: Platz 2 in ihrer Altersklasse, Platz 10 aller Frauen – und damit sogar ein Startplatz für die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft 2027 in Chattanooga. Den Slot nahm Anne-Katrin Reinl diesmal nicht an. Trotzdem war das Ergebnis nach dieser kurzen Vorbereitungszeit eine Überraschung, mit der sie selbst nicht gerechnet hatte.

Doch dann nahm der Tag eine bittere Wendung. „Aus dem zunächst geplanten ‚Pflaster drauf und duschen‘ wurde beim medizinischen Dienst im Zielbereich ein Krankenhausaufenthalt“, erzählt Reinl. „Die Wunde am Knöchel war nach fast vier Stunden noch immer offen. Mehrere Schnitte mussten desinfiziert, gespült und genäht werden“.

Anschließend ging es zurück zur Siegerehrung – ohne Dusche. „Und plötzlich war da keine Freude mehr“, so Reinl. Bei ihr überwog vor allem die Sorge, erneut aufgrund einer Verletzung ausgebremst zu werden. Aber: Das Rennen hatte Reinl nach ihrer vorherigen Zwangspause gezeigt, dass der Weg zurück funktioniert. „Jetzt heißt es wieder: Pause und Geduld“.

Denn das nächste große Ziel steht bereits fest: Am 12. September wartet die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza. Für dieses Rennen ist Anne-Katrin Reinl bereits qualifiziert. Ob der Fuß rechtzeitig wieder belastbar ist, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.