Kreis Mettmann. Immer mehr Rentnerinnen und Rentner im Kreis Mettmann erhalten Grundsicherung. Seit 2021 hat sich die Anzahl jener Menschen, bei denen das Geld im Alter zum Leben nicht reicht um 21,3 Prozent erhöht.
Immer mehr Rentnerinnen und Rentner im Kreis Mettmann sind auf Grundsicherung angewiesen. Zum Jahresende 2025 waren es 4.755 Personen, wie aus Zahlen der NRW-Statistiker von IT NRW hervorgeht. Im Vergleich zum Jahresende 2021 ist diese Zahl um 21,3 Prozent – oder in absoluten Zahlen um 835 Personen – gestiegen. Seit den Rentenreformen im Jahr 2000 ist das Rentenniveau von rund 53 Prozent auf nur noch 48 Prozent abgesenkt worden. Deswegen sind mehr Rentner als je zuvor auf Grundsicherung im Alter angewiesen.
Für den Deutschen Gewerkschaftsbund steht fest: Wer Jahrzehnte gearbeitet habe, müsse sich auf eine ausreichende Rente im Alter verlassen können. Deshalb dürfe das derzeitige Rentenniveau auf keinen Fall weiter absinken. „Im Gegenteil: Es muss auf mindestens 50 Prozent steigen. Von einer armutsfesten gesetzlichen Rente profitiert auch die junge Generation. Die entscheidende Frage lautet: Woher kommt das Geld? Wer wie der Bund auf der Einnahmeseite ein Problem hat, muss dort ansetzen – nicht allein auf der Ausgabenseite kürzen. Vermögen, das für sich selbst arbeitet, bleibt aber bisher weitgehend unbelastet“, so der DGB.
Eine faire Besteuerung von Kapitalvermögen würde die Rentenfinanzierung langfristig sichern. „Nur ein ausreichendes Rentenniveau ermöglicht eine auskömmliche Rente. Werden die Konzepte umgesetzt, die derzeit auf dem Tisch liegen, wird sich der Trend fortsetzen und immer mehr Menschen werden in die Grundsicherung abrutschen. Es ist falsch, das Rentenalter pauschal zu erhöhen und den Renteneintritt an die Lebenserwartung zu koppeln – denn das geht an der Realität viel zu vieler Menschen vorbei. Viele schaffen es schon heute nicht, gesund bis zum Renteneintritt zu arbeiten. Dringend notwendig ist auch die Abschaffung der versicherungsfreien Minijobs. Vor allem Frauen arbeiten in dieser prekären Arbeitsform und können so nicht für ihre Rente vorsorgen. Die Folge: Überdurchschnittlich oft sind Frauen von Altersarmut betroffen. Tendenz steigend. Wir brauchen höhere Löhne, mehr tarifgebundene und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge auf Basis von Tarifverträgen gehört ebenfalls dazu. Das ist der beste Schutz gegen Altersarmut“, so der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Mettmann Vassilios Athanassiou.


