Velbert. Am Mittwoch, 27. Mai, haben Tricktäter einen 74-Jährigen bestohlen. Die Kriminellen haben dabei den sogenannten Kettentrick genutzt. Die Polizei warnt.
In den vergangenen Wochen ist es in den Städten im Kreis Mettmann mehrfach zu Taten gekommen, bei denen die Kriminellen mit der Masche des “Kettentricks” zuschlugen. Jüngst kam es zu einem Vorfall in Ratingen – und nun waren Trickdiebe bei einem 74 Jahre alten Mann aus Velbert erfolgreich. Die Kreispolizeibehörde gibt an, man habe zuletzt eine Häufung des so genannten Kettentricks registriert.
“Hierbei tauschen Trickbetrügerinnen und Trickbetrüger unbemerkt den hochwertigen Schmuck ihrer Opfer durch minderwertigen Modeschmuck aus”, erklärt die Polizei.
Am Mittwoch gegen 10:30 Uhr wurde der Senior an der Schloßstraße von einem Mann aus einem langsam heranfahrenden Auto angesprochen, hieß es von offizieller Seite. “Der ihm unbekannte Autofahrer fragte den 74-Jährigen nach dem Weg zu einem Krankenhaus. Nachdem der Senior dem Fahrer den Weg erklärt hatte, stiegen dieser und seine Beifahrerin aus und legten dem Senior zum Dank Schmuck an. Erst nachdem sich die beiden mit dem Auto in unbekannte Richtung entfernt hatten, fiel dem Velberter auf, dass seine ursprünglich getragene Goldhalskette entwendet worden war.”
Er beschreib den Täter als circa 50 Jahre alt, mit schwarzen Haaren und kurzem, dunklem Bart. Die Frau soll ungefähr 50 Jahre alt sein und dunkle Haare haben.
Die Kriminalpolizei ermittelt und fragt: Wer hat zur Tatzeit etwas Verdächtiges an der Schloßstraße beobachtet?
Hinweise nimmt die Polizei in Velbert jederzeit unter 02051 946-6110 entgegen.
So läuft der Kettentrick ab
Die Kriminellen handeln meistens alleine oder in kleinen Gruppen. Sie suchen gezielt nach älteren Menschen, die sichtbar wertvollen Schmuck tragen, wie die Kreispolizeibehörde erklärt. “Die Taten finden in der Regel im öffentlichen Raum statt, also auf Straßen, Wegen, Plätzen oder auch in Cafés. Unter einem Vorwand nehmen die Kriminellen hier Kontakt zu ihren Opfern auf. Ein häufiger Vorwand ist die Bitte um eine Auskunft, beispielsweise eine Wegbeschreibung.” Häufig geschehe die Ansprache – wie bei dem Vorfall in Velbert – auch aus einem langsam fahrenden Auto heraus.
Die Kriminellen täuschen eine überschwängliche Dankbarkeit für die gegebene Auskunft vor und nehmen diese Dankbarkeit zum Anlass, dem Opfer ein Geschenk in Form von billigem Modeschmuck zu machen. “Durch die Überschwänglichkeit in Sprache und Gestik soll das Opfer überrumpelt und abgelenkt werden. Unter dem Vorwand, beim Anlegen des Schmucks zu helfen, nehmen sie körperliche Nähe zu ihrem Opfer auf, indem sie es beispielsweise umarmen oder die Hände oder Unterarme umfassen”, so die Behörde.
Während die Kriminellen den Modeschmuck anlegen, öffnen sie zeitgleich den Verschluss des echten Schmuckstücks und entwenden es unbemerkt. Oft bemerken die Betroffenen den Diebstahl erst später. Die Polizei rät: “Seien Sie skeptisch, wenn Fremde sich Ihnen auf der Straße körperlich nähern. Stehen Sie, zur Not auch energisch, für Ihren persönlichen Raum ein. Suchen Sie zudem offensiv Hilfe, wenn Sie sich bedrängt oder unsicher fühlen. Sprechen Sie gezielt andere Personen an oder rufen Sie um Hilfe.”
Man solle nach einem Diebstahl oder einem Tatversuch die Polizei über den Notruf 110 verständigen und den Beamten relevante Details wie das Aussehen der Täter oder deren Fluchtrichtung mitteilen. So kann die Polizei ihre Fahndungsmaßnahmen erfolgreicher durchführen.


