Benzinpreise
Der Ukraine-Krieg spiegelt sich in den Preistafeln an den Tankstellen wider. Foto: Volkmann

Kreis Mettmann. Der Ukraine-Krieg wird immer mehr auch in den Geldbeuteln spürbar, vor allem bei den Autofahrern. Um 2 Euro kostet der Liter Sprit – Diesel ist dabei dieser Tage sogar teurer als Benzin.  

Am Rohölmarkt herrscht aufgrund des Ukraine-Krieges große Nervosität. Zu spüren bekommen Autofahrer das an den Zapfsäulen. Dort liegen die Preise für Benzin und Diesel teils bei rund zwei Euro.

Die Hauptursache für die stark steigenden Kraftstoffpreise erklärt der ADAC so: „Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und von Befürchtungen über Lieferausfällen auf die Rohölnotierungen“. Die 100-Dollar-Grenze ist beim Rohölpreis inzwischen überstiegen, rund 118 US-Dollar kostet derzeit ein Barrel der Nordseesorte Brent.

Der Automobilclub rät dazu, „alle Möglichkeiten zum Sparen beim Tanken zu nutzen“. So seien Diesel und Benzin morgens gegen 7 Uhr teurer als beispielsweise in den Abendstunden zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 21 Uhr. Auch die Preisunterschiede zwischen den Tankstellen können erheblich sein, der ADAC hat nach eigenen Auswertungen Unterschiede von bis zu sechs Cent ausgemacht. Mehr als dreißigmal pro Tag ändern Tankstellen teils die Preise, das geht aus Statistiken des Portals „Mehr tanken“ hervor.

Apps und Vergleichsportale im Internet können beim Sparen helfen, sie zeigen die aktuellen Literpreise an, die an den Zapfsäulen angeschlagen sind. So können Autofahrer vor der Fahrt zur Tankstellen checken, ob sich ihrer Meinung nach das Befüllen lohnt.

Besonders kurios dieser Tage: Diesel ist zeitweise deutlich teurer als Benzin (Super oder E10), trotz steuerlicher Vorteile. Das lässt sich offenbar direkt auf den anhaltenden Ukraine-Konflikt zurückführen, denn ein großer Teil des Diesels stammt aus Russland: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln gibt an, Russland sei ein „wichtiger Lieferant“ für Diesel. 15 Prozent des hierzulande in die Autotanks gepumpten Diesels stammen aus Russland. Diese Zahl aus dem Jahr 2019 teilte das Institut am Donnerstag mit.

„Raffinerien können nicht in beliebigem Verhältnis Benzin und Diesel produzieren“, erklärt das Institut der deutschen Wirtschaft. Die deutschen Raffinerien seien bereits stark auf Dieselproduktion ausgerichtet, könnten aber anders als beim Benzin den Bedarf nicht decken. „Der Dieselbedarf wiederum ist in Europa mit seinen vielen Diesel-Pkw relativ hoch“. In anderen Ländern werde der Kraftstoff fast nur für Nutzfahrzeuge verwendet. Importe deckten dort die entstandene Lücke. Der Ausblick des IW fiel Donnerstag nicht besonders optimistisch aus: „Da die Produktionslücke die gesamte EU betrifft, importieren die Länder große Mengen Diesel aus Russland – hier verzeichnen Raffinerien einen Überschuss. Zwar waren die Dieselimporte auch durch Corona rückläufig, aber sie sind aufgrund der weltweiten Produktionsstrukturen in den Raffinerien kaum zu ersetzen“,

Der Druck auf den Dieselpreis dürfte daher hoch bleiben, so die Einschätzung aus dem Institut der deutschen Wirtschaft.

Die hohen Spritpreise sind eine Folge mehrerer Faktoren: zu den hohen Ölpreisen kommen höhere Steuern hinzu, so die angehobene CO2-Abgabe. Und auch der Wertverlust des Euro im Gegensatz zum US-Dollar spielt eine Rolle.