Ein Blick in die Eissporthalle. Foto: Alexander Heinz
Ein Blick in die Eissporthalle. Foto: Alexander Heinz

Ratingen. Wegen akuter Gebäudeschäden kann die Ratinger Eissporthalle vorerst nicht genutzt werden. Das teilt die Stadt Ratingen mit.


Die Halle könne auf keinen Fall wie geplant Anfang September für Eishockey-Training in Betrieb genommen werden, meldet die Stadt Ratingen. Ob und wann zu einem späteren Zeitpunkt im Herbst wenigstens ein Notbetrieb ermöglicht werden kann, werde unter Hochdruck geprüft.

„Vielleicht schaffen wir es im Oktober, aber wir müssen ehrlich sein: Das wäre ein Best-Case-Szenario, das noch durch viele Unwägbarkeiten durchkreuzt werden kann“, sagte Bürgermeister Patrick Anders. „Mir ist völlig klar, wie extrem schwierig die Situation für die Ice Aliens wird, wenn ihnen die Eissporthalle nicht zur Verfügung steht, und es tut mir in der Seele weh, dass wir so eine Botschaft überbringen müssen. Aber ebenso klar muss sein, dass wir nicht öffnen können, wenn Leib und Leben der Besucherinnen und Besucher in Gefahr ist.“

Die gravierendsten Schäden betreffen das Tragwerk der Halle, das regelmäßig geprüft wird. Eine solche stichprobenartige Prüfung fand im Juni dieses Jahres statt, dabei wurden zunächst an einem Träger Risse von einer Dimension festgestellt, die einen kurzfristigen Handlungsbedarf erforderlich macht. Daraufhin wurde eine vertiefte Prüfung veranlasst. Diese ergab ein Schadensbild, das noch gravierender war als erwartet. Mindestens vier von zwölf Trägern sind akut sanierungsbedürftig. Ob das gesamte Tragwerk noch hält, und wenn ja, unter welchen Bedingungen, wird zurzeit noch abschließend durch Messungen und Berechnungen erermittelt.

Erschwerend für den Befund kommt hinzu, dass die klimatischen Bedingungen in der Halle von erheblicher Bedeutung für die Tragfähigkeit der Konstruktion sind. Wenn Eis in der Halle ist, verhält sie sich anders als ohne Eis. Allein schon deshalb müsste selbst im besten Fall nach der Eisaufbereitung ein paar Wochen lang durch engmaschige Messungen beobachtet werden, wie sich die Träger verhalten. Ob sich am Ende ein Befund ergibt, der eine vorerst sichere Nutzung der Halle ermöglicht, muss abgewartet werden.

Unabhängig von den Tragwerksschäden wurden bei weiteren Prüfungen auch sicherheitsrelevante technische Mängel in der Halle festgestellt. So muss die Ammoniak-Kälteanlage im Hinblick auf die Notfall-Absicherung umgerüstet werden, und es muss ein neuer Wärmetauscher installiert werden, weil der alte kurzfristig ausgefallen ist. Auch wegen dieser Maßnahmen könnte die Halle nicht Anfang September in Betrieb gehen, sondern allerfrühestens im Oktober. Dies hängt jedoch, wie ausgeführt, von den weiteren Prüfungen des Tragwerks ab.

„Wir haben den Vorstand der Ice Aliens am heutigen Freitag über diese extrem unerfreuliche Entwicklung informiert, auch wenn wir noch keinen endgültigen Befund haben, denn die Saisonplanung ist ja schon weit fortgeschritten“, sagte Patrick Anders. „Natürlich wird die Stadt die Aliens in dieser schwierigen Situation nach Kräften unterstützen, auch wenn wir das, was sie am dringendsten bräuchten, nämlich bespielbares Eis, zurzeit leider noch nicht liefern können.“

Bei den Ice Aliens zeigt sich der Vorstand trotz der überraschenden Hiobsbotschaft optimistisch: „Wie uns der Bürgermeister Patrick Anders versicherte, wird mit Hochdruck an den endgültigen Prüfungen und Fertigstellung der anschließenden Sanierungen gearbeitet. Wir gehen davon aus, dass wir Anfang bis Mitte Oktober unsere Halle wieder für den gesamten Eishockeysport nutzen können“. Man arbeitet an Lösungsmöglichkeiten für den Trainings- und Spielbetrieb sowohl für die erste Mannschaft als auch für die gesamte Nachwuchsabteilung.

„Wir sind zuversichtlich, dass die Stadt Ratingen uns bei unseren Bemühungen nach Kräften unterstützen wird. Sobald wir neue Informationen vorliegen haben, geben wir diese selbstverständlich an euch weiter“, so der Vorstand.