Die Anger ist für Ratingen ein prägendes Gewässer. Foto: privat/IG Anger e.V.
Die Anger ist für Ratingen ein prägendes Gewässer. Foto: privat/IG Anger e.V.

Ratingen. Engagierte Ratinger kümmern sich um ihr Gewässer – die Anger. Im Rahmen eines bundesweiten Projekts analysieren die Ehrenamtlichen als Interessengemeinschaft den Zustand des Baches. 


Die Anger ist für Ratingen ein prägendes Gewässer. Als Kümmerer haben sich Bürgerinnen und Bürger im Rahmen des bundesweiten FLOW-Projekts zu der Interessengemeinschaft Anger zusammengeschlossen. Das Ziel: Gemeinsam mit Wissenschaft und Bürgerforschung soll der ökologische Zustand des Baches untersucht werden. Unter anderem möchten die Engagierten so Ansatzpunkte für den langfristigen Schutz und die Weiterentwicklung des Gewässers aufzeigen. Die bisherigen Ergebnisse deuten auf eine gute ökologische Qualität der Anger hin.

„Mit der Teilnahme am FLOW-Projekt möchten wir wissenschaftlich fundiert aufzeigen, wie sich die Anger entwickelt und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. Naturschutz beginnt mit dem Verständnis des Gewässers“, erklärt Lars Wetteskind als Vorsitzender – der Interessengemeinschaft.

Das Citizen-Science-Projekt untersucht bundesweit den ökologischen Zustand kleiner Bäche und Fließgewässer. „FLOW“ steht für: Fließgewässer erforschen – gemeinsam Wissen schaffen. Getragen wird das Projekt vom Deutschen Angelfischerverband (DAFV), dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und dem Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv). Gefördert wird es durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Nationale Monitoringzentrum zur Biodiversität (NMZB).

Im Rahmen dieses Projekts hat die Ratinger Interessengemeinschaft die Anger in Ende Mai untersucht. Erfasst wurden die Gewässerstruktur, verschiedene chemisch-physikalische Wasserparameter sowie die Lebensgemeinschaft wirbelloser Tiere – und die Ergebnisse zeigen ein insgesamt positives Bild. Die Gewässerstruktur sei mit einem Index von 2,00 bewertet worden. Der SPEAR-Index habe einen Wert von 0,67 und damit die Güteklasse „gut“ erreicht, wie der Verein mitteilt.

Der SPEAR-Index ist ein wissenschaftlich etablierter Bioindikator. Er bewertet anhand empfindlicher wirbelloser Tierarten mögliche Belastungen durch Pflanzenschutzmittel und bestätigt für die Anger eine gute ökologische Qualität.

Visualisiert sehen die Ergebnisse so aus. Bild: IG Anger e.V.
Visualisiert sehen die Ergebnisse so aus. Bild: IG Anger e.V.

Die Interessengemeinschaft behält ihre Anger schon länger im Blick. Die gemeinnützige Vereinigung aus Anglerinnen und Anglern bewirtschaftet seit 2005 einen rund 5,5 Kilometer langen Abschnitt des Gewässers in Ratingen. Im Mittelpunkt stehen Umwelt-, Natur- und Gewässerschutz.

Die Teilnahme am FLOW-Projekt ist Teil eines langfristigen Engagements für die ökologische Entwicklung der Anger. Bereits in der Fachzeitschrift „Die Fischwaid“ (AFZ – Allgemeine Fischerei-Zeitung – Ausgabe 1/2026) wurde über wissenschaftlich begleitete Untersuchungen und Maßnahmen zur Förderung standorttypischer Fischarten berichtet. Die Veröffentlichung verdeutlicht den Ansatz des Vereins, Gewässerschutz auf belastbare wissenschaftliche Erkenntnisse zu stützen.

Die aktuellen FLOW-Ergebnisse ergänzen diese Arbeiten um Daten zur Gewässerstruktur, Wasserqualität und zu wirbellosen Tierarten als Bioindikatoren. Zusammen entsteht ein umfassendes Bild des ökologischen Zustands der Anger und eine belastbare Grundlage für zukünftige Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen.

Gemeinsam Verantwortung für die Anger übernehmen

Die engagierten Ratinger kümmern sich um den Zustand der Anger. Foto: privat/IG Anger e.V.
Die engagierten Ratinger kümmern sich um den Zustand der Anger. Foto: privat/IG Anger e.V.

Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse möchte die Interessengemeinschaft Anger die Bürgerinnen und Bürger in Ratingen transparent über den Zustand ihres Gewässers informieren und „das Bewusstsein für die Bedeutung intakter Fließgewässer stärken“, so Lars Wetteskind. Auch zukünftig wolle man sich für Verbesserungen der Gewässerstruktur, den Schutz der biologischen Vielfalt, wissenschaftliche Untersuchungen sowie die Unterstützung von Renaturierungsmaßnahmen einsetzen. Die gesamte Arbeit erfolgt ehrenamtlich.

„Wer die ökologische Entwicklung der Anger unterstützen möchte, kann mit einer Spende einen direkten Beitrag leisten“, so Wetteskind. Jeder Euro helfe, zukünftige Gewässerschutzprojekte, wissenschaftliche Untersuchungen, Artenhilfsmaßnahmen und Renaturierungsprojekte an der Anger zu ermöglichen.

„Gemeinsam können wir dazu beitragen, die Anger als wertvollen Lebensraum für kommende Generationen zu erhalten und weiterzuentwickeln“, ruft Lars Wetteskind auf. Spenden kann man online unter diesem Link: https://bcause.com/one-pager/transaction/ig-anger-ev/frc-333209880570269696.