Kreis Mettmann. Die Kreispolizeibehörde warnt vor dem sogenannten Kettentrick. Betrüger lenken ihre Opfer ab und tauschen dabei echten Schmuck gegen Modeschmuck aus.
“Die Kriminellen agieren meist alleine oder in kleinen, nicht offen wahrnehmbaren Gruppen. Sie suchen oft gezielt nach älteren Menschen, die sichtbar wertvollen Schmuck tragen”, so die Kreispolizeibehörde. Die Tricktaten ereignen sich zumeist im öffentlichen Raum, beispielsweise auf Straßen, Wegen, Plätzen oder sogar in Cafés. “Unter einem Vorwand nehmen die Kriminellen hier Kontakt zu ihren Opfern auf. Ein häufiger Vorwand ist die Bitte um eine Auskunft, beispielsweise eine Wegbeschreibung zum nächstgelegenen Krankenhaus oder einem öffentlichen Gebäude. Häufig geschieht die Ansprache auch aus einem langsam fahrenden Auto heraus”, erklärt die Polizei. Vorgespielte Dankbarkeit nutzen die Kriminellen aus, um Körperkontakt zu ihren Opfern herzustellen und sie zugleich abzulenken.
“Unter dem Vorwand, beim Anlegen des Schmucks zu helfen, nehmen sie körperliche Nähe zu ihrem Opfer auf, indem sie es beispielsweise umarmen oder die Hände oder Unterarme umfassen. Während die Kriminellen den Modeschmuck anlegen, öffnen sie zeitgleich den Verschluss des echten Schmuckstücks und entwenden es unbemerkt. Oft bemerken die Betroffenen den Diebstahl erst, wenn die Kriminellen sich bereits entfernt haben”, erklärt die Kreispolizei zu dem Trick.
Jüngst kam es im Kreisgebiet zu mehreren solcher Taten: Am Sonntag, 3. Mai, hatte eine etwa 45 Jahre alte Frau auf dem Gehweg an der Rheinlandstraße eine 82-jährige Heiligenhauserin nach dem Weg zum Krankenhaus gefragt. Als die Seniorin der Dame half, gab die Frau an, sich bei der Dame bedanken zu wollen. Hierzu legte sie der Seniorin eine Kette um den Hals. Zuhause stellte die 82-Jährige fest, dass ihre ursprünglich getragene Goldkette entwendet worden war. Zwei Tage später, am 5. Mai, kam es zu einer vergleichbaren Tat an der Stettiner Straße, bei der eine 73-Jährige in den Fokus von Kriminellen geriet. Auch im benachbarten Ratingen ereignete sich ein Vorfall: Ebenfalls am 5. Mai wurde eine 54-Jährige an der Dieselstraße um ihre Kette gebracht. Die Täterin wird beschrieben als etwa 50 Jahre alt und etwa 1,60 Meter groß. Sie trug ein braunes Kopftuch und hatte braune Haare.
Die Polizei mahnt zu Vorsicht: “Seien Sie skeptisch, wenn Fremde sich Ihnen auf der Straße körperlich nähern. Stehen Sie, zur Not auch energisch, für Ihren persönlichen Raum ein. Suchen Sie zudem offensiv Hilfe, wenn Sie sich bedrängt oder unsicher fühlen.”


