Bochum/Velbert. Die Parfümerie Pieper hat einen Partner für ihre Zukunft gefunden. Die französische Unternehmerfamilie Konckier wird das Unternehmen aus Bochum übernehmen. Eine Filiale betreibt die Kette in der Velberter Innenstadt.
Die strategische Vereinbarung soll die Zukunft der Marke Pieper sichern und den Grundstein für “eine moderne und nachhaltige Neupositionierung des Unternehmens” legen, wie es in der Mitteilung zu der Übernahme hieß.
Im Rahmen des laufenden Eigenverwaltungsverfahrens haben sich die Parfümerie Pieper und die Familie Konckier auf die wesentlichen Bedingungen der Transaktion geeinigt. Der Vollzug wird zeitnah durch einen Insolvenzplan umgesetzt. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Abschlussbedingungen und der Genehmigung durch die zuständigen Behörden.
Mit der Familie Konckier gewinnt Pieper einen Partner mit mehr als 50 Jahren internationaler Erfahrung im Bereich Luxuskosmetik und Parfümerie. Der Investor bringt nicht nur finanzielle Unterstützung mit, sondern vor allem fundiertes Branchen-Know-how, operative Expertise und eine langfristige strategische Vision.
Jonathan Konckier, Gesellschafter und Geschäftsführer, kommentier: „Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt. Pieper ist ein etabliertes Unternehmen mit einer soliden Marktposition und einer starken operativen Basis. Wir sind überzeugt, dass unsere Branchenexpertise, unser langfristiges Engagement und unser Verständnis des deutschen Einzelhandelsmarktes dazu beitragen können, das Geschäft zu stabilisieren und seine weitere Entwicklung voranzutreiben. Unser Ziel ist es, die Zukunft des Unternehmens auf verantwortungsvolle und nachhaltige Weise zu sichern – im Interesse aller Mitarbeitenden sowie Kunden und Lieferanten.“
Die Familie Konckier wurde bei der Transaktion rechtlich von einem Team unter Federführung von Katharina Gerdes und Michael Busch von der Kanzlei BRL Boege Rohde Luebbehuesen beraten. „Die nun erreichte Lösung ist das Ergebnis eines strukturierten und intensiven Prozesses“, ordnet CRO Sven Pursche von der novaerion ein. „In den vergangenen Monaten wurden wesentliche operative und strukturelle Voraussetzungen geschaffen, auf denen nun aufgebaut werden kann.“
Lukas Herbert, Rechtsanwalt aus dem Team des Generalbevollmächtigten Dr. Philipp Grub ergänzt: „Die Transaktion ist das Resultat einer intensiven Investorensuche mit breiter Marktansprache im Rahmen der Eigenverwaltung. Sie berücksichtigt die Interessen der Gläubiger und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Fortführung des Unternehmens.“
Sarah Wolf, Rechtsanwältin der Kanzlei Anchor und Sachwalterin bewertet den eingeschlagenen Weg positiv: „Aus Sicht der Sachwaltung stellt die angestrebte Lösung eine tragfähige Perspektive dar. Der Prozess wurde eng begleitet und die gewählte Struktur entspricht den Anforderungen an eine ordnungsgemäße und wirtschaftlich sinnvolle Sanierung.“
Im Rahmen des geplanten Übergangs wird sich die derzeitige Eigentümerfamilie aus der operativen Geschäftsführung zurückziehen. Die künftige Führung wird einem erfahrenen Managementteam anvertraut: Johanna Schlurmann, eine versierte Führungskraft der Branche mit mehr als 20 Jahren Erfahrung, leitet bereits erfolgreich eine Parfümeriekette im Besitz der Familie Konckier. Künftig wird sie beide Aufgabenbereiche leiten, um Synergien zu erschließen und die Transformation von Pieper voranzutreiben. Johanna Schlurmann: „Pieper ist mehr als ein Unternehmen – es ist ein traditionsreiches Geschäft mit echtem Erbe, Herz und Identität. Wir glauben fest an die Zukunft dieser Marke und vor allem an die Mitarbeitenden, die sie jeden Tag mit Leben füllen. Unser Ziel ist klar: so viele Standorte und Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten und gemeinsam einen stabilen und nachhaltigen Weg in die Zukunft zu gestalten.“
Für die Familie Pieper ist dieser Schritt von besonderer Bedeutung. „Dieser Schritt fällt uns nicht leicht. Mit der Vereinbarung mit der Familie Konckier haben wir eine starke und zukunftsweisende Lösung realisiert, die den Fortbestand des Unternehmens ermöglicht und den Mitarbeitenden eine Perspektive bietet“, stellt Oliver Pieper heraus.


