Per Chat lief der Tatversuch ab. Foto: Volkmann
Per Chat lief der Tatversuch ab. Foto: Volkmann

Velbert. Ein 49-Jähriger aus Velbert ist am Montag, 5. Januar, vom Amtsgericht Wuppertal wegen versuchten Kindesmissbrauchs verurteilt worden.


Der Velberter wurde vom Gericht für schuldig befunden, versucht zu haben, ein Kind ohne Körperkontakt zu missbrauchen. Der Tatversuch lief dabei über einen Chat ab. Konkret soll der 49-Jährige versucht haben, ein Mädchen, von dem er glaubte, es sei zwölf Jahre alt, zu sexuellen Handlungen zu bewegen. In diesem Fall außergewöhnlich: Das Kind gab es gar nicht.

Der Velberter chattete stattdessen mit einem Fake-Profil, hinter dem der Influencer Ric Dluzinski steckte. Der Content Creator, der als “Bodenlos_TV” im Internet aktiv ist, gibt an, er befassen sich mit Kinderschutz, gebe sich hierzu unter anderem im weltweiten Netz als minderjährig aus und “jage nach Triebtätern”. Im Juli 2024 hatte Dluzinski sein Projekt gestartet. Im Fall um den nun verurteilten Velberter hatte der 32-jährige Streamer die Chatprotokolle an die Polizei übergeben. Der Fall nahm seinen Lauf. Das Gericht befand den 49-Jährigen für schuldig, verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Der Content Creator sagt von sich, er suche die Konfrontation mit Tätern nicht. Er sei kein “Pädo-Hunter”. Stattdessen erklärt Dluzinski, er sei lediglich mit einem Kinder-Profil in den Sozialen Netzwerken anwesend, suche nicht nach Tätern, sondern werde gefunden. Hintergrund der Erklärung ist die kritische Haltung der Ermittlungsbehörden dieser Szene gegenüber. So könnte das Fallenstellen selbst eine strafrechtliche Relevanz entfalten.

Dem Nachrichtensender NTV gegenüber gab Ric Dluzinski nach der Verhandlung in einem Interview an, es sei ein gutes Gefühl. “Da sehe ich auf jeden Fall, dass die Arbeit, die ich mache, Früchte trägt.”