
Velbert. Knapp unter 300 Läuferinnen und Läufer sind beim neunten ASV-Lhoist-Eignerbachlauf an den Start gegangen. Das Event mit der besonderen Laufstrecke lockt Aktive längst nicht mehr nur aus Velbert an.
Milde Temperaturen um 22 Grad und blauer Himmel – besser hätten die Bedingungen für den diesjährigen ASV-Lhoist-Eignerbachlauf in Tönisheide nicht sein können. Entsprechend gut war die Laune bei den Organistoren des ASV Tönisheide und den Läuferinnen und Läufern bereits vor dem Start. An der Milchstraße befand sich auch dieses Jahr der Start- und Zielbereich. Der Allgemeine Sportverein hat erneut für ein kleines Rahmenprogramm gesorgt, um auch jenen, die nicht die Laufschuhe geschnürt haben, an einem sonnigen Sonntagmorgen einen Treff zu bieten: Verpflegung, Infostände, Mitmachaktionen und eine Hüpfburg – auch abseits des Startbogens gab es reichlich Gewusel.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen letztlich dennoch die Läufe. Über 1,7 Kilometer ging es für die Kinder, die traditionell den Auftakt für den Laufsporttag bilden. Ältere joggen oder walken anschließend über rund fünf oder zehn Kilometer durch das Naherholungsgebiet, dessen Strecke die Läuferinnen und Läufer auch am Wülfrather Steinbruch vorbeiführt. Die vergleichsweise kurzen Distanzen sollen nicht über die Anstrengungen hinwegtäuschen: Insbesondere der Schlussspurt ist eine Herausforderung – mit den absolvierten Kilometern in den Beinen müssen die Aktiven kurz vor dem Zieleinlauf eine ordentliche Steigung bewältigen. Der Schweiß fließt dann auch bei milden 22 Grad in Strömen, nicht selten ist der eine oder andere Fluch zu hören. Abgekämpft, aber glücklich und stolz sind am Ende allerdings auch diesmal alle Läuferinnen und Läufer im Ziel angekommen.
„Die haben alle was geleistet“

Für einen letzten Motivationsschub sorgte Janine Richard als zugleich erster und finaler Streckenposten: „Erst kommen alle mit einem Lächeln im Gesicht hier vorbei. Später sieht das dann anders aus“, sagt die Ehrenamtliche, die sich für den Lauf bereits mehrfach engagiert hat. „Hinterher, wenn alle wiederkommen, wird ordentlich applaudiert. Die haben alle was geleistet“, lobt Richard und meint damit das Bewältigen der herausfordernden Strecke. Dass Ehrenamt ist für die Tönisheiderin eine Selbstverständlichkeit. Janine Richard ist unter anderem bei der KG Zylinderköpp aktiv, lebt den Karneval – und bringt sich auch bei Projekten und Events ein, die nicht mit der fünften Jahreszeit verbunden sind: „Das macht Spaß und es ist wichtig, sich in der Gemeinschaft zu engagieren.“ Vieles stehe und falle mit dem Ehrenamt, so Richard. „Und leider werden es immer weniger“. Nachwuchssorgen plagen viele Vereine; umso wichtiger ist daher der Einsatz jener, die vor Ort noch aktiv sind.
Ähnlich sieht es Christian Höhn: „Ohne Ehrenamt geht gar nichts“. Der Vorsitzende des ASV Tönisheide lobt daher das große Engagement, das hinter dem Eignerbachlauf steht. Die Belohnung für all die Mühen sammeln die Helferinnen und Helfer dann am Lauftag ein: „Wenn man in die strahlenden Gesichter der Kinder und Erwachsenen schaut, dann ist das einfach schön“, freut sich Höhn. Wie in den Vorjahren stand der Lauf durch das Naherholungsgebiet Eignerbach unter einem guten Stern: „Das Wetter ist optimal. Wir haben top Laufbedingungen“. Auch Christian Höhn stellt heraus, dass das Event in Tönisheide besonders ist. Der familiäre Charakter der Veranstaltung locke viele Menschen an, vor allem Familien. „Und dann ist die Laufstrecke einfach einmalig, auch wenn das Streckenprofil längst nicht jedem Läufer schmeckt“. In der Laufszene spricht sich der Eignerbachlauf bereits herum: Aktive aus Firmen gingen zahlreich an den Start und auch Läuferinnen und Läufer aus umliegenden Städten waren dabei. „Es ist relativ breit gestreut. Die Leute schauen zum Beispiel in einschlägigen Laufportalen nach und wenn es passt, sind sie hier“. Für den ASV Tönisheide ist eine gelungene Laufveranstaltung gute Werbung: „Gute Presse ist für uns als Verein wichtig. Wir wollen hier in Tönisheide präsent sein, weil das für uns zum Gemeinschaftsgefühl dazu gehört.“ Dem Verein gelingt die Organisation gut, auch wenn es durchaus „eine Herausforderung“ ist. „Wir haben es aber vergleichsweise leicht, zumindest war die behördlichen Vorgaben angeht“, sagt Christian Höhn, der hofft, dass sich das auch in Zukunft nicht ändert wird.
Die schnellste Zeit hat dieses Jahr Renee Bongers (M30) vom Ayyo Team Essen hingelegt. Nach 32:21 Minuten kam er auf der Zehn-Kilometer-Strecke ins Ziel. Nur wenige Sekunden später durchquerten Julian Fischer (Team S04 / 32:32) und Marek Jasjolka (32:31) von Mettmann-Sport den blauen Bogen. Bei den Frauen landete im Hauptlauf Nadine Boeger mit einer Zeit von 37:48 Minuten ganz oben; ihr folgten Sabine Hillebrecht (38:57) und Mareike Eißmann (40:02). Alle Ergebnisse des ASV-Lhoist-Eignerbachlaufs 2026 sind online zu finden: my.raceresult.com.

