Engagiert sich fürs Töttern: Die Velberterin Helene Weiß. Foto: Volkmann
Engagiert sich fürs Töttern: Die Velberterin Helene Weiß. Foto: Volkmann

Velbert. Jeden Mittwoch ab 14:30 Uhr findet im AWO-Treff „Vergissmeinnicht“ an der Friedrich-Ebert-Straße 200 in der Innenstadt ein Tötter-Treff statt. Die Velberterin Helene Weiß engagiert sich dafür und bringt Menschen zusammen.


Rund anderthalb Stunden verbringen die Gäste des Tötter-Treffs der Arbeiterwohlfahrt mittwochs zusammen und dann geht es um persönliche Themen: Umzüge, die Kindheit, Schulstreiche oder Reisen – was die Besucherinnen und Besucher berührt, wird zum Gespräch am gemeinsamen Tisch. „Da hat sich etwas entwickelt“, freut sich Helene Weiß. Die Velberterin engagiert sich fürs Töttern . Ihr Hauptgrund: „Ich mag Menschen“.

Die Rentnerin, die zuvor in der Pflege und im Sozialen Dienst gearbeitet hat, ist in ihren Berufen mit den Themen des Älterwerdens konfrontiert worden. Das habe ihr die Augen gelöffnet, erklärt die 70-Jährige. „Viele Seniorinnen und Senioren schotten sich ab“, sagt Weiß. „Sie sind oft einsam“. Genau hier setzt der Tötter-Treff der AWO an. Ältere sollen Kontakte knüpfen, vielleicht sogar neue Freundschaften schließen. Helene Weiß sieht sich daher auf einer Art Mission gegen schleichende Vereinsamung im Alter. Die Idee für den Tötter-Treff hatte die Velberterin bei der hiesigen Arbeiterwohlfahrt vorgeschlagen – und das Angebot stieß offensichtlich auf Interesse.

Auch Tabu-Themen gibt es

Inzwischen können Gäste einmal wöchentlich töttern. Entspannt soll es zugehen und in einer fröhlichen Atmosphäre sollen die Gespräche stattfinden – einige Themen klammert Helene Weiß daher bewusst aus: „Politik, Religion, Sensationsnachrichten oder Krankheistgeschichten sind tabu“, sagt Weiß. Stattdessen sind es private Themen direkt aus dem Leben der Teilnehmerinen und Teilnehmerin.

„Dann finden die Menschen sich auch“, so die Velberterin. Nicht selten gäbe es Gemeinsamkeiten – und damit Anknüpfungspunkte für einen noch engeren Austausch. „Besonders schön ist es, wenn jemand sagt: Ich habe 100 Jahre nicht gelacht“, freut sich Weiß. Der Tötter-Treff und sein Konzept kämen gut an, betont die Velberterin, die für ihr Ehrenamt brennt. Und das merkt man ihr an. „Ich achte darauf, dass es immer um Erfahrungen geht“, sagt Helene Weiß. „Und dann freue ich mich, wenn die Menschen reden, lachen oder einfach albern sind“. Für die anderthalb Stunden des Tötter-Treffs sollen die Gäste ihre Sorgen und Probleme vergessen. „Der Treff ist meine Herzenssache“.

Für den Tötter-Treff sollten Besucherinnen und Besucher sich vorher anmelden unter der Rufnummer 02051 3098142, allerdings können Interessierte auch spontan im Generationentreff an der Friedrich-Ebert-Straße 200 vorbeischauen.

Wer nicht mobil genug ist, aber über einen Pflegegrad verfügt, kann für den Besuch den sogenannten Entlastungsbetrag oder die Verhinderungspflege nutzen. Informationen und Hilfe gibt es ebenfalls unter der genannten Rufnummer.