Ein Bus der WSW Mobil ist zu sehen. Foto: Volkmann
Ein Bus der WSW Mobil ist zu sehen. Foto: Volkmann

Kreis Mettmann. Pendlerinnen und Pendler müssen dieser Tage stark sein: Mehrfach legt die Gewerkschaft Verdi durch Streikaufrufe den Nahverkehr und die Kundencenter in der Region lahm. Auch am Donnerstag, 19. März, kommt es zu erheblichen Einschränkungen.


Angesichts der regelmäßigen Streik im öffentlichen Nahverkehr diskutiert Deutschland längst über das im Grundgesetz verankerte Streikrecht. Einer der Gründe: Arbeitskampfmaßnahmen sorgen nicht selten erheblich Einschränkungen, teils mit wirtschaftlichen Folgen.

Derzeit baut die Gewerkschaft Verdi vor der nächsten Verhandlungsrunde am 24. März massiv Druck auf die Arbeitgeber auf – mit Konsequenzen für jene Menschen, die auf Bus und Bahn angewiesen sind. “Auch nach zwei Verhandlungsrunden liegt zu den Forderungen der Beschäftigten kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber vor”, teilte Verdi in der Streikankündigung für Dienstag, 17. März, mit. In der Region – und auch im Kreis Mettmann – fallen Busse und Straßenbahnen überwiegend aus. Die Rheinbahn setzt auf einen Notfahrplan, wird einige Linien aufrechterhalten können. S-Bahnen und Regionalzüge sowie die Busse beispielsweise der Ruhrbahn oder der BVR und auch die OV-Linien durch Velbert sind nicht betroffen.

Gewesen ist es das für diese Woche aber offenbar nicht. Zwar verkehren die Busse und Bahnen am Mittwoch wieder normal, die Gewerkschaft Verdi hat jedoch für kommenden Donnerstag, 19. März, erneut die Beschäftigten der WSW Mobil zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen, wie das Wuppertaler Nahverkehrsunternehmen mitteilt.

“Die ÖPNV-Nutzerinnen und -Nutzer müssen sich darauf einstellen, dass an diesem Tag keine Busse und Schwebebahnen verkehren und die Angebote Hol mich! App, AnrufSammelTaxi und TaxiBus nicht zur Verfügung stehen”, teilen die WSW mit. Die Wuppertaler Stadtwerke empfehlen ihren Kundinnen und Kunden, sich frühzeitig über Mobilitäts-Alternativen zu informieren oder Fahrgemeinschaften zu organisieren. Die Kundencenter seien am Donnerstag nicht vom Warnstreik betroffen.

Laut Rheinbahn ist am Donnerstag das gesamte Unternehmen betroffen. Wie zuvor, sollen einzelne Buslinien jedoch fahren. “Die Rheinbahn bedient die Linien 770, 771 und 746 nach einem veröffentlichten Streikfahrplan. Auf der Linie 747 kann es zu einzelnen Ausfällen kommen. Auch die E-Wagen von Wülfrath zur Gesamtschule Waldschlösschen entfallen. Fahrgäste können alternativ die Busse der Linie 746 nutzen”, so die Stadt Velbert, die zudem darauf hinweist, dass die E-Wagen zur und von der Gesamtschule Waldschlösschen zum ZOB ohne Einschränkungen verkehren. Auch die Mittagsfahrten nach Velbert‑Nierenhof fänden wie gewohnt statt.

Die Buslinien der BVR, der Ruhrbahn sowie die OV-Linien fahren planmäßig ohne Einschränkungen.

Am Mittwoch streiken bei der Rheinbahn zudem die Mitarbeitenden aus den Werkstätten sowie aus dem Bereich Infrastruktur: “Die konkreten Auswirkungen auf den Fahrplan können wir aktuell noch nicht abschätzen”, hieß es seitens des Unternehmen.

Verdi ist sich der Massivität der Maßnahmen offensichtlich bewusst und zeigt Verständnis für die Einschränkungen für Fahrgäste. Ein Streik sei jedoch kein Selbstzweck, sondern das einzige Mittel, um den Forderungen der Beschäftigten Nachdruck zu verleihen, so Verdi.

„Damit wir als Bürgerinnen und Bürger täglich an unser Ziel kommen, braucht es viele verschiedene Berufsgruppen, die Hand in Hand arbeiten. Von der Verwaltung über den Fahrdienst bis zu Werkstätten – die Beschäftigten lassen sich nicht länger von den Arbeitgebern hinhalten mit leeren Aussagen und dreisten Gegenforderungen“, erklärte Stephanie Peifer, Bezirksgeschäftsführerin im Verdi-Bezirk Düssel-Rhein-Wupper, am vergangenen Freitag. „Wer mit leeren Händen an den Tisch kommt, provoziert Streiks. Die Beschäftigten erwarten ein Angebot, das ihnen und ihrer Arbeit gerecht wird“, so Peifer weiter.