Unwetter können bedrohlich wirken: So sah der Himmel über Teilen von Velbert am 21. Mai 2024 aus. Archivfoto: Volkmann
Unwetter können bedrohlich wirken: So sah der Himmel über Teilen von Velbert am 21. Mai 2024 aus. Archivfoto: Volkmann

Kreis Mettmann. Der Deutsche Wetterdienst hat jüngst seine vorläufigen Daten zu den Sommerwettertrends 2026 herausgegeben. Trocken und heiß, aber lokal mit heftigen Gewittern zeigte sich das Deutschlandwetter. Auch in der Region gab es dieses Jahr eine Sichtung, die ein Tornado hätte werden können.


„Historische Hitze, verbreitete Trockenheit und außergewöhnlich viel Sonnenschein“ – so fasst der Deutsche Wetterdienst die Lage für den Sommer des laufenden Jahres für die Bundesrepublik zusammen. Die Sonnenmonate gehen als einige der wärmsten seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnungen in die Bilanz ein.

„Nach extremen Temperaturen im Juni schwächte sich die Hitze im Norden ab, während der Südwesten weiterhin unter anhaltender Hitzebelastung stand. Zudem setzten lokale Unwetter und Tornados scharfe Kontraste zum verbreiteten Niederschlagsmangel, dessen Folgen sich in historisch niedrigen Flusspegeln sowie teils großflächigen Wald- und Vegetationsbränden zeigten“, meldet der Deutsche Wetterdienst auf Basis vorläufiger Auswertungen. In Zahlen: Mit einem voraussichtlichen Temperaturmittel von 19,6 °C (16,3 °C) und einer Abweichung von 3,3 Grad werde der diesjährige Sommer als einer der wärmsten seit 1881 in die Klimastatistik eingehen. Nur der Rekordsommer im Jahr 2003 war noch 0,1 °C heißer. Beispiellos sei 2026 allerdings die Häufigkeit der Hitze gewesen: Im Deutschlandmittel seien rund 22 heiße Tage mit mindestens 30 °C und etwa fünf sehr heiße Tage mit mindestens 35 °C ermittelt worden, so der Wetterdienst.

In Nordrhein-Westfalen liegt der Durchschnittswert bei voraussichtlich 19,5 °C und damit laut DWD 3,2 Grad über dem Klimamittel. „Über die Landesfläche gemittelt summierten sich in der Saison rund 20 heiße und fünf sehr heiße Tage – in beiden Fällen neue Höchststände“, so der Deutsche Wetterdienst. Die niedrigen Pegel des Rheins sowie der Großbrand im Hürtgenwald gehen als Marken in die Landesgeschichte ein.

Extremwetterereignisse sind auch im Kreis Mettmann nicht selten. Örtlich oft lokal begrenzt sind unwetterartige Situationen, mitunter kommt es zu Phänomenen, die man kaum mit der Region in Verbindung bringt: Tornados.

Auch dieses Jahr gab es eine Beobachtung, welche die „Tornadoliste Deutschland“ als Verdacht einstuft. Am 31. Mai 2026 gegen kurz vor 5 Uhr wurde in Erkrath eine „ausgeprägte Trichterwolke“ beobachtet. Über Auswirkungen am Boden ist jedoch nichts bekannt. Derartige Sichtungen sind selten, aber jene in Erkrath ist nicht die einzige der vergangenen Jahre.

Mitte September des Vorjahres gab es eine Sichtung in Haan. Am 19. September 2025 zog demnach eine mögliche Trichterwolke von Solingen aus in Richtung Stadt – auch hier verzeichnet die Tornadoliste einen Verdachtsfall. 2023 gab es am 22. Juni – mitten im Sommer – einen Tornadoverdacht in Hilden. Gegen 17:30 Uhr hatte man aus Düsseldorf-Bilk eine „kleine Funnelcloud mit leicht sichtbarer Rotation“ beobachtet, die letztlich aber keinen Bodenkontakt hatte und sich nach rund zwei Minuten aufgelöst habe. In jenem Jahr gab es in der Großregion zwei bestätigte Tornados: am 30. August 2023 gegen 20:05 Uhr in Wuppertal. Dort richtete die Windhose in Dönberg Schäden an.

Bestätigte Tornados im Kreis Mettmann

Ein Blick in die Wettergeschichte im Kreis Mettmann zeigt, dass es im Verlauf der Jahrzehnte nicht bloß bei Verdachtsfällen geblieben ist. Als „plausibel“ bezeichnen die Wetterexperten eine Sichtung vom 28. August 2021 in Ratingen-Lintorf, als gegen 7 Uhr eine Windhose für Schäden auf der Clubanlage des Lintorfer Tennisclubs (LTC) sorgte. In Wülfrath war es der 28. August 2006, an dem gegen 13:50 Uhr ein „schwacher Tornado“ einige Bäume am Südrand der Stadt entwurzelte und Dächer beschädigte. Zahlreiche Augenzeugen sollen das Wetterphänomen gesehen haben.

In Velbert gab es gleich mehrere Sichtungen, die letztlich als Tornado bestätigt wurden. Am 1. Juni 2016 fegte eine Windhose über den Norden der Stadt. Darüber berichtete auch der Super Tipp seinerzeit: „An der Langenhorster Straße und an der Werdener Straße mussten Bäume, die auf die Straße bzw. gegen ein Haus gestürzt waren, mit der Kettensäge zerteilt und entfernt werden.“

Elf Jahre zuvor – am 4. Juni 2005 – brachte ein Gewitter einen Tornado und eine Funnel cloud in die Schlüsselstadt. Auf einen Bodenkontakt wird aufgrund von Vegetationsschäden und Zeugenaussagen geschlossen. Historisch belegt ist zudem ein Tornado im Jahr 1935. Am 10. Oktober hatte demnach eine „Windsbraut“ den Langenberger Sender „verdreht und komplett zerstört“. Über das Ereignis, das sich an jenem Tag zwischen 13 und 13:30 Uhr ereignete, berichtet damals die „Langenberger Zeitung“. Rund um den Berg sei beim Einsturz in mehreren Orten ein leichtes Beben zu spüren gewesen. Eine Stärke von F2 bis F3 soll der Tornado gehabt haben.