
Velbert. Neviges läutet den Sommer traditionell mit einer Party an der Sprudelplatte ein: Am 10. und 11. Juli gibt es auch dieses Jahr die Doppel-Sause aus dem “Dorffest Live” am Freitag und dem “Kleinen Dorffest” am Samstag.
Das lange Partywochenende rund um die Sprudelplatte gehört inzwischen wie eine Selbstverständlichkeit zu Neviges – ganz so einfach ist es aber nicht: Die Hürden sind für die Organisatoren von “Nevigeser machen das” hoch, das Geld meist knapp. Auch dieses Jahr bildet keine Ausnahme. Und dennoch: Sowohl das Dorffest Live als auch das Kleine Dorffest kehren in Neuauflage auch in 2026 zurück. Am Freitag, 10. Juli, dreht sich alles um Sound unter freiem Himmel – handgemacht, laut, mitten im Ortskern.
Gegen 17 Uhr fällt der Startschuss mit einem Auftritt des “Ensemble Sax” der Musik- und Kunstschule Velbert. Rund 25 musikbegeisterten Kindern und Jugendliche sollen die Besucherinnen und Besucher dann in Feierlaune versetzen, damit es anschließend bei dem Auftritt der Coverband “Comeback” so richtig krachen kann: Zu bekannten Songs zwischen Rock, Pop und Feel-good-Musik darf dann getanzt und mitgesungen werden. “Letztes Jahr hat es nicht geklappt. Dieses Jahr aber. Ich freue mich”, sagt Ralph Groß, Geschäftsführer des Vereins Nevigeser machen das. Er stellt den Dorffest-Freitag mit Live-Auftritten als Vorboten für das Familien-Event am Samstag federführend auf die Beine. Weshalb? “Ich liebe Musik”, so Groß.
Leidenschaft allein reicht aber längst nicht mehr, damit eine Festivität auch tatsächlich über die Bühne gehen kann: Aufbau, Abbau, Gebühren, Toiletten, Reinigung, Strom samt Abrechnung – “das hört überhaupt nicht mehr auf”, meint Groß. “Du musst alles bezahlen”. Gering ist die Summe nicht – und eine weitere Herausforderung kommt hinzu: Die Stadt Velbert unterstützt das Fest zwar voraussichtlich finanziell, allerdings in geringerem Umfang und weil die Haushaltsabstimmung noch läuft, kommt die Zahlung mindestens spät, schlimmstenfalls gar nicht. “Wir finanzieren die zwei Tage privat”, sagt Groß. Eine fünfstellige Summe sei das.
Auf drei zentralen Säulen fußt das Fest in Neviges letztlich: einerseits helfen die Kulturloewen helfen mit. “Ohne sie wäre das alles gar nicht machbar”, loben Ralph Groß und Matthias Gohr. Andererseits braucht es reichlich ehrenamtliches Engagement. Und dann ist da noch der Bierwagen. “Das ist unsere einzige Einnahmequelle”, so Groß. Entsprechend fällt die Hoffnung aus, dass die Festbesucher reichlich konsumieren, damit “am Ende eine schwarze Null herauskommt”. Hier schwingt seitens der Partymacher ein wenig Kritik mit: “Es ist ärgerlich, wenn die Leute eigene Getränke mitbringen”, sagt Ralph Groß. Matthias Gohr wird deutlicher: “Wenn wir einmal draufzahlen, ist das Fest Geschichte”. Also hoffen die beiden Nevigeser auf gutes Wetter und darauf, dass reichlich Bier und Limo fließen an den beiden Party-Tagen. Kulinarisch rundet “Alexandros” mit griechischen Spezialitäten das Angebot ab, hinzu kommt wahrscheinlich das “Wohnzimmer”, das dieses Jahr neben Cocktails auch Wein und Sekt ausschenken könnte – soweit der Plan.
Samstag: Kleines Dorffest in Neviges
Der zweite Tag – das Kleine Dorffest am Samstag, 11. Juli – richtet sich dann vor allem an Familien und all jene, die gemütlich bei Musik von DJ “No Hair” gemeinsam Zeit auf dem Platz im Orth verbringen möchten. Auf der Sprudelplatte plätschert dann das Wasser, insbesondere für die jungen Besucher ist das ein Highlight: “Getanzt wird dann im Wasser”, lockt Gohr und rät dazu die “Bademode einzupacken”. Um 14 Uhr geht es los mit dem Fest, ab 18 Uhr dröhnen die Boxen.
So gut wie gesetzt ist das DLRG, vielleicht mit Pool. Ansonsten darf sich am Programm beteiligen, wer eine gute Idee mitbringt. Kontakt gibt es per E-Mail an kontakt@nevigeser-machen-das.de. “Auch wer uns finanziell unterstützen möchte, kann sich gern melden”, sagt Matthias Gohr. Vereine, Kitas, Kreative – mitmachen kann, wenn möchte.
Das Veranstalterduo hat das Doppel-Dorffest längst als Publikumsmagneten ausgemacht, der nicht nur Velberterinnen und Velberter anlockt, sondern über das Stadtgebiet hinaus strahlt. “Klar, es gibt den harten Kern, die Leute, die wir jedes Jahr sehen”, sagt Gohr. “Aber es kommen auch viele neue Gesichter extra nach Neviges”. Für “das Dorf” sei das Fest inzwischen ein Markenzeichen.

