
Düsseldorf. Der Internationale Tag der Pflegenden 2026 am Geburtstag von Florence Nightingale hat das Motto: „Our Nurses. Our Future: Empowered Nurses save lives“. Die Kaiserswerther Diakonie gibt zu diesem Tag die Preisträgerinnen und Preisträger der Theodor-Fliedner-Medaille für innovative Pflegepraxis bekannt. Das große diakonische Unternehmen vergibt alle zwei Jahre die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung. Ziel ist es, die Pflege zu stärken und ihre Weiterentwicklung zu fördern.
Den ersten Preis erhält Kathrin Seibert für ihr Projekt „Nurse-led Unit – ein neues Handlungsfeld für Pflegefachpersonen im Krankenhaus“. Die Jury hebt hervor, dass das Projekt überzeugend zeigt, wie sich Pflegepraxis innovativ weiterentwickeln lässt.
Auf pflegegeleiteten Stationen (engl. Nurse-led Units, LNU) übernehmen speziell qualifizierte Pflegefachpersonen die Betreuung von Patientinnen und Patienten, die nach der akuten Behandlung im Krankenhaus spezialisierte Pflege benötigen, aber noch nicht entlassen oder verlegt werden können. Das international erprobte Modell wird im Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide gemeinsam mit der Hochschule Bremen umgesetzt. Ein interprofessionelles Team arbeitet dabei eng zusammen und stellt mit Fallbesprechungen, Pflegevisiten und telefonischer Nachbetreuung eine patientenzentrierte Pflege und Versorgung sicher.
Mit einem zweiten Preis wird Graciana Virgiye Versteek für ihr Projekt „Room of Horrors – Systematische Stärkung der Bewohner:innensicherheit durch simulationsbasiertes Lernen in der stationären Langzeitpflege“ geehrt.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Vermeidung von Risiken im Pflegealltag. Rund 180 Mitarbeitende der Langzeitpflege wurden in einem realitätsnah gestalteten Bewohnerzimmer geschult. In diesem „Room of Horror“ sollten die Teilnehmenden typische Gefahrenquellen erkennen und gemeinsam reflektieren. Die wissenschaftliche Auswertung zeigt, dass sich mit der Schulung die Aufmerksamkeit der Mitarbeitenden und die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner deutlich verbessert haben. Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Einbindung aller beteiligten Berufsgruppen, von Pflegefachpersonen über Pflegeassistenzkräfte bis hin zu Mitarbeitenden aus Betreuung und Hauswirtschaft.
Ein weiterer zweiter Preis geht an Andrea Leinen für das Projekt „PraWiDem – Vernetzung von Pflegepraxis und Wissenschaft durch den Living-Lab-Demenz-Ansatz“.
Im vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt wurde eine strukturierte Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis entwickelt, erprobt und ausgewertet. Dafür arbeiteten zwei Universitäten – die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und die Universität zu Köln – mit jeweils zwei Einrichtungen der Langzeitpflege zusammen. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Wissensaustausch und zur ko-kreativen Forschung konnten konkrete Verbesserungen im Alltag von Menschen mit Demenz und ihren Pflegepersonen erreicht werden. Die Jury betont, dass das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zur Verankerung evidenzbasierter Pflege leistet und neue Handlungsmöglichkeiten für die Langzeitpflege eröffnet.
Der erste Preis der Theodor-Fliedner-Medaille ist mit 5.000 Euro dotiert, die beiden zweiten Preise mit jeweils 2.500 Euro. Eine intern und extern besetzte Jury hat die zahlreichen Bewerbungen gesichtet und über die Preisvergabe entscheiden. Die feierliche Preisverleihung findet bei der Fachtagung Pflegegeschichte im Herbst 2026 in Kaiserswerth statt.

