Düsseldorf. Anlässlich der aktuellen Arbeitsmarktzahlen fordert der DGB in der Region Düsseldorf Bergisch Land einen Kurswechsel in der Wirtschafts- und Industriepolitik. Statt auf Mittel wie Arbeitsplatzabbau, Standortverlagerung und Einsparungen bei den Beschäftigten zu setzen, müssen alle Beteiligten aus den Lehren der Vergangenheiten Konsequenzen ziehen und auf Investitionen, Innovation und Qualifizierung setzen.
Nach einer Auswertung des DGB über den Arbeitsmarkt in der Region* ist die Zahl der Arbeitslosen von 125.467 im Juli 2021 auf 136.317 Personen im Juli 2026 gestiegen. Das ist ein Anstieg um 8,6 Prozent (10.850 Personen). „Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Region bleibt angespannt. Gerade in der Industrie wächst die Unsicherheit. Viele Unternehmen reagieren vor allem mit Kostensenkungsprogrammen, Personalabbau und Verlagerungen. Das ist der falsche Weg. Wir brauchen eine Strategie nach dem Grundsatz: Besser statt billiger. Die nach wie vor starke Wirtschaft in der Region kann nicht dauerhaft über niedrigere Kosten, weniger Personal und schlechtere Arbeitsbedingungen gesichert werden. Entscheidend sind vielmehr innovative Produkte, moderne Produktionsanlagen, gut qualifizierte Beschäftigte und eine aktive Industriepolitik. Personalabbau ist keine Innovation und Standortverlagerung keine Zukunftsstrategie. Wer heute bei Investitionen, Ausbildung und Weiterbildung spart, gefährdet die Arbeitsplätze und Resilienz von Unternehmen von morgen“, so die Geschäftsführerin der DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land Sigrid Wolf.
Gleichzeitig warnt der DGB davor, die wirtschaftliche Schwäche als Vorwand für Sozialabbau und Angriffe auf Arbeitnehmerrechte zu nutzen. „Kürzungen bei Rente, Gesundheit, Pflege oder Arbeitslosenversicherung schaffen keinen einzigen neuen Arbeitsplatz. Ein starker Sozialstaat gibt den Menschen Sicherheit und stabilisiert die Wirtschaft. Diese Sicherheit haben sich die Beschäftigten hart verdient‘‘, betont Wolf.
Unter dem Motto „Hart verdient! Deine Arbeit. Deine Gesundheit. Deine Rente.“ mobilisieren der DGB-Gewerkschaften in NRW deshalb am 26. September nach Essen. „Wir gehen auf die Straße für sichere, gute Arbeitsplätze, eine starke, nachhaltige Wirtschaft und einen starken Sozialstaat. Unsere Botschaft ist klar: Besser statt billiger – bei Produkten, bei Arbeit und bei sozialer Sicherheit“, so Wolf abschließend.


